Maps4News

Gastautorin: Sonja Kaute

Maps4News ist ein kostenpflichtiges und flexibles Tool, mit dem du in wenigen Schritten Karten für Print und Online erstellen kannst. Die Optik lässt sich bei Bedarf sehr individuell anpassen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Die Karten von Maps4News sind hübsch und flexibel anpassbar. Eine Karte kann für ein Printprodukt und gleichzeitig interaktiv für Online produziert werden. Das Tool ist einfach zu bedienen. Allerdings kommt die Bedienbarkeit an manchen Stellen nicht ganz ausgereift daher. Am ehesten geeignet ist Maps4News für Redaktionen.

Kanalneutrales Produzieren ist eines der Themen, auf das Verlage und Redaktionen heute viel Wert legen. Möchte man redaktionelle Beiträge mit einer Karte anreichern, arbeiten in vielen Redaktionen immer noch zwei Menschen mit zwei Programmen an zwei unterschiedlichen Karten – einer für Print und einer für Online. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Testdatum
Tutorial
Support

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abhängig von Redaktionsgröße
Deutsch, teils Englisch
30 Minuten
ab 10 Minuten
JPG, PDF, PNG, EPS, BMP, TIFF, SVG, Web
26.05.2017
Webinar nach Registrierung
Help


zum Tool

Mit Maps4News ist das nicht mehr nötig. Die erstellten Karten können in verschiedenen Formaten generiert und dann bei Bedarf zum Beispiel in Illustrator für den Druck weiterbearbeitet oder für Online mit interaktiven Elementen erweitert werden. Gleichzeitig ist es möglich, die Karten schon in den Grundeinstellungen entsprechend der eigenen Corporate Identity zu erstellen – oder jeweils an die Print- und Online-Optik anzupassen. 

Die Daten für die Karten stammen von Digital Globe und Open Street Map. Die Karten können in allen Produkten nach Belieben frei verwendet werden (siehe Publishing Policy).

Anschauungsbeispiel

KaolinoKaolino

Der Editor: verständlich, übersichtlich und meistens funktional

Je nach Zweck und Inhalt der Karte, kannst du zwischen verschiedenen Kartentypen und Layouts wählen. Die Zoomstufen gehen hoch bis auf Welt- und runter bis auf Straßenebene. Der Editor ist auf den ersten Blick übersichtlich gestaltet. Die Arbeitsschritte sind ganz links zu finden. Rechts daneben ist die Spalte, in der die Bearbeitung stattfindet. Rechts ist eine große Vorschau der Karte zu sehen. Leider entspricht diese Vorschau nicht dem WYSIWYG-Prinzip. Zum Beispiel werden interaktiv eingebettete Bilder nicht angezeigt und die Größe der Karte entspricht nicht immer dem Endergebnis. Außerdem wird die Karte bei vielen Elementen schnell unübersichtlich, wenn sie nicht eindeutig benannt sind.

Möchtest du eines der Elemente ausblenden, kann es etwas dauern, herauszufinden, welches Element du in der Übersicht bearbeiten musst. Bei komplexen Karten kann die Einzelbearbeitung dann viel Zeit kosten. 

Die Editor-Funktionen

Um deine Karte zu bereichern, kannnst Strecken wie Rad- und Wandertouren hochladen und dann nach Belieben bearbeiten oder erweitern. Dafür kannst folgende Dateiformate importieren: GPX, CSV und GPS. Künftig sollen auch KML-Dateien funktionieren. Bis dahin musst du dich mit einem Umrechner wie GPS-Visualizer.com behelfen, was kein großer Umstand ist.

Zur Bebilderung stehen diverse Icons zur Auswahl, die wie eine eigene kleine Suchmaschine funktionieren. Beispiel: Klickst du in einer Karte von Hamburg das Zug-Symbol an und gibst im kleinen Suchfenster „Bahn“ ein, wird eine Auswahl der Bahnhöfe in Hamburg angezeigt (siehe Bildergalerie). Wählst du einen davon aus, wird das Zug-Symbol automatisch auf die richtige Adresse in der Karte gesetzt. Top!

Neben Icons und Textboxen kannst du auch Polygone, Routen und Flächen einzeichnen. Textboxen sind dynamisch und passen sich an die Wortlänge an. Es gibt allerdings eine manchmal nicht sehr praktische Zeichenbegrenzung. Elemente wie Bilder können per Drag'n'Drop eingefügt werden. Auch multimediale Elemente wie Videos lassen sich implementieren. Die Karten sind dauerhaft editierbar und funktionieren auch mobil.

