Silk

In Daten stecken Geschichten. Doch das Zutagefördern ist eine mühselige Aufgabe. Silk bietet eine durchdachte Lösung für das schnelle Visualisieren von Daten.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Silk kann nicht nur riesige Datensätze einlesen, sondern man kann auch innerhalb des Programms verschiedene Darstellungsformen darüberstülpen. Das Programm gibt einem die Möglichkeit, Kompliziertes leicht, schnell und verständlich zu erklären.

Datenjournalismus ist schon seit einigen Jahren eine etablierte Größe. Vor allem die US-Amerikaner sind 'crazy about data'.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kBasic: kostenlos
englisch
30 Minuten
30-60 Minuten
URL, Embed, Twitter, Facebook
Homepage


zum Tool

Deutschland ist dabei noch ein wenig hinten dran. Einige große Zeitungen haben Ressorts geschaffen, andere veröffentlichen hin und wieder große Daten getriebene Storys.

Im Alltag sind Infografiken und Datenvisualisierung jedoch noch viel zu selten. Wer an Daten getriebenen Geschichten interessiert ist, aber kein großes technisches Vorwissen mitbringt, bekommt mit Silk ein simples und schnell erlernbares Tool an die Hand.

Anschauungsbeispiel

Zahlenkarten zaubern

In der oben stehenden Grafik siehst du die prozentualen Frauenanteile der nationalen Parlamente im Jahr 2014 auf einer Weltkarte veranschaulicht. Die Daten entstammen den Datensätzen der Weltbank. Ob du nun einen vorgefertigten Datensatz downloadest oder ihn in zeitaufwendiger Friemelarbeit selbst erstellst - am Ende sollte ein Tabellen- oder CSV-Dokument stehen, das so ähnlich aussieht wie der Datensatz der Weltkarte oben. In diesem sind nun verschiedene Jahrgänge der Datenerhebung versammelt, die zu vergleichen sich lohnen könnte. Um dies zu visualisieren, melde dich bei Silk an.

Du gelangst in eine Übersicht mit den vier Reitern "Dashboard", "Datacards", "Explore" und "Pages", wobei auf Weiteres im Grunde die drei folgenden zusammengefasst werden. Es stehen dir vier Möglichkeiten offen, deine Daten hochzuladen. Entweder fügst du deine Daten per Hand ein, ladest eine Excel-Datei hoch, fügst den Link eines Google Spreadsheets ein oder kopierst den Inhalt eines Tabellendokuments schlicht in ein bereitstehendes Format. Silk lädt deine Daten daraufhin hoch und lässt dich noch einmal Korrekturen vornehmen. Dann stehen dir unter "Datacards" die einzelnen – in diesem Fall Länder – Einträge zur Verfügung.

 

Nach der Datenpflege kommt die Visualisierung

Nun ist die Arbeit fast schon erledigt. Wenn du die Daten visualisieren willst, musst du nur unter den Reiter "Explore" gehen und dort die Art der Veranschaulichung wählen. Die ersten wählbaren Funktionen "Table", "List", "Grid", "Mosaic " und "Group" sind für dich nur interessant, wenn du die Infografiken zusammen mit Übersichten auf einer eigenen Subdomain von Silk veröffentlichen willst. Dann können User über Hyperlinks auf die Daten zugreifen.

Spannender sind die eigentlich Daten aufbereitenden Varianten "Map", "Scatter", "Bars", "Column", "Stack", "Line", "Area", "Donut" und "Pie". Ein Klick und deine Daten werden als Karte, Balken- oder Streudiagramm dargestellt. Hast du de facto mehrere Datensätze – wie in diesem Fall aufgrund verschiedener Jahrgänge – kannst du deren Darstellung an den Achsen noch ein- oder ausstellen. So erhältst du beispielsweise beim Vergleich der Jahrgänge 1997 und 2014 folgendes Diagramm:

