oTranscribe

Das Open-Source-Tool oTranscribe erlaubt es dir, direkt im Browser deine Interviews zu transkribieren, ohne zwischen verschiedenen Fenstern hin- und herspringen zu müssen. Das ist praktisch und spart viel Zeit. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Manchmal gibt es sie, die Perlen. Einfache Tools, die nichts kosten, aber eine relativ simple Lösung für ein bestimmtes Problem anbieten. Genau das ist der Fall mit oTranscribe. Das Open-Source-Tool kommt unscheinbar daher, ist aber unglaublich nützlich. Auf Dauer lassen sich so sicher einige Stunden nervige Transkriptionszeiten sparen.

Unter uns: Ich will gar nicht so genau wissen, wie viele Stunden ich in meinem Berufsleben schon mit dem Abtippen von Interview-Transkripten verbracht habe. Viel zu viele. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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kostenlos
22 Sprachen
5 Minuten
je nach Interviewlänge
.txt, .md, Export nach Google Drive
Youtube
Help


zum Tool

Doch als Videojounalistin sind für mich Transkripte meiner geführten Interviews essentiell. Denn die O-Töne meiner Protagonisten dienen als Gerüst für meinen gesamten Beitrag. Deshalb stecke ich jedes Mal aufs Neue so viel Energie (und leider auch viel Zeit) hinein. 

Das Open-Source Tool oTranscribe kommt da wie gerufen. Es unterstützt insgesamt 22 Sprachen.  Mit ihm lassen sich Interviews schneller und umkomplizierter transkribieren, denn es bietet dir einen Editor, der extra für das Transkribieren ausgelegt ist. Die Nutzung des Dienstes ist zudem kostenlos. 

Anschauungsbeispiel

testtest

Alles in einem Browserfenster

Wer schon einmal transkibiert hat, steht wie ich oft vor folgendem Dilemma: Das Interview als Video- oder Audiodatei wird in einem Programm abgespielt, während man versucht, den Text gleichzeitig in einem anderen Fenster abzutippen. Das führt auf einem Laptop-Bildschirm schnell mal zu Platzmangel und das Hin- und Herschalten nervt. Schlimmer noch: Ständig muss man mit dem Curser wieder an die Stelle zurück zum letzten Wort, das man noch gehört hat. 

oTranscribe bündelt alles auf einem Bildschirm. Im Fokus steht ein spartanischer Texteditor. Rechts oben bzw. oben in der Mitte wird die jeweilige Datei mit dem Interview abgespielt. Du kannst sowohl eine Audiodatei (unterstützt werden je nach Browser die Formate WAV, MP3, OGG, WEBM) als auch eine Videodatei hochladen (unterstützt wird MP4, OGG, WEBM) – oder auch einen YouTube-Link zum Video angeben. 

Shortcuts, die Zeit sparen

Wird deine Datei oben im Browser angezeigt, kannst du mit deinem Transkript beginnen. Die wichtigste Taste ist "ESC", damit startest und stoppst du die Wiedergabe. Hältst du an und spielst danach die Datei wieder ab, springt die Wiedergabe etwa zwei Sekunden zurück, so dass du genug Zeit hast, den Satz zu Ende zu schreiben. 

Per Shortcut kannst du auch vor- und zurückspulen. Redet dein Interviewpartner zu schnell oder zu langsam, kannst du sein Tempo per Tastenkombination auch verändern. Willst du Wörter oder Sätze in deinem Text markieren und fett markieren, gibt es auch dafür Shortcuts. 

Zeitmarken bestimmen

Wer wie ich fürs Fernsehen arbeitet: Ein Transkript ohne Timecodes ist kein wahres Transkript! Sie sind wichtig, damit der Cutter genau weiß, an welcher Stelle er schneiden muss. Auch dafür ist bei oTranscribe gesorgt: Mit der Tastenkombination CTRL+J (Mac: CMD+J) gibt dir das Programm den genauen Timecode der Stelle an, die gerade wiedergegeben wird. 

Tricks für Pros
Manchmal dauert es lange, ein Videointerview als Videodatei zu exportieren, um es dann bei oTranscribe hochzuladen. Ich rate dir: Verzichte auf das Bild und exportiere dein Video als MP3. Für das Abtippen des Transkriptes reicht auch eine Audiodatei. Und mit der Zeitmarkenfunktion kommst du auch in der Audiodatei an deine Timecodes.

Sobald dein Text fertig ist, kannst du ihn exportieren, entweder als Markdown (MD), als Textdatei (TXT) oder in ein eigenes oTranscode-Format. Wenn du willst, kannst du dein Transkript auch nach Google Drive exportieren lassen und dort weiterbearbeiten. 

Übrigens: Liegen deine Audiodateien nicht in denen von oTranscribe unterstützem Format vor, verweisen die Entwickler auf diesen kostenlosen Online Audio Converter. Dort kannst du deine Audiodatei in das passende Format umwandeln. 

Gut für die Nerven: oTranscribe legt von all deinen Transkript-Projekten eine "History" an. Dort werden deine Texte zwischengespeichert. Per Klick kannst du sie wiederherstellen und weiter mit ihnen arbeiten. 

Pro

oTranscribe ist superleicht zu bedienen und seine Funktionen erschließen sich von selbst. Es kostet nichts und wird als Open-Source-Tool ständig weiterentwickelt. Extrem praktisch ist die Zeitmarken-Funktion und die Möglichkeit, die Wiedergabegeschwindigkeit zu beeinflussen. 

Kontra

Es gibt nicht wirklich viel zu klagen. oTranscribe konzentriert sich auf ein konkretes Problem und bietet dafür eine einfache, aber sehr nützliche Lösung an. Nur tippen, das muss man leider noch selbst. Deshalb an dieser Stelle kein Kontra, sondern ein Wunsch an die Weiterentwickler von oTranscribe: Wie viel Zeit sich sparen ließe, wenn oTranscribe Wörter selbst erkennen und Texte automatisch transkribieren könnte... 

Fazit & Alternativen

oTranscribe ist ein Trüffel im Wald der digitalen Tools. Nicht jeder wird es brauchen, aber die Journalisten, die sich wie ich beinah täglich mit Transkripten abmühen, werden es lieben. 

Kennst du noch ein anderes Tool, dass beim Transkribieren hilft? Vielleicht sogar eines, das Spracherkennung integriert hat und das Tippen für einen erledigt? Dann melde dich bei uns, für freuen uns über jeden Tipp!