Yala

Yala ist ein kostenloser Chatbot, der die Aufgaben eines Social-Media-Redakteurs übernimmt: Er postet in deinem Namen auf Facebook und Twitter und hilft dir, den besten Zeitpunkt für deine Posts herauszufinden.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Ich muss zugeben, dass es mir wirklich schwer fällt, die Kontrolle über meine Posts sowohl bei Facebook als auch bei Twitter an einen Bot abzugeben. Mir gefällt allerdings, dass der Bot versucht, die besten Postingszeiten für mich herauszufinden, indem er mein Pulbikum analysiert. Das macht allerdings nur Sinn, wenn man tatsächlich viel postet, bei einem Post pro Woche lohnt sich der Yala-Bot sicher nicht.

Wer – so wie ich – regelmäßig als Social-Media-Redakteur arbeitet, weiß, welche Rolle der richtige Zeitpunkt für einen Post auf Facebook oder Twitter spielt. Vor allem, wenn man auch wie bei der Deutschen Welle mit verschiedenen Sprachen hantiert und damit andere Zeitzonen miteinbeziehen will und muss.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
10 Minuten
30 Minuten
automatisierte Postings
E-Mail-Support


zum Tool

Auch wenn der Inhalt noch so gut ist – veröffentlicht man ihn zum "falschen" Zeitpunkt, büßt man schnell an Leser-Reichweite ein. Facebook und auch Twitter stellen zwar Statistiken zur Verfügung, aus denen ersichtlich wird, wann es sinnvoll ist, Inhalte zu teilen. Aber oft verlässt man sich zu sehr auf sein Bauchgefühl. 

Ein Chatbot, der das Posten meiner Social-Media-Beiträge übernimmt und zugleich auch noch den perfekten Zeitpunkt errechnet, an dem ich am meisten Menschen erreichen kann – da werde ich hellhörig. Genau das bietet der kostenlose Dienst Yala. Yala stammt vom US-Amerikaner Gary Levitt und durchforstet deine Social-Media-Kanäle und merkt sich Zeiten der Postings, die am häufigsten geteilt, geliked oder geklickt wurden. 

Anschauungsbeispiel

Da führt kein Weg an Slack vorbei

Die Installation von Yala ist zugegebenermaßen etwas aufwändig. Voraussetzung dafür ist ein Account bei Slack. Slack ist ein Desktop-Messenging-Tool für Menschen, die im Team und oft ortsunabhängig arbeiten und ihre Kommunikation daher über Slack organisieren.

Um Yala nutzen zu können, melde dich also bei Slack mit deiner E-Mail-Adresse an. Die Nutzung von Slack für private Zwecke ist kostenlos. Hast du ein Konto bei Slack eröffnet, kannst du nun Yala "installieren", indem du den Chatbot per Klick in deine Kontaktliste von Slack hinzufügst. Hast du das getan, schreibt dir Yala auch gleich eine Begrüßungsnachricht. 

Planen, posten, analysieren

Yala startet mit dir ein "Gespräch", in dem es dir erklärt, was du tun musst. Als erstes musst du Yala erlauben, auf deine Social-Media-Accounts zugreifen zu können. Bisher kann Yala "nur" Facebook- und Twitterkanäle bespielen. Dann errechnet Yala deine durschnittliche Veröffentlichungsfrequenz – so häufig wird Yala nun auch in Zukunft auf deinen Kanälen posten. 

Nun fängt die eigentliche Arbeit an: Um den perfekten Zeitpunkt für deine Postings zu ermitteln, musst du Yala mit Postings füttern. Denn Yala basiert auf machinellem Lernen. Je mehr Daten Yala zur Verfügung hat, desto präziser und besser werden seine Ergebnisse. Dazu beginnst du direkt im Slack-Messenger deine Posts zu schreiben. Bilder und Videos fügst du per Drag&Drop mit der Maus hinzu, indem du die Dateien in das Chatfenster ziehst. 

Yala nimmt dir die Entscheidung ab

Plane mehrere deiner Posts nun im Chatfenster von Yala. Du kannst bei jedem Post entscheiden, ob du ihn nur auf Twitter oder auch auf Facebook erscheinen lassen möchtest. Yala postet so oder so asynchron - eben dann, wenn der beste Zeitpunkt für Twitter oder Facebook erreicht ist. 

Willst du etwas sofort "raushauen", kannst du deine Inhalte auch direkt teilen. Entscheidest du dich später, auf einen Post zu verzichten, kannst du die "Queue" – all deine geplanten Posts – bearbeiten oder auch löschen. 

Pro

Die Idee ist gut! Zum perfekten Zeitpunkt zu posten – daran sind schon viele gescheitert. Tagtäglich. Umso praktischer, dass es dafür nun eine Lösung zu geben scheint. Die Handhabung mit Yala ist einfach, der Chatbot hilft einem durch den Workflow und das Programm ist schnell verstanden. Wer viel postet, für den kann das Errechnen des perfekten Zeitfensters ziemlich nützlich sein, um die Reichweiten zu steigern. 

Kontra

Nervig ist die Slack-Anbindung. In Zukunft soll es wohl auch die Möglichkeit geben, Yala in den Facebook-Messenger zu integrieren. Hauptkritikpunkt ist jedoch ein anderer: Twitter als auch Facebook gleichzeitig zu bedienen, scheint auf den ersten Blick logisch, auf den zweiten Blick aber unpraktisch. Aus Erfahrung macht es Sinn, gleiche Inhalte für unterschiedliche soziale Netzwerke auch unterschiedlich aufzubereiten. Sind bei Twitter beispielsweise Hashtags fast schon zwingend notwendig, bringen sie bei Facebook wenig. Außerdem: Wer viel für Social Media plant und für mehrere Seiten bzw. Twitterkanäle zuständig ist, für den wirkt das Chatfenster von Slack zu unübersichtlich. 

Fazit & Alternativen

Die Idee von Yala, das Timing der Postings zu optimieren, ist an sich super. Schade ist allerdings, dass Yala nicht allzu sehr auf die Unterschiede von Facebook und Twitter einzugehen scheint. Praktisch wäre auch, wenn Yala unabhängig von einem Slack-Konto funktionieren würde und auch andere Social-Media-Kanäle wie Instagram miteinbeziehen würde. 

Eine etwas übersichtlichere Möglichkeit, um Social-Media-Inhalte zu planen (und auch den Zeitpunkt des Teilens zu optimieren), bietet die Plattform Buffer. Für die Planung von Tweets ist das Programm Tweetdeck hilfreich, allerdings fehlt dort die Möglichkeit, das Timing der Tweets zu verbessern.