Das ist gleich in mehrerer Hinsicht interessant. Es zeigt nicht nur, dass der Anteil der Frauen in Parlamenten seit 1997 mit Ausnahme von nur zwölf Ländern gestiegen oder zumindest gleich geblieben ist (zwei Mal fehlen Angaben), sondern auch, dass zwar Länder mit hohen Frauenanteilen zwar dazu tendieren, auch in der Zukunft höhere Anteile zu haben, dass dies jedoch auch hohen Schwankungen unterliegt. Andorra hat beispielsweise seine Quote auf 50 Prozentpunkte mehr als versiebenfacht, während Deutschland magere zehn Prozentpunkte hinzugewann und damit einen Anstieg auf 40 Prozent verbuchte. Am Weltfrauentag ließe sich daraus sicher eine interessante datenjournalistische Geschichte herleiten.

Hinaus in die Welt

Bist du mit deiner Grafik zufrieden, veröffentlichst du die Infografik mit einem Klick auf den Reiter "Publish this".

Tricks für Pros
Ebenfalls mit im Angebot sind Shortlinks, die direkt zu einer Seite mit deinen Diagrammen führen. Das eröffnet dir witzigerweise eine ungeahnte Möglichkeit, deinem User das Steuer in die Hand zu drücken. Wenn du den Shortlink kopierst und ihn anstelle der Embed-URL einfügst, wird dem User der Datensatz selbst zur Verfügung gestellt und er kann nach Herzenslust mehr oder weniger sinnige Infografiken anzeigen lassen. Um diese formidable Variante zu nutzen, kopierst du den Shortlink. Dann löschst du die URL, die in der Codezeile Drei nach dem Kürzel "src=" zwischen den beiden Anführungszeichen steht.

Dann holst du dir wie gewohnt den Einbettungscode unter dem Reiter Share & Embed. Zeile sechs und sieben schreibt dir unter das eigentliche Diagramm noch eine kleine Bildunterzeile, die du nach Belieben manipulieren oder löschen kannst.

Neben dem Embed-Code wird dir noch die Verbreitung über Facebook, Twitter, LinkedIn und Mail angeboten. Deine Daten sind vor allzu verspielten User geschützt. Das Datenset kann nicht verändert werden. Bis zu 3000 Infografik-Seiten kannst du so kreieren. Dann fällt die Bezahlschranke, mit deren Hilfe auch eine eigene Wunschdomain mit Infografiken bespielt werden kann. Wie viel der Premium-Account kostet, scheint Verhandlungssache zu sein.

 

Pro

Silk ist relativ intuitiv erlernbar und sind erst einmal die Daten eingefügt, ist es ein Leichtes, andere Visualisierungsvarianten über die Daten zu stülpen. Auch das Sharen und Einbetten geht leicht von der Hand, der Trick mit dem manipulierten Einbettungscode macht das Programm sogar wirklich interaktiv.

Kontra

Das Nervigste an Datenjournalismus sind die Daten. Sie müssen gesucht, gefunden, gepflegt und aufbereitet werden. Das kostet Zeit. Dass Silk dies nicht alles auf magische Weise erledigt, ist unerhört – aber erwartbar. Wirklich stören tun an Silk die fehlenden Layout-Optionen. Zwar ist das Design minimalistische gehalten, aber in keiner Weise veränderbar. Dass man anstatt der Google Maps keine anderen Karten einbinden kann, ist ebenfalls betrüblich. Auch hätten wir uns ein paar weitere Visualisierungsoptionen gewünscht. Da geht noch mehr.

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Fazit & Alternativen

Da Silk auch riesige Datensätze einlesen und man innerhalb des Programms verschiedene Darstellungsformen darüberstülpen kann, bietet Silk dir die Möglichkeit, Kompliziertes leicht, schnell und verständlich zu erklären. Silk eignet sich nicht für flächenfokussierte Darstellungen. Willst du den Mietspiegel Berlins auf eine Karte bannen, versagt Silk. Denn Flächen einfärben kann es nicht.

coole Beispiele

Da empfehlen wir besser zu Google Fusion Tables zu greifen. Auch wenn du ausgefallene Visualisierung im Sinn hast, stößt du bei Silk an deine Grenzen. Eine weitere Alternative zu Silk ist Datawrapper.