Statpedia

Statpedia ist ein freies Programm, mit dem du sehr schnell, sehr schöne Infografiken erstellen und stark individualisieren kannst. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Statpedia ist ziemlich gut. Es ist sehr leicht zu bedienen und führt zu schnellen Ergebnissen. Die Charts sind gut designt und können stark individualisiert werden. Schwächen zeigt es lediglich bei der Varianz der Schriftarten.

Nachdem ich vor gut einem Monat das Infografiken-Programm Google Chart vorgestellt habe, habe ich mich gefragt, ob es nicht eine einfachere, günstigere und schnellere Methode gibt. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart

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kostenlos
englisch
15 Minuten
10 Minuten
URL, Embed, PNG, JPEG, PDF SVG


zum Tool

Google Chart ist zwar sehr gut individualisierbar. Allerdings verlangt es von seinem Benutzer mindestens Basiswissen in Javascript. Das haben nicht viele Journalisten. 

Deswegen habe ich gesucht und ein Programm gefunden, das ähnlich gute Ergebnisse produziert, dabei viele Einstellungsoptionen bietet und dir nicht so viel abverlangt. Das Programm heißt Statpedia.

Statpedia-Infografiken reagieren nicht nur auf ein Hovern der Maus. Du kannst sogar Datenreihen für die bessere Übersicht an- und ausschalten, indem du sie in der Legende anklickst. Schau, wie unbedeutend "Sonstige erneuerbare" Energieträger im Vergleich sind. Und wie groß ihr Wachstum, wenn du alle anderen Energiearten ausschaltest. 

Anschauungsbeispiel

Anmeldung & Dateneingabe

Melde dich als erstes bei Statpedia an und klicke auf "Create Stat". Bevor du beginnst, deine eigenen Daten zu veranschaulichen, empfehle ich einen Blick auf die Erzeugnisse anderer User. Über das prominent platzierte Suchfenster kannst du thematisch verwandte Infografiken finden. 

Hast du dich satt gesehen, lenke deinen Blick auf drei Reiter ein Stück unter der Suchleiste. Hier findest du die Begriffe "Data", "Styling" und "Text". Das Feld im "Data"-Reiter ist interaktiv. Hier gibst du deine Daten ein. Als ich versucht habe, die Daten für alle 3.100 US-amerikanischen Countys (s. unten) gleichzeitig hineinzukopieren, ist mir der Browser abgeschmiert. Ansonsten hatte ich jedoch keine Probleme. 

Dann solltest du dich entscheiden, welche Darstellungsform du haben willst. Statpedia erlaubt dir sieben verschiedene Formen, deine Daten zu visualisieren. Neben den üblichen Torten- und Balkendiagrammen gibt es auch Streu-Charts und Karten. 

Stylisch Stylen

Neben der sehr detaillierten County-Darstellung für die USA gibt es auch vorbereitete Karten für zum Beispiel französische Departments oder deutsche Bundesländer. Da kann man nicht meckern. Nutzt du diese Funktion, erschein ein neuer Reiter "Map Codes", wo du die dazugehörigen Regionen-ID nachschauen kannst. 

Dann geht es ans Layouten. Und das hat Statpedia sehr überzeugend gelöst. Ganz ohne Code und trotzdem sehr detailliert kannst du Aspekte deiner Chart unter dem Reiter "Style" individualisieren. Einzig zwei Dinge haben mir dabei gefehlt: Erstens lässt sich die Schriftart nicht ändern. Zweitens zeigt die Chart – fährt der User mit der Maus über die Grafik – Dreiecke, Kreise und Vierecke an den Datenpunkten der Linien an. Das mag ich nicht, konnte es jedoch nicht ausstellen. 

Unter dem Reiter "Text" kannst du schließlich noch deine Achsen beschriften und Quellen hinzufügen.

Ausgespielt und Eingebettet

Bist du mit deiner Chart zufrieden, publiziere sie. Du kannst aber auch später noch Änderungen einpflegen. 

Tricks für Pros
Erhöhst du die Breite deiner Infografik im Einbettungsbefehl via width="100%", erscheinen ab einer bestimmten Pixelbreite Kreise, Dreiecke und Vierecke bei den Datenpunkten der Verlaufschart. Das sieht nicht schön aus. Definiere also eine Max-Width oder skaliere von Vorneherein auf eine geringere Breite. 750 Pixel sind z.B. problemlos möglich.

Deine Infografik liegt nun unter einem Link bereit. Du kannst sie aber natürlich auch via iFrame in deine Webseite einbetten. Ebenfalls möglich ist es, dass du sie dir als statische Bilddatei herunterlädst. Zur Auswahl stehen dir die Formate JPEG, PNG, PDF und SVG. Wenn du die Infografik auf deiner Seite einbettest, erscheint oben rechts ein Hamburger-Navigations-Icon. Klicken User darauf, können sie sich deine Infografik herunterladen oder sich den Einbettungscode holen, um deine Grafik selbst weiter zu publizieren. Das ist nichts, was nicht auch bei anderen Programmen möglich wäre. Statpedia macht es Usern hierbei aber bewusst einfach. 

Der Grund dürfte schlicht sein, dass sich die Macher der Idee des offenen Internets verbunden fühlen und das Weiterverwenden von Inhalten fördern wollen. 

Pro

Statpedia ist kein Virtual-Reality-Programm, das dich mit visuellen Effekten vom Hocker reißt. Aber es ist ein grundsolides, sehr leicht zu bedienendes, gut designtes Programm. Mir gefällt es wirklich gut. Es macht keine Zicken, besitzt nur ein kleines, unauffälliges Branding unten rechts und kostet nichts. 

Kontra

Wenn du dir die Infografiken anderer User anschaust, wird dir nach einer Weile auffallen, dass sich trotz diverser Einstellungsoptionen die Layouts ähneln. Ein entscheidender Punkt sind die stets gleichen Schriften. Da wäre mehr Variabilität wünschenswert gewesen. 

Fazit & Alternativen

Statpedia hat ein paar kleine Schwächen. Im Großen und Ganzen ist es aber ein ziemlich gutes Tool. Da zeigen sich andere Programme weit störrischer. Und auch Google Charts muss sich wegen seiner hohen Anfangshürden hinten anstellen. 

coole Beispiele

Zum Thema Infografiken hatten wir schon einige Programm ausprobiert. Silk ist ein einsteigerfreundliches Tool, Charted was für zwischendurch. amChart solltest du dir anschauen, wenn du es auf komplizierte, ausgefeilte Grafiken abgesehen hast. Das Programm bietet mit amChart Maps übrigens ebenso wie Statpedia eine Karten-Variante an. 

Andere Programme, die – mit sehr unterschiedlichen Ansätzen – ein Karten-Tool bieten, sind: Carto, Mapjam, Timescape, Mapbox, Odyssey, StoryMaps JS und Timemapper