SoundCite

Das freie Programm SoundCite unterlegt Texte mit Audios. Vor allem Online- und im Netz veröffentlichende Radio-Journalisten können von der Verknüpfung zwischen Ton und Schrift profitieren. Näher kann man ein besonderes Zitat oder ein einzigartiges Geräusch nicht an den Leser bringen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

SoundCite ist ein tolles Programm, das sich mit wenig Aufwand einsetzen lässt. Es bietet sich für O-Ton-reiche Stücke an und hilft den ursprünglichen Klang einer Stimme, einer Atmosphäre oder eines Musikstücks in den Text zu transportieren. Ein Geheimtipp!

Der Unterschied zwischen Wörter und Worten ist klein, aber fein: Die einen schreibt man. Die anderen spricht man.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
10 Minuten
10 Minuten
URL, Embed
Tutorial


zum Tool

SoundCite ist ein Programm, dass hilft, diesen Graben einzuebnen. Als ich vor kurzem eine Geschichte über Südafrika schrieb, nahm ich eine Unterhaltung auf Afrikaans auf, der Sprache der Buren. Dabei wurde mir bewusst, wie ähnlich die Kapsprache dem Deutschen ist. Doch diese Ähnlichkeit zu beschreiben fiel mir schwer. Viel schöner wäre es, sie schlicht zu zeigen und dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein akustisches Bild zu machen. Am Ende unterlegte ich das deutsche Zitat durch SoundCite mit einer Audiodatei, sodass der Leser sich auf Wunsch selbst anhören konnte, was meine Protagonistin auf Afrikaans gesagt hatte.

(Kann bei Firefox manchmal nicht korrekt dargestellt werden.)

Anschauungsbeispiel

Still hatte er auf dem Rücken gelegen, um zu denken und zu träumen ...

Schritt für Schritt

SoundCite kommt aus der Ideenschmiede der Knight Lab Foundation und ist ähnlich wie Timeline JS, TimeMapper JS, StoryMaps JS und Juxtapose JS frei und kostenlos nutzbar. Um es zu benutzen, brauchst du nur die Audiodatei, die du unter deinen Text legen willst. Du kannst diese entweder auf Soundcloud hochladen oder als MP3 auf ihrem Server ablegen. Öffne danach die SoundCite-Webseite und füge die URL des Soundcloud-Posts oder deines selbst gehosteten Audio-Datei in die entsprechende Stelle ein.

Kopiere den Link hinein. Hast du deine Audio-Datei nicht ohnehin schon zurechtgeschnitten, kannst du jetzt noch einmal nachträglich am Start- und Endpunkt herumspielen. Viel wichtiger ist aber das Feld Link text. Hier musst du den Text einfügen, der am Ende über der Audiodatei liegen soll. Beschränke dich hier auf kurze Abschnitte. Sonst zerschießt es dir im Nachhinein das Format. Aber dazu später mehr.

Clip kreieren

Klicke schließlich auf "Create clip". Es erscheint ein neuer Kasten mit einigen Zeilen HTML-Code. Ergreife nun nicht die Flucht. Du musst jetzt nicht deine Programmierfähigkeiten beweisen, sondern diese Textzeilen schlicht an die Stelle kopieren, wo du das Text-Audio-Stück gerne hättest.

Hast du dies getan, musst du nur noch die Codezeilen kopieren, die ein wenig weiter unten auf der SoundCite-Seite stehen, und diese ganz oben auf Ihrer Seite einfügen. Diese Zeilen verknüpfen dein Text-Audio-Stück mit einem sogenannten CSS-File, der deinem System sagt, wie es das fremdartige Text-Audio-Gemisch darstellen soll.

Egal wie viele SoundCite-Audio-Stücke du auf deiner Seite einfügst, diese Codezeilen musst du nur einmal oben in Ihrem Post stehen haben. Es gilt für alle SoundCite-Clips.

Schlicht, einfach und beschränkt

SoundCite ist ein einfaches Programm. Sein Design ist minimalistisch. Sein Layout responsive. Und obwohl die Idee im Grunde simpel ist, ist das daraus entstandene Tool grandios. Leider, leider hat der Entwickler es dabei belassen. Denn SoundCite bietet keine Einstellungsmöglichkeiten. Weder im Layout, noch in der Abspielweise. Der Fortschrittbalken, der beim Abspielen erscheint, behandelt den Text über der Audio-Datei wie eine Box und springt nicht in der Zeile.

Auf Anfrage sagte einer der beiden Entwickler, der Grund nicht in der Zeile zu springen, sei gewesen, SoundCite responsive zu halten. Gemeint ist, dass der eingefügte SoundCite-Button sich nur so der Größe des Browsers anpassen könne und folglich auf Smartphones und Tablets korrekt dargestellt werde.

Das ist nicht überzeugend und könnte technisch sicher gelöst werden. Allerdings handelt es sich bei der Knight Lab Foundation um eine gemeinnützige Organisation. Die Entwickler verdienen kein Geld damit. Wir wollen uns deswegen nicht beklagen. Einen Abzug bei der Bewertung gibt es aber leider doch.

Pro

SoundCite ist einfach zu handhaben. Es ist innovativ. Es kommt schlicht daher und fügt sich geräuschlos in die meisten Designs fremder Webseiten ein. Ich benutze es zuweilen dafür, am Anfang einer Reportage einen SoundCite-Button einzubinden, der mit einer (sehr langen) Hintergrund-Atmosphäre verbunden ist (Text: "Atmosphäre einschalten"). So fühlt sich der Leser viel mehr vor Ort, wenn er liest.

Kontra

SoundCite hat ein sehr neutrales Layout. Dass muss es auch. Denn Verändern kann der User so gut wie nichts. Und sobald der Text zu lang wird, versagt die Fortschrittsbalkenfunktion. Das ist ärgerlich, denn dieses Tool hat eigentlich viel Potenzial. Konkurrenten, die es besser machen, sind uns nicht bekannt.

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Fazit & Alternativen

SoundCite ist ein kleines, schlankes Programm. es funktioniert ausgezeichnet und tut was es soll. Auch wenn es sich nicht für längere Audio- bzw. Textstücke eignet, ist es einen Versuch wert.

coole Beispiele

Hinzu kommt seine Ersatzlosigkeit. Denn Programme, die ähnliches vermögen, sind uns nicht bekannt.