Odyssey

Odyssey  ist ein Open-Source-Programm, mit dem du Geschichten auf Karten erzählen kannst. Slides springen von einem Marker zum nächsten, bebilderte Begleittexte erzählen Hintergründe zu den verschiedenen Stationen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Odyssey ist ein Programm, das ähnlich funktioniert wie StoryMaps – nur ist es nicht so leicht zu bedienen. Sein Layout ist eher spröde, auf kleinen Bildschirmen stößt das Programm an seine Grenzen. Und das Basteln funktioniert nur in veralteten Browsern. Nicht sehr überzeugend!

Odyssey steht schon lange auf meinem Zettel. Es ähnelt in der Erzählstruktur dem grandiosen StoryMaps und könnte mit seiner offenen Programmierung vielleicht Einstellungsoptionen bieten, die der Konkurrent nicht hat – so die Hoffnung.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
45 Minuten
2 Stunden
URL, Embed
Tutorial


zum Tool

Das Prinzip ist einfach: Auf einer Karte sind Marker gesetzt, zu denen du via Slider springst. Eine Begleitbox bietet dann Zusatzmaterial wie Text oder Bilder an. So kannst du vor allem Geschichten erzählen, die eine chronologische Struktur haben.

Die Navigation bleibt dabei linear und zieht den User tiefer in die Karte herein, als ein simple mit Pins übersähte Fläche es könnte. Zusatzmedien wie Videos und Audios sollten dann deine Geschichte multimedial aufpolieren.

Nun, "sollten".

Anschauungsbeispiel

"Slides", "Scroll" und "Torque"

Wie in diesem Beispiel der New York Daily News zu sehen ist, kann die Verknüpfung von Karte, Text, Slider und Bildern durchaus klappen – zumindest auf größeren Displays. Wenden wir uns also am Anfang erst einmal den Dingen zu, die funktionieren.

Am Anfang stehen dir bei Odyssey drei verschiedene Erzählarten zur Verfügung: "Slides", "Scroll" und "Torque". "Slides" entspricht der oben eingebetteten Erzählform. "Scroll" ist ein Scrollytelling mit einer Karte als Header. Ein Beispiel für diese Form ist "The Voyage of the HMS Beagle".  Die wahrscheinlich beste, aber komplexeste Art ist "Torque", die Animationen abspielen kann. Das Odyssey-Projekt "#Wimbeldon 2014" zeigt geo-getaggte Tweets, in denen die beiden Spieler Novak Djokovic und Roger Federer im Laufe des Finales erwähnt werden.

Hast du dich für eine der drei Varianten hier entschieden, gelangst du direkt in den Editor. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Editor – not so easy

Wir entscheiden uns in dieser Anleitung für die "Slides"-Variante. Links siehst du in diesem Fall Karte und Text-Tafel, rechts ist die Editorbox, wo du Marker über Koordinaten, Texte und Bilder hinzufügen kannst. Am leichtesten ist das Erstellen neuer Slides, indem du das Kreuz in der Mitte deines Browsers zu dem entsprechenden Ort navigierst und dann über "Add" einen Marker hinzufügst. Das manuelle Schreiben von Markern über Koordinaten hat bei mir schlecht bis gar nicht funktioniert.

Setzt du eine Raute "#", werden die nachfolgenden Worte als Titel der linken Texttafel übernommen. Text, der nach der Markerposition geschrieben wird, wandert als Begleittext nach links. Möchtest du ein Bild hinzufügen, gib den Befehl "![] (www.URL-des-Bildes.jpg)" ein. Ob – und wenn wie – du Videos oder andere Medien einfügen kannst, habe ich leider nicht herausfinden können. Alles Herumexperimentieren führte zu keinem Ergebnis.

Einbetten und Hosten

Hast du deine Slides gebastelt, kannst du deine Karte über einen Einbettungscode bzw. eine URL verbreiten. Zudem bietet dir Odyssey an, dein Projekt herunter zu laden und selbst zu hosten. Zumindest theoretisch ist das toll – bei meinem Test hat leider nicht funktioniert. Dafür lädt der iFrame-Befehl wunderbar und auch die URL der eigens angelegten Webseite erfüllt alle Ansprüche.

Allerdings gibt es noch ein unangesprochenes Problem: Das Basteln der Karte funktioniert nicht in den aktuellen Versionen von Chrome, Firefox, Opera, Vivaldi und Opera – zumindest bei meinem Versuch. Einzig eine ältere Version von Safari hat bei mir die Karte geladen, sodass Marker und Text-Karten erstellt werden konnten. Und das ist eigentlich ein Ausschlusskriterium für dieses Programm: Zwar wird die finale Karte in allen Browser dargestellt, wenn sie fertig ist. Wenn das Basteln aber bereits veraltete Technologie verlangt, ist das jenseits von "ausreichend".

Pro

Nun, gut ist das Erzählprinzip. Slides und Karte zusammen können Geschichten gut aufbereiten. Auch das Design ist durchaus präsentabel, wenn auch nicht State of the Art. Zudem ist das Programm kostenlos.

Kontra

Nicht gefallen hat mir die geringe Anzahl einbettbarer Medien. Wer 2016 nicht mal ein Video dazuladen kann, hat den Anschluss verpasst. Der Editor ist unnötig kompliziert, die Buggs in aktuellen Browserversionen und die unlesbare mobile Version eigentlich schon ein No-Go. Und – auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist – die wechselnde Position der Sliderpfeile ärgert mich. So kann sich der Leser nicht barrierefrei durch die Geschichte klicken. Nach jeder Slide befindet sich das "Weiter"-Symbol an einer anderen Stelle.

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Fazit & Alternativen

Lass die Finger von Odyssey. Es gibt bessere. Wirklich empfehlen kann ich StoryMaps von der Northwestern University und der Knightlab Foundation. Ein großartiges Tool, das nur wenige Wünsche offen lässt.

coole Beispiele

Auch Storymapper aus dem selben Haus ist eine Empfehlung wert. Wenn du wenig Zeit hast und einen Instagram-Account betreibst, könnte dich vielleicht Snapmap interessieren. Soll dein Projekt vor allem Pins auf wunderschönen Karten beinhalten, möchte ich dir Mapbox ans Herz legen. Ähnlich stark wie Storymaps – aber mit einer anderen Form von Storytelling. Weniger gut, dafür aber schneller ist Mapjam.