Readymag

Readymag ist ein ausgereiftes, bildlastiges Online-Reportagen-Programm. Sein Design im Stil von Hochglanzmagazinen und slideartiges Blättern machen es der Konkurrenz à la Storyform weit überlegen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Readymag ist ein anspruchsvolles, layoutintensives Programm, das mit etwas Übung Großartiges leisten kann. Es erfordert Zeit zum Einlernen und Produzieren – und viel Liebe zum Detail. Nichts für zwischendurch.

Ach, was war Storyform zuletzt für eine Enttäuschung. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen. Es musste doch ein Programm geben, dass magazinartiges Erzählen im Netz möglich macht?!

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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Basic: kostenlos
Pro: ab 9 US-$/Monat
englisch
1 Stunden
1-2 Stunden
URL, Embed, Twitter, Facebook
Video-Tutorials


zum Tool

Und tatsächlich! Nach einigem Suchen sind wir auf den Geheimtip Readymag gestoßen. Ein Programm von New Yorkern und Moskauern Digital Entrepreneurs und Codierern.

Und so sehr man vielleicht an der Bedienung herumkriteln mag, es ist ein Genuss Web-Magazine mit dem Programm zu erstellen. Selten sah das Endergebnis so edel aus, wie Readymag es schon innerhalb einer halben Stunde erschafft.

Anders als Konkurrenzmodelle wie Atavist, Storybuilder oder RacontrStoryform wollen wir da gar nicht erwähnen – handelt es sich eigentlich nicht um ein Scrollytelling. Readymag setzt auf vertikale Slides oder horizontales Blättern.

Anschauungsbeispiel

Slide für Slide

Hast du dich bei Readymag erst einmal angemeldet, begrüßt ein minimalistischer Editor. Hier werden nacheinander die einzelnen Slides bearbeitet, egal, ob du dich am Ende für eine horizontale oder vertikale Version entschiedest. Als Starthilfe stehen einige Templates zur Verfügung, die kopiert und auch verändert werden können. Wer will, kann jedoch auch von einer Tabula rasa starten.

Stilbildend bei Readymag sind die Kombinationen aus Hintergrundbildern und vorgelagerten Textboxen, die den magazin-artigen Charakter prägen. Bilder können zudem mit Effekten verunstaltet werden oder gleich durch Video ersetzt werden, das im Hintergrund abläuft. Ebenfalls eingebettet werden können die üblichen Verdächtigen: Videos, Audios, Bildergalerien, Slide-Shows und Social Media-Beiträge von Twitter und Facebook sind möglich. Zudem wird standardmäßig Google Maps unterstützt und verlinkbare Buttons angeboten.

Ebenfalls im Angebot ist ein Html-Editor, sodass die iframe-Codes von Drittanbietern problemlos in Readymag integriert werden können. So soll es sein!

Der Texteditor: ein schwieriger Fall

Kritisch gestaltet sich der Texteditor. Auf der einen Seite ist er voll funktionstüchtig und erlaubt im Grunde alles, was man will. Andererseits ist die Steuerung unüblich. Erst bei einem Klick ins Textfenster öffnet sich eine vertikale Leiste, die über nicht ganz eindeutige Buttons zu den nötigen Funktionen führt. Nach einiger Übung geht das Arbeiten mit dem Editor schneller von der Hand. Bessere Umsetzungen haben wir aber durchaus schon gesehen.

Unkompliziert ist hingegen die Anordnung der einzelnen Grafik-Elemente. Im simplen Drag'n'Drop-Verfahren lassen sich Bilder, Textboxen und Videos hin und her schieben. Das ist simpel und gut.

Ist eine Slide beendet, enmpfiehlt es sich, diese zu kopieren und als Grundlage für die nächste zu nehmen, um nicht erneut alle Feineinstellung bei Schriftgröße, -farbe oder -art vornehmen zu müssen.

