VIS

VIS ist ein Programm, das komplizierte Netzwerke von Firmen, Regierungen und Organisationen visualisiert. Es stellt Verbindungen, Beteiligungen und Vermögenstransfers dar und richtet sich an investigativ arbeitende Journalisten. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

VIS ist ein kleines, leicht zu nutzendes, schmuckes Tool, das nicht viel von dir fordert. Leider ist es nicht sehr flexibel und gibt dem Nutzer eine starre Maske vor, wie er seine Daten einzufügen hat.

Erinnerst du dich noch? Panama Papers? Das war das Ding mit den ganzen komplizierten Briefkastenfirmen. Das, bei dem man nie durchgesehen hat, wem was warum gehört. Wäre doch schön gewesen, wenn das mal jemand aufgezeichnet hätte. Grafisch, und mit schön simplen Pfeilen. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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kostenlos
englisch
15 Minuten
30-45 Minuten
JPG, PNG, URL, Embed
Youtube
Homepage


zum Tool

Das ist das Ziel von VIS bzw. Visual Investigative Scenarios. Das Programm will investigativ arbeitenden Journalisten helfen, Verknüpfungen und Verbindungen von Regierungen, Firmen, Anwälten, Konten und kriminellem Organisationen zu visualisieren. Aber auch Journalisten, die beispielsweise die Besitzverflechtungen von Firmen zeigen wollen, können mit dem Programm arbeiten. 

Im Fallbeispiel siehst die Besitzungen der Atlantis Group. Den dazugehörigen Artikel zu der Visualisierung findest du hier

Anschauungsbeispiel

Der Editor

Hast du dich einmal bei VIS angemeldet, gelangst du via "+ new Metro" oder "+ new Geo" in den Editor. In der Geo-Variante liegt deiner Grafik eine Karte zugrunde. Leider hat das Programmm bei mehrfachen Versuchen keine Items gezeigt, sodass wir hier nur die "Metro"-Variante besprechen können. Diese funktioniert hingegen ohne Bugs. Du kannst über das "+"-Smybol in der rechten unteren Ecke neue Items hinzufügen. Zur Auswahl stehen Regierungen, Firmen und andere. Eigene Icons kannst du leider nicht hochladen (sehr schade!). 

Über den "Link"-Button kannst du Verbindungen hinzufügen. Sie werden dann später als (beschriftete) Pfeile dargestellt. Das Prinzip ist relativ simpel. Klicke zuerst auf ein Item, dann auf "Link" und dann auf ein zweites Item. Es öffnet sich dann ein Dialog, in dem du die Beziehung zwischen den Items näher definieren kannst. 

Bugs & Bytes

Leider verlangt das Programm je nach Item-Art zusätzliche Infos, die später bei einem Klick des Users ausgespielt werden. So habe ich versucht die Handelsverträge der G20-Staaten zu visualisieren (s. oben/Darstellung ist nur ein Dummy und nicht vollständig). Etwas, dass das Programm ursprünglich nicht vorsieht. Klickst du nun auf einen Pfeil, erscheinen Zusatzinfos, die nicht ins Bild passen. 

Die Position der Icons kannst du via Drag'n'Drop bestimmen. Alternativ kannnst du auch VIS anweisen, die beste Position selbst zu berechnen. Wie sich Distanz und andere Parameter verhalten, kannst du unter "Global Options" einstellen (s. Bildergalerie / letztes Bild). 

Beachte, dass du am Ende manuell abspeicherst. Denn das Programm macht keine Auto-Saves. Wenn du die Seite verlässt ohne zu speichern, ist alles futsch. Unter dem Reiter "Project" links oben gibt es zudem die Möglichkeit, eines von sieben Themes auszuwählen. Eine manuelle Farbkorrektur oder hochladbare Icons gibt es nicht. Hast du am Ende alles gespeichert und willst deine Grafik exportieren, kannst du das Projekt als statische JPG, PNG oder als interaktiven iFrame-Befehl publizieren. 

Pro

Eigentlich eine schöne, simple Idee: Verflechtungen grafisch darstellen. Mit Icons und Pfeilen. Wenn du es nicht übertreibst, bleiben deine Grafiken übersichtlich. Zudem dauert es nicht lange, bis du ein fertiges Produkt hast. Die Einbettung erfolgt problemlos. Auch die bereitgestellten Themes sehen ganz gut aus. Und kostenlos ist es auch. 

Kontra

Leider ist VIS zu starr. Willst du manche Daten bei Items und Verbindungen nicht eintragen, werden sie später trotzdem ausgespielt. Auch die grafischen Einstellungsoptionen sind spärlich. Eigene Icons sind eigentlich ein Muss. Die Bedienung wiederum ist im Grunde einfach, anfänglich aber kontraintuitiv. Auch das Branding, das nur bei einer Einbettung erscheint, kannst du nur umgehen, wenn du deine Grafik als statische Bildformate ausspielst. Goodbye Interaktivität. 

Fazit & Alternativen

Nun ja. Wenn du wirklich die Panama Papers auf deinem Schreibtisch liegen hast (Glückwunsch, by the way!), investierst du mit Sicherheit in einen echten Grafikdesigner, der dir das alles schöner macht. (Ähm, oder Panama-Paper-Macher? Das wäre doch ne Idee gewesen?!)

coole Beispiele

Wenn du aber nur eine kurze Erklärgrafik haben willst, die visualisiert, wem AirBerlin gehört, wenn dort bald die Lichter ausgehen, dann ist VIS durchaus einen Versuch wert. 

Bisher haben wir noch keine vergleichbaren Programme vorgestellt. Ähnliche (statische) Grafiken kannst du aber sicher auch mit Picktochart und anderen Infochart-Tools basteln.