Sutori

Sutori bietet interaktive, vertikale Zeitleisten, die mit Text, Bilder, Videos und sogar Quizzen angereichert werden können. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Sutori bietet schöne Zeitleisten, die den Leser zur Interaktion einladen. Der Preis und die Beschränkungen bei der Einbettung verderben aber etwas die Lust.

Schon seit Längerem haben wir kein Programm mehr getestet, das Zeitstrahle anbietet. Diese Woche habe ich mir deswegen – nach dem Hinweis eines Lesers – deswegen Sutori angeschaut. 

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Testdatum
Tutorial
Support

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Basic: kostenlos
Pro: 99 $/Jahr
englisch
10 Minuten
1 Stunde
URL, Embed
28.07.2017
Youtube
Help


zum Tool

Das Programm bietet vertikale Zeitstrahle in schlichter Optik an, die sich erfreulicherweise multimedial bestücken und interaktiv machen lassen. 

Ursprünglich war das Programm als Bildungssoftware gedacht und soll Lehrer befähigen, ihren Schülern interaktive Lerninhalte zu erstellen. Nun sind Journalisten keine Lehrer – aber das Prinzip von Wissensvermittlung ist ähnlich, wenn auch weniger hierarchisch. Und so lässt sich Sutori – mit einigen Abstrichen – auch journalistisch einsetzen. 

Das Anschauungsbeispiel kannst du dir in seiner ganzen Pracht nach einem Klick auf das Bild anschauen. 

Anschauungsbeispiel

SutoriSutori

Erste Schritte

Sutori ist dankbar einfach konstruiert. Hast du dir einen Account erstellst, gelangst du in ein Dashboard, wo du neue Zeitleisten anlegen kannst. Wenn du ein neues Projekt erstellst, erscheint vor dir ein Rohbau einer Zeitleiste. Dort kannst du ein Header-Bild als Banner hochladen, einen Titel festlegen und einen Subtitel einfügen. 

Alle Ereignisse lassen sich dann mit einem Klick auf den zentrahlen, vertikalen Strahl positionieren. Aber Achtung: Eine spätere Neupositionierung eines Ereignisses ist nicht möglich. Löschen und Neuerstellen scheint der einzige Weg zu sein. 

Erstellst du via Klick ein neues Event, hast du die Auswahl zwischen neun verschiedenen Möglichkeiten. Du kannst einfache Textkästen einfügen, Bilder, Videos und Audio hochladen und sogar interaktive Quizze und Multiple-Choise-Fragen erstellen. Allerdings solltest du beachten, dass die "Zeitleiste" nicht wirklich Zahlen oder Datumsangaben erlaubt. Wenn du also einen historischen Ablauf beziffern willst, musst du den Umweg über Zwischenüberschriften gehen. Sutori erlaubt nämlich kurze Texte über den Zeitstrahl laufen zu lassen. Statt eines Titels funktioniert dabei natürlich auch eine Jahreszahl. 

Was Satori gut macht

Die bemerkenswerte Stärke des Programms ist der Versuch, den Leser über interaktive Elemente teilhaben zu lassen. Das Erstellen der Quizze ist – wie auch der Rest des WYSIWYG-Editors – denkbar einfach und funktioniert zuverlässig. Ebenfalls schön gelöst, ist das Problem, dass manche Content-Boxen, die üblicherweise rechts und links der Timeline verlaufen, zu klein sein könnten. Hast du Inhalte wie zum Beispiel schöne Bilder, die ihre Wirkung nur in größerer Auflösung entfalten, kannst du die Inhaltsbox bei der Erstellung über einen kleinen Button am unteren Rand maximieren. Statt nun nur eine Hälfte der Timeline einzunehmen, spannt sich deine Box nun über die gesamte Breite. 

