Scrivener

Informationen liegen herum wie Sand am Meer - doch als Autor steht man oft vor der Herausforderung, sie sinnvoll zu bündeln. Die Software Scrivener hilft dabei, Informationen zu sammeln und Dokumente zu strukturieren - für den Romanautoren gleichermaßen wie für den Radiojournalisten.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Scrivener ist für eine gehetzte Reporterin für mich Zeitverschwendung. Für journalistische Zwecke wie Fernsehskripte oder Radioskripte reichen simplere Programme, für den alteingesessenen Romanschreiber mag die Anschaffung mehr Sinn machen.

Die Entwickler der Software Scrivener beabsichtigen mit ihrer Software vor allem eines: Sie wollen es für den Autoren so einfach und übersichtlich wie möglich machen, Texte zu sortieren, schreiben, organisieren, strukturieren und zu exportieren.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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Demo: 30 Tage / Pro: 40 $
englisch
1 Stunde
1 Stunde
PDF
Video-Tutorial


zum Tool

Das Programm richtet sich dabei an eine Bandbreite an Berufstätigen: Egal ob es sich um einen Romanautoren handelt, der sein 500-seitiges Werk vollenden möchte, einen Radiojournalisten, der ein Radioscript nach Vorbild der BBC anfertigen will, oder einen Fernsehjournalisten, der sein Skript für seinen Film schreibt.

Vorschau

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Wir erstellen ein Fernsehskript

Für das Testen des Programms möchten wir ein Fernsehskript anlegen. Für Fernsehjournalisten gilt das Skript als wichtigste Grundlage des Films. Struktur hat hier höchste Priorität. Auf engstem Raum müssen hier alle Informationen, die in den Film untergebracht werden sollen, gebündelt werden.

Anders als bei einem Online-Artikel gibt es beim Film mehrere Ebenen zu bedenken: Was zeige ich (Einstellung, Motiv, Perspektive), wann zeige ich es (genauer Timecode) und welche Informationen will ich im Sprechertext unterbringen (Text)? Wahlweise muss man noch eine vierte Ebene mitbedenken: Musik und Ton. Doch der Einfachheit halber verzichten wir in unserem Beispiel darauf.

Mit Vorlagen arbeiten

Lade dazu zunächst auf der Webseite der Entwicklerfirma Literature and Latte die Software herunter. Wähle zwischen einer Windows- oder einer Mac-Version. Für 30 Tage kannst du das Programm kostenlos in seiner Gänze nutzen, danach musst du 49 US-Dollar hinblättern, wenn du das Programm weiterhin nutzen willst.

Nachdem du das Programm installiert hast, wählst du aus den zahlreichen Vorlagen die aus, die du benötigst. Für unser Fernsehskript gehen wir auf "Scriptwriting" und wählen "Documentary Script" aus. Die Vorlage basiert nach Angaben der Entwickler auf "natural history documentary channels", kann also nicht allzu schlecht sein. Eine einfache Tabelle mit drei Spalten liefert die Basis des Dokuments: Eine Spalte für die Bildbeschreibung, eine für den Timecode und eine dritte für den Sprechertext.

Fülle dein Dokument auf

Wenn du mit Scrivener arbeitest, kommst du an dem "Binder", dem Ordner, nicht vorbei. Darin sammelst du alle Dokumente, die du für das Anfertigen deines Skripts benötigst: Artikel, Ihre Texte, PDFs oder andere Dokumente. Auch das Skript selbst wird dort abgelegt. Nun kannst du loslegen: Vervollständige dein Skript. Neue Szenen kannst du über "Project", dann über "New From Template" und dann "Scene" hinzufügen. Falls du einfach nur eine weitere Reihe brauchst, betätige am Ende der letzten Spalte deines Dokuments die Tab-Taste, dann fügt dir das Programm automatisch eine weitere Reihe hinzu.

Schön und gut, aber könntet das nicht auch alles in Word oder einem anderen Schreibprogramm machen? Eine Tabelle kannst du dort auch im Handumdrehen erstellen. Was Scrivener allerdings von anderen Schreibprogrammen unterscheidet, ist seine simple, aber effektive Funktion, mit mehreren Dateien gleichzeitig zu arbeiten und darstellen zu lassen. So behältst du den Überblick und müsst nicht, wie bei Word, zwischen den Dokumenten hin- und herspringen.

Spiele dein Skript aus

Klickst du in Scrivener beispielsweise auf "Layout", dann auf "Split Horizontally" bzw. "Split Vertically". Dein Bildschirm teilt sich in zwei Hälften, nun kannst du gleichzeitig mehrere Dokumente öffnen.

Hast du beispielsweise Artikel in PDF-Form gespeichert, die für dein Skript relevant sind, kannst du diese per Drag & Drop in den Reiter "Research" innerhalb deines Binders schieben. Wenn du dann auf die Split-Ansicht gewechselt hast, kannst so gleichzeitig den Artikel lesen und an deinem Skript weiterarbeiten, ohne ein weiteres Fernster öffnen zu müssen.

Sobald du fertig bist, klickst du auf "File" und dann "Compile" und wählst aus den zahlreichen Exportmöglichkeiten die für dich optimalste aus. Du kannst dein Dokument nicht nur als PDF-Datei oder Word-Datei exportieren. Scrivener bietet auch an, deine Datei direkt als .epub (gängiges E-Book-Format) oder .mobi-Datei (Kindle eBook-Format) auszuspielen. Das lässt sicher das ein oder andere Romanautorenherz höher schlagen.

Pro

Praktisch ist die Funktion, mehrere Dateien gleichzeitig offen zu haben, ohne den Überblick zu verlieren. Schön ist auch die Vielfalt an Formatvorlagen. Auch die zahlreichen Exportmöglichkeiten und das einfache Anlegen neuer Szenen oder Kapitel sprechen für das Programm.

Kontra

Was fehlt, ist die Möglichkeit, auch Links einzubetten oder bestimmte Textpassagen aus dem Internet mit in das Projekt einzubeziehen. Bisher scheint es nur möglich, physische Dateien dem Research-Reiter wie Word-Dokumente oder PDF-Dateien hinzuzufügen. Eine Funktion, die auch Online-Content zuließe, wäre traumhaft.

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Fazit & Alternativen

Scrivener eignet sich nicht für Autoren, die keine Zeit haben und ohnehin nicht viel strukturieren müssen. Für Online-Autoren oder Fernsehjournalisten lohnt die Anschaffung deshalb vermutlich kaum. Dazu ist der Mehrwert zu gering.