Woran es hakt

Um tatsächlich zu sehen, wie die Karte am Ende aussieht, musst du die Karte publizieren. Im Bearbeitungsmodus ist die Vorschau leider nur bedingt zuverlässig. Zudem dauert das Generieren der Karte recht lange. Möchtest du die Karte online einbetten, kannst du den Embed-Code nutzen. Die Handhabung ist aber etwas umständlich und die Vorschau zeigt auch keine Interaktivitäten. Für eine in der Karte liegende Legende sind die Textboxen zu klein (Zeichenbegrenzung).

Tricks für Pros
Ein Sammelkonto für eine ganze Redaktion ist möglich, wird aber von Maps4News aus zwei Gründen nicht empfohlen: Erstens kann der Support dann weniger gut zuordnen, wer Ansprechpartner für die Karte ist. Zweitens können technische Probleme auftreten, wenn mehrere Leute gleichzeitig Karten bearbeiten.

Weiterhin stört, dass nicht mehrere GPX-Dateien gleichzeitig importiert werden können – wie zum Beispiel verschiedene Radwanderwege einer Region. Sie müssen einzelnd importiert werden. 

Willst du Textboxen an eine andere Stelle verschieben, ohne dass der dazugehörige Marker verschoben wird, verhält sich das Element zuweilen suboptimal. Manchmal führt die Linie zwischen Box und Punkt auf der Karte umständlich um die Textbox herum. Besser – weil optisch schöner – ist es dann, eine neue Textbox anzulegen.

Dem Nutzer kannst du außerdem nicht anbieten, einzelne Datenebenen ein- oder ausschalten, wie es zum Beispiel bei Carto möglich ist. Dort ließen sich zum Beispiel Fahrradwege ausblenden, wenn der User nur Wanderstrecken auf der Karte sehen will. 

Ebenfalls ärgerlich: Wird eine Karte editiert und neu generiert, ändert sich der Embed-Code. Die bereits eingebettete Karte aktualisiert sich also nicht automatisch.

Ausblick: Locator Maps

Die Online-Karten von Maps4News werden weiterentwickelt und mit neuen Funktionen ausgestattet. Neu sind die sogenannten Locator Maps: Responsive Vektor-Karten, die kleine Karten innerhalb größerer Karten zeigen (zum Beispiel stark vergrößerte Städte in Landkreisen). Sie sind obendrein noch flexibler editierbar: In Locator Maps kannst du jeden einzelnen Datenpunkt ausschalten und so auf einer Karte, die einen großen Bereich zeigt, unwichtige Elemente ausblenden.

Dadurch lassen sich optisch sehr aufgeräumte Karten erstellen. Geplant ist laut Dirk Galda, Maps4News-Mitarbeiter in Dortmund, dass man bis zur anstehenden Bundestagswahl auch Wahlkreise und die dazugehörigen Wahlergebnisse in einer Karte zusammenführen kann.

Pro

Das wohl größte Plus ist die Zeitersparnis, da sich die Karten on- und offline verwenden lassen. Die Anpassung an das eigene Design tut dem Wiedererkennungswert gut und man kann sicher sein, eine Karte im eigenen Stil zu bekommen. Die Karten sehen gut aus und die Bedienung ist meistens einfach und übersichtlich. Der Support war während der Testphase zuverlässig.

Kontra

An manchen Stellen ist der Editor unübersichtlich oder die Bedienung umständlich. Schade ist, dass die Vorschau nicht nach dem WYSIWYG-Prinzip funktioniert. Generell wäre noch ein wenig Feinarbeit wünschenswert.

Fazit & Alternativen

Maps4News ist ein sinnvolles Tool für Redaktionen, die an das eigene Design angepasste Karten für Print und Online erstellen wollen. Was das angeht, können Alternativen wie Google Maps oder Carto nicht mithalten.

coole Beispiele

Wenn Maps4News noch etwas Feinarbeit nachreicht und die Karten weiterentwickelt, wird es auch in Sachen Funktionalität bei gleichzeitig einfacher Bedienung schwer für die Konkurrenz.

Weitere Karten-Tools, die bisher auf Bleiwüsten getestet wurden, sind zum Beispiel StoryMaps, das seinen Nutzern allerdings viel abverlangt und nichts für Einsteiger ist.

Für Newbies empfiehlt sich Maphub, mit dem sich in wenigen Schritten anschauliche Karten erstellen lassen. Weitere Alternativen sind TimeMapper und MapMe, das auch Videos einbetten kann. Tripline erlaubt es wiederum Reiseverläufe auf Karten darzustellen. Ein weiteres Kartenprogramm, ist MapBox, mit dem sich ganze Geschichten in Pop-up-Fenstern verstecken lassen.