Sparemin Headliner

Sparemin Headliner verwandelt für dich Audios in Videos. So kannst du deine Podcasts erfolgreicher in den sozialen Netzwerken unter die Leute bringen. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

SpareMin Headliner ist ein cooles Tool, das viel Arbeit abnehmen kann und Podcasts gut verpackt auf Facebook loslässt. Größtes Manko ist aber die Spracherkennung. Die erkennt nur Englisch und produziert aus deutschen Audios Murks. Automatische Untertitel und Bildvorschläge sind entsprechend unbrauchbar.

2018 soll ja bekanntlich ganz im Zeichen von Podcasts und Audios stehen. Viele große Medien investieren derzeit in den Aufbau neuer Formate. Auf Spotify kämpfen sich Podcasts langsam aus der Nische heraus und erreichen mittlerweile Millionen von Hörern. Bei Zeit Online startete im September der tägliche "Was jetzt?"-Podcast, Meedia und Welt kooperieren mit der hörbaren "Medien-Woche". 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Testdatum
Support

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kostenlos
englisch
10 Minuten
20 Minuten
MP4
05.01.2018
FAQ


zum Tool

Ob solche Formate erfolgreich sein werden, hängt jedoch wie immer von den Hörern ab. In den sozialen Netzwerken sind Audios aber nach wie vor ein Randphänomen. Sie werden nicht prominent platziert, schlecht präsentiert und relativ wenig geklickt. Video ist noch immer Content-King. 

Damit Podcasts trotzdem reichweitenstark bei Social Media ausgespielt werden, gehen viele den Weg über Video. Heißt: Audios werden in Videos umgewandelt und mit mehr oder weniger guten, statischen Bildern ausgeschmückt. So lässt sich der Facebook-Algorithmus austricksen. 

Schon vor einiger Zeit hat Daniela Audiogram vorgestellt, eine Open-Source-Lösung vom New York Public Radio. Das Programm war ein ziemlich gutes Tool für webaffine Radio-Journalisten, musste allerdings via Console von Github installiert werden. Ziemlich kompliziert und "alles andere als intuitiv", wie Daniela damals fand. Mittlerweile gibt es die Software auch weitaus bedienungsfreundlicher als Weblösung. Und genau das schauen wir uns heute an: Spareman Headliner heißt das Tool. 

Anschauungsbeispiel

Der Video-Editor und die miese Spracherkennung

Melde dich bei Sparemin Headliner an. Dann gelangst du in ein Dashboard, wo du neue Projekte erstellen kannst. Nach einem Klick, fragt dich das Programm, ob du eher ein horizontales, ein quadratisches oder ein vertikales Video haben willst. Horizontal ist gut für Instagram und Snapchat Stories, quadratisch für Facebook, Twitter und Instagram, vertikal für Youtube. Dann musst du deine Audio-Datei hochladen. 

Als nächstes öffnet sich ein Video-Editor mit der üblichen Timeline im unteren Bildschirmbereich. Darüber ist der Monitor, links verschriftlicht das Programm dir die Audio-Datei in Form von Untertiteln. Was eigentlich super nützlich ist, funktioniert leider bisher nur auf englisch. Die Transkription eines deutschen Videos kannst du getrost in die Tonne kloppen. Willst du Untertitel über das Video legen, musst du den Text eintippen. 

Anhand von Keywords in den Untertiteln schlägt dir die Software Bilder vor, die du als Illustration deiner Audio nutzen kannst. Allerdings hängt die Güte der Vorschläge von der Spracherkennung ab. Bei deutscher Sprache sind die Bilder völlig random. Glücklicherweise kannst du eigene Bilder hinzufügen. 

Audio-to-Video

Willst du ein neues Bild über deine Audio-Spur legen, klicke auf die Timeline. Es erscheinen infolge kleine Plus-Symbole. Klickst du auf das Plus in der Bilder-Spur, wird dein Bild eingefügt. Diese Bilder kannst du frei nutzen. Die Macher schreiben dazu in den FAQ: "We are using Google and Bing to source images that have been marked for reuse with modification." 

Mit Klicks auf die anderen Plus-Symbole lassen sich andere Audios laden oder Zitate über die Bilder legen. Besonders wenn du auf Untertitel verzichtest, ist es ratsam, deinem User Input mit wichtigen Zitaten zu bieten. Achte auf den Reiter "Custom": Dort kannst du das Schrift-Layout stark individualisieren. 

Ist dein Audio-Video fertig gebastelt, musst du es exportieren. Du kannst kurze Intro- und Outro-Clips hinzufügen, dein Branding über das Video legen und die Video-Größe einstellen. Die größte Variante ist 3840x2160 Pixel. Statt es lokal abzuspeichern, fordert Sparemin Headliner eine Mailadresse von dir. Nach ein paar Minuten bekommst du eine Mail mit Link. Dort findest du dein fertiges Audio-Video zum Download. 

Pro

Sparemin Headliner ist für Journalisten ausgelegt. Das merkt man schnell. Das Editieren geht zackig von der Hand. Typische Journalisten-Dinge wie Branding, Format-Fragen und Untertitel sind extra simpel und trotzdem umfänglich vorhanden. Der Upload und Export funktionieren schnell und zuverlässig. Außerdem ist das Program kostenlos – with greetings from New York. 

Kontra

Zu Meckern gibt es eine große und ein paar kleine Sachen. Vor allem die English-only-Spracherkennung ist schwach. So musst du alle Untertitel selbst tippen und die Bilderauswahl ist anfänglich erst mal nur Müll. Schön wäre es auch, wenn sich die Macher den Umweg über die Mail-Adresse gespart hätten. Warum nicht gleich direkt downloaden? 

Fazit & Alternativen

Sparemin Headliner ist ein nützliches Programm für Podcast-Redakteure. Es bietet tatsächlich Mehrwert, kostet nichts und ist relativ leicht zu bedienen. Außerdem ist es extra auf die Bedürfnisse von Journalisten zugeschnitten. 

coole Beispiele

Wie bereits erwähnt haben wir schon vor einer Weile Audiogram vorgestellt, das der technische Vorläufer von Sparemin ist. Als Open-Source-Tool lässt sich Audiogram mit einfachen Programmierkenntnissen an die eigenen Bedürfnisse anpassen und erweitern. Farben oder Schriften können so verändert, Bilder ausgetauscht oder ganz eigene Vorlagen programmiert werden. Allerdings ist die Installation kompliziert und auch die Bedienung ist bei Sparemin Headliner intuitiver.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die kostenlose Plattform TapeWrite. Im Gegensatz zu Audiogram und Sparemin Headliner wirkt TapeWrite eher wie eine Audioslide-Show. In einer Art Audio-Timeline kannst du dort bestimmte Bereiche mit einem Marker versehen und beispielsweise Texte oder ein Bild hinzufügen. Das ist für den User visuell schön aufbereitet, aber weniger für Social Media optimiert.