Erwähnenswert ist auch, dass Sutori das kollaborierte Arbeiten erlaubt. Du kannst dein Projekt also mit Kollegen teilen und zeitgleich am selben Zeitverlauf arbeiten – ganz ähnlich wie bei Google-Drive-Sheets. Hast du deine Timeline am Ende fertig, bietet dir Sutori einen Button, über den du URL und Einbettungscode bekommst. Fertig. 

Was nicht so schön ist

Bish hierhin hat Sutori alles zufriedenstellend gelöst. Einzig das eingebettete Ergebnis bereitet nun ein paar Probleme. Denn wenn du bisher die kostenlose Basis-Version genutzt hast, bekommt die Zeitleiste beim Einbetten nicht nur das Bannerbild oben eingefügt, sondern darunter auch ein Branding, Navigationsleiste mit Sharebutton und ein "View on sutori.com"-Button. Das ist nicht wirklich schön. 

Auf Nachfrage schreibt Sutori, dass diese Elemente in der Pro-Version wegeditiert werden können. Es handelt sich dabei also um eine ökonomisch durchaus verständliche Maßnahme, um User zum Premium-Zugang zu überreden. Der ist mit 99 Euro pro Jahr aber schon im unteren Mittelfeld angesiedelt. Für ein einfaches Produkt wie eine Zeitleiste ist das ordentlich. 

Daneben gibt es auch noch die Möglichkeit, einzelne Timeline-Projekte auf Premium zu schalten. 399 US-$ soll das kosten. Für den alltäglichen, journalistischen Gebrauch viel zu viel. Zumindest erlaubt Sutori das Erstellen von unendlich vielen Zeitstrahlen, eine Begrenzung gibt es nicht. Nicht vergessen werden sollte allerdings auch: Alle Inhalte und die Style-Sheets der Timeline liegen am Ende auf den Sutori-Servern. Fallen die eines Tages aus oder werden abgeschaltet, sind alle Zeitleisten weg. Eine Selbst-Hosting-Lösung gibt es nicht. 

Pro

Sutori hat einige Argumente auf seiner Seite: intuitive Bedienung, eine stabile Software und interaktive Elemente. Auch das Einbinden von multimedialen Inhalten funktioniert reibungslos. Sind die Inhalte bereits vorhanden, dauert das Erstellen der Projekte nicht sonderlich lang. Wettbewerber wie TimelineJS, die den Umweg über ein Google Spreadsheet gehen, sind da weit komplizierter. 

Kontra

Für mich schon fast ein Ausschlusskriterium ist aber das starke Branding und die Nav-Leiste bei eingebetteten Zeitleisten. Der Preis für eine White-Label-Lösung ist mir viel zu teuer. Auch das Design der Timelines ließe sich durchaus individueller gestalten. Da bietet Sutori so gut wie gar keine Möglichkeit der Variation. Außerdem tritt bei mir im Opera-Browser bei eingebetteten Timelines ein Bug auf, der die Höhe des Zeitstrahls sukzessiv ins Unendliche wachsen lässt. Suboptimal. 

Fazit & Alternativen

Summa summarum ein mittelprächtiges Tool. Sutori bietet eine patente Lösung des Zeitstrahlproblems, baut am Ende aber einige Fallstricke ein, um sich zu refinanzieren. Das ist nicht verwerflich, macht es für Journalisten aber weniger attraktiv. 

coole Beispiele

Andere Zeitstrahlprogramme sind beispielsweise das gute alte Timeline JS von der Knightlab Foundation. Das das Programm Timemapper kommt aus dem Haus, bietet aber neben der Zeitleiste noch eine Karte. 

Timeline wiederum ist ein sehr schlichtes Template von Codyhouse, das du dir zurechtprogrammieren kannst. Wirklich empfehlen kann ich dir aber Line: ein Tool türkischer Entwickler, das mit multimedialen Timelines arbeitet. Suchst du eine etwas andere Form von Zeitleiste, könntest du dir auch noch Timeline Storyteller ansehen.