Storybuilder

Webreportagen-Tools gibt es wie Sand am Meer. Doch viele scheitern an der Einbettung von unterschiedlichen Drittanbietern. Die Ausnahme bildet Storybuilder, ein Programm für Fortgeschrittene.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Storybuilder hat zwar nur ein mageres Design, aber punktet durch seine Drittanbieterfreundlichkeit. Zudem kann jede Einstellung durch ein wenig Html und CSS angepasst werden. Alleine deshalb sollte man es mal ausprobieren.

Georgien ist nicht gerade für seine vitale Tech-Szene bekannnt. Umso überraschender waren wir, über Storybuilder zu stolpern, das eine Organisation namens JumpStart programmiert hat.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
30 Minuten
1-2 Stunden
URL, Embed, Twitter, Facebook
Feedback


zum Tool

Dabei handelt es sich um eine NGO, die OpenSource-Technologie für Journalisten und andere Publizierende zur Verfügung stellt. Storybuilder ist in seinem Design zuweilen etwas spröde. Bezaubernd sind jedoch die Möglichkeiten externe Dienste einzubetten. Und ein kleines Audiofeature. Aber höre selbst:

Anschauungsbeispiel

Unendliche Möglichkeiten

Vielleicht hast du es bereits bemerkt. Neben den üblichen einbettbaren Bildern und Videos kommt Storybuilder auch mit anderen – eher ungewöhnlichen Drittanbietern zurecht. Neben Tweets und Facebook-Posts sind es vor allem Zeitleisten (Timeline JS, TimeMapper, SnapMap und StoryMap JS) und Riddle-Quizze, Infografiken, Line-Timelines, interaktive Videos oder 360°-Panoramas.

Zudem bietet Storybuilder ein interessantes Audio-Gimmick. So kann man hinter Bildern oder Texten eine Audiodatei abspielen – wie im Anschauungsbeispiel hinter der Fußball-Bildergalerie zu sehen. So können Atmos, Zitate hinter Porträts oder andere Klänge mit dem Inhalt sinnvoll verknüpft werden.

Die erste Webreportage mit Storybuilder erstellen

Um eine eigene Webreportage zu erstellen, meldest du dich bei Storybuilder an und klickst auf "Build Story". Auf der linken Seite erstellst du nun "Sections", die entweder Texte, Bilder, Galerien oder Container für einbettbare Medien enthalten. Dabei ist zu beachten, dass Letzterer nur wenige Drittanbieter erlaubt. Allerdings hat der Textanbieter einen Button für HTML-Codes. Hier kann jeder Einbettungscode eines anderen Programms eingefügt werden.

Bei unseren Versuchen konnte der HTML-Editor alle fremden iFrame-Codes lesen. Deine Drittmedien sind also keine Grenzen gesetzt. Nachdem alle Medien eingefügt, beschriftet und der Grundtext eingefügt sind, kann die Webreportage veröffentlicht werden. Sie steht dann auf der Domain von Storybuilder zur Verfügung und kann über Twitter und Facebook verbreitet werden. Auch ein Einbettungscode wird mitgeliefert, sodass die Reportage in die eigene Seite eingebaut werden kann.

Du hast dich angemeldet? Dann gib deiner Reportage einen Namen und eine Wunsch-Domain-Endung und los geht's! Storybuilder-Geschichten setzten sich aus Sections zusammen, die Items beinhalten, die der eigentliche Content sind. Hier ist "Part 1" die Section, "Thinglink" das Item. In den Items kannst du je nach Typ Bilder hochladen, Texte einfügen oder Drittanbieter über Embed-Codes in deine Reportage ziehen.

Um neue Sections und Items zu erstellen, klicke die beiden blauen Buttons. Rot steht für löschen und die Pfeile ordnen die Reihenfolge der Sections. Um Drittanbieter zu nutzen, erstelle ein Text-Item und öffne den HTML-Editor (roter Kasten) und kopiere den Einbettungscode hinein. Hast du deine Story publiziert, kannst du sie über unterschiedliche Wege im Netz verteilen.

Technische Hürden

So weit, so einfach. Problematisch ist Storybuilder leider in einer Hinsicht. Das Design ist spröde bis unangenehm retro.

Tricks für Pros
Einen kleinen Trick wollen wir zudem noch verraten. Der Einbettungscode erstellt auf der eigenen Seite eine Art Vorschau, auf die der User erst klicken muss, damit die Webreportage lädt. Ersetzt man die (Einbettungs-)URL im Einbettungscode durch die tatsächliche Domainadresse der Webreportage (s. Bildergalerie), umgeht man diesen Schritt. Die Webreportage erscheint sofort. Das ist das Fenster, das sich nach dem Publizieren öffnet. Der Einbettungscode befindet sich im grau gefärbten Bereich. Kopiere nun den Permalink, der direkt zu der Storybuilder-Domain führt und füge ihn anstelle der URL im Einbettungs-Code ein. Dann kopiere den gesamten Code und paste ihn an die Stelle deiner Webseite, wo die Reportage erscheinen soll.

Das Dashboard beim Erstellen der Geschichten versprüht den Charme von Windows 98. Darüber könnte man noch hinwegsehen, würde das Endprodukt, das der User sieht, eine Hochglanz-Story sein. Leider bietet Storybuilder keine (!) Möglichkeit, Farben, Design geschweige denn Schriftarten zu ändern. Das ist mehr als ärgerlich.

Nicht jeder ist ein Freund der Standardschriften. Auf der To-Do-Liste der Entwickler findet sich zwar das Ziel, dies zu ändern und dem Reportagen-Bauer mehr Freiheiten an die Hand zu geben ... aber leider unter dem Punkt "Long Term Tasks". Für Nicht-Programmierer heißt es also Warten.

Wer jedoch CSS beherrscht, sei darauf hingewiesen, dass die Felder für die Texteingaben HTML und auch Inline-CSS lesen können. Wer also zumindest die grundlegenden Befehle kennt oder sie sich zusammengoogelt, kann das Design von Storybuilder bis ins kleinste Detail seinen Wünschen anpassen. Doch das ist mühsam.

Pro

Audio-Feature und die extreme Freundlichkeit zu externen Programmen suchen in der Szene ihresgleichen. Weder Immersive noch Atavist können hier mithalten. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, da du deine Webreportage aus den verschiedensten Programmen zusammenstückeln kannst und kaum Beschränkungen unterliegen.

Kontra

Störend ist die nicht ganz intuitive Navigation im Dashboard, die man aber nach der ersten Webreportage dann doch erlernt hat. Wirklich ins Gewicht fällt aber die angesprochene Design-Problematik. Selbst wer CSS beherrscht, wird wenig Lust verspüren, ständig Befehle für Schriftart, -größe und -zeilenabstand in die Tastatur zu hacken. Auch für eine NGO, die keine kommerziellen Ziele mit dem Programm zu verfolgen scheint, sollte ein Schreibeditor mit auswählbaren Schriften Standard sein.

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Fazit & Alternativen

Storybuilder hält mit seiner Drittanbieterfreundlichkeit ein Alleinstellungsmerkmal unter den Tools da draußen. In Deutschland kennt es so gut wie niemand.

coole Beispiele

Falls dir Storybuilder zu kompliziert sein sollte, kannst du beispielsweise auf Atavist oder Linius zurückgreifen.