Responsivität gibt es nicht umsonst

Sind die Slides fertig bearbeitet, sollten sie auf ihre Responsivität überprüft werden. Heißt: ob sie auch auf kleinen Displays gut aussehen. Das rechnet Readymag leider nicht automatisch um. So musst du neben der Standardeinstellung die Slides noch für Tablet und Smartphone optimieren. Das ist ärgerlich, geht dann aber doch überraschend schnell von der Hand. Zumeist geht es nur darum, Textboxen ein wenig schmaler zu ziehen. Anders als bei Storyform handelt es sich dabei nicht um eine Herkulesaufgabe.

Tricks für Pros
Wirklich nutzerfreundlich ist die Möglichkeit, einmal erstellte Templates zu speichern und als Vorlage für spätere Projekte zu sichern. Wer öfters mit Readymag arbeiten will, wird diese Funktion lieben. Denn das Fein-Tuning bei Schriftgröße, -farbe und -art nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Zudem kann so ein einheitlicher Look verschiedener Publikationen sichergestellt werden.

Sind alle Slide bearbeitet, solltest du sie dir im Preview-Modus anschauen, da der Editor das Endergebnis nicht immer eins zu eins darstellt. Dann verlangt das Programm nur noch einen Klick auf "Publish" und deine Geschichte ist online. Empfehlenswert ist es, noch Titel, URL und eine Beschreibung des Projektes hinzuzufügen, damit Google und deine Leser den Beitrag auch finden.

Verteilt werden kann der Artikel dann über soziale Netzwerke oder Mail bzw. über einen Embed-Code in eine Webseite eingefügt werden. Gerade dieser ist übrigens vorzüglich programmiert.

Die eingebettete Geschichte sieht nicht nur gut aus, ist responsiv und kann über Pfeile per Maus vor und zurück gesteuert werden – sie ist auch klick-reaktiv. Klickst du oder einer deiner Leser auf das eingebettete Fenster maximiert sich die Ansicht. So wird der Leser schneller in die größte Ansicht gezogen. Gute Idee mit guter Umsetzung!

Pro

Readymag ist ausgereift. Das merkt man. Es läuft stabil, sieht schnell sehr edel aus und bietet einer breiten Palette von Drittanbietern Platz. In manchen Funktionen – wie dem Erstellen von mehrspaltigen Texten – lehnt es sich an bewährte Lösungen anderer Programme an (in diesem Fall Indesign). Das ist gut, denn nicht immer muss das Rad neu erfunden werden. Ebenfalls zu begrüßen ist die Möglichkeit, Template zu speichern und später wiederzuverwenden. Das spart Zeit und schafft grafische Kontinuität.

Kontra

Readymag ist etwas für Liebhaber. Es kostet Zeit bei der Einarbeitung und der Erstellung der Web-Magazine. Für einen schnellen Einsatz am Newsdesk ist es denkbar ungeeignet und scheidet damit wohl für manche Journalisten aus. Der Text-Editor wiederum ist wohl in dem Versuch entstanden, die Klickwege kurz zu halten und die Schaltflächen zu reduzieren. Ein guter Ansatz. Eine schlechte Durchführung. Der Editor ist nicht gerade ein Beispiel an Intuitivität.

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Fazit & Alternativen

Readymag ist ein tolles Programm. Anders als Atavist und andere typische Webreportagen-Programme ist es nicht wirklich dafür ausgelegt, lange Text-Reportagen zu layouten. Seine Stärke liegt im bildfokussierten Erzählen im hochwertigen Magazin-Look. Und das schafft es mit Bravour.

coole Beispiele

Das einzige Programm, das wir bisher vorgestellt haben, dass ähnlich magazinig daherkommt ist Storyform. Empfehlen können wir dies aber beileibe nicht.

Programme wie Atavist, Storybuilder, StoryMap, Racontr oder Linius setzen andere Schwerpunkte. Eine wirkliche Alternative zu Readymag ist uns nicht bekannt.