Piqd

Piqd ist eine Webseite, deren Macher Experten damit beauftragen, dir die Netzfundstücke des Tages in Form von Linkempfehlungen zu liefern. Somit stößt du auf Quellen, auf die du sonst nicht gekommen wärst.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Mit Piqd zu arbeiten macht Spaß. Die Fundstücke sind gut gewählt, allerdings könnte das Themenspektrum noch etwas breiter sein.

"Deine Experten. Deine Themen."

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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Basic: kostenlos
Pro: 3 Euro
deutsch
5 Minuten
5 Minuten
URL, Embed
Homepage


zum Tool

So lautet der Slogan von Piqd - einer Webseite, deren "Piqer", selbst ausgewiesene Experten, das Internet nach ihren Expertengebieten durchforsten und dann ihre Linkempfehlung auf Piqd veröffentlichen.

Gegründet wurde Piqd von Ex-Krautreporter Frederik Fischer, Marcus von Jordan (Journalisten-Netzwerks Torial) und Konrad Schwingenstein von der "August-Schwingenstein-Stiftung", gleichzeitig Hauptinvestor des Startups.

Anschauungsbeispiel

Handverlesene Fundstücke

Das Prozedere ist einfach: Erst per E-Mail anmelden und dann aus momentan 14 Themengebieten diejenigen auswählen, die dich interessieren. Darunter finden sich "Feminismus", "Flucht und Vertreibung", "Games", aber auch inhaltlich eher exotische Kanäle wie "Literarischer Journalismus" oder "Münchener Stadtleben".

In Zukunft bekommst du dann kostenlos die "Piqs" des Tages gebündelt per Mail oder kannst sie auch direkt auf der Webseite abrufen. Die insgesamt 73 Experten dürfen pro Tag höchsten einen Link empfehlen. Piqd legt dabei großen Wert auf die Beurteilung der Experten: Ein kurzer Text zum Link soll erläutern, warum der Experte gerade diesen Link für dich ausgesucht hat. Willst du mehr über den jeweiligen Experten erfahren, fährst du mit der Maus über sein Profilbild, dann erhälst du eine Kurzinfo.

Die Perlen im Netz

Die "Fundstücke" stammen dabei von den unterschiedlichsten Onlinemedien: Große nationale deutsche Medien sind ebenso vertreten wie regionale Medien, Videoplattformen wie YouTube oder internationale Medien wie die Washington Post. Aber auch unbekanntere Webseiten finden hier ihren Platz.

Falls du drei Euro im Monat übrig hast, kannst du zum Premium-Account wechseln. Hier kannst du die Piqs der Experten kommentieren, selbst Linkvorschläge einbringen und bestimmen, ob du einen Link für relevant (grüner Pfeil nach oben) oder irrelevant hältst (roter Pfeil nach unten).

Pro

Piqd hält, was es verspricht: Es sucht dir Netzfundstücke deines Interesses, nicht mehr und nicht weniger. Das Design der Webseite und des Newsletters wirkt klar strukturiert und auf Anhieb verständlich. Praktisch ist auch die Bewertungsfunktion: Wenn ich sehe, dass viele andere Leser den Artikel auch für relevant halten, lohnt es sich vielleicht umso mehr, den Link zu öffnen. Das spart Zeit. Und nicht zuletzt: Selten wird man von den ausgewählten Fundstücken enttäuscht. Interessant ist dabei auch, dass viele Piqder den Blick über den Tellerrand der nationalen Onlinemedien wagen und relativ viele internationale Quellen auswählen. Übrigens soll jeden Monat ein weiteres Themengebiet hinzukommen. Piqd lässt dabei die Community darüber abstimmen. Diese transparente und demokratische Arbeitsweise macht Piqd auf jeden Fall zu einem sympatischen Startup. Daumen hoch!

 

Kontra

Die Bewertungsfunktion eines Piqs ist zwar praktisch, aber könnte noch ausgeweitet werden, denn die Einteilung in "relevant" und "nicht relevant" ist etwas schlicht. Praktisch wären weitere Orientierungshilfen wie "der Artikel hat meine Sichtweise verändert", "hat mich zum Lachen gebracht" (Buzzfeed lässt grüßen!). Schön wäre auch, wenn das Verhältnis von Männern und Frauen innerhalb des Expertenkreises noch ausgeglichener wäre. Zur Zeit sind laut Mitgründer Frederik Fischer 60 Prozent der Experten Männer und 40 Prozent Frauen, allerdings piqden Männer offenbar öfter als Frauen, sodass ein verzerrter Eindruck entstehe. Fraglich ist auch, ob die Ausspielung als Newsletter die beste Art der Verbreitung ist, da E-Mails doch schnell im Alltag untergehen. Auch eine Verknüpfung mit anderen Apps bzw. Onlinediensten wie Pocket, dessen Service beim Archivieren und Speichern von Links hilft, wäre toll. Eine solche Anbindung ist laut Frederik Fischer bereits in Planung.

Bleiwüsten abonnieren:

Fazit & Alternativen

Das muss man den Gründern von Piqd lassen - eine kuratierende Webseite in dieser "menschlichen" Form scheint es meines Wissens noch nicht zu geben. Während viele Webseiten vor allem auf Machine Learning und somit Algorithmen setzen, die automatisch errechnen, was den Nutzer interessieren könnte, prescht Piqd in die entgegengesetzte Richtung und setzt auf handerlesene Fundstücke. Ausgang: ungewiss. Auf jeden Fall ein gewagter und interessanter Ansatz. 

coole Beispiele

Interessant ist auch die Auswahl der Experten von Piqd. Teilweise finden sich darunter bekanntere Netzexperten wie Dirk von Gehlen oder Anke Domscheidt-Berg, aber auch viele "No Names". Ob diese Kombination funktionieren wird, bleibt offen. 

Dennoch: Die Idee, Inhalte aus dem Netz zu kuratieren, ist alles andere als neu. Zu den bekanntesten Diensten zählen wahrscheinlich DiggScoop.it!Curata und Trap!t