Mapme

Mapme ist ein Programm, das einen Feed aus Cards mit Pins auf einer Karte kombiniert. Videos und Bildergalerien können in den Feed integriert werden. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Mapme ist ein Tool, das schöne interaktive Erzählformate verspricht – auch wenn die Idee nicht ganz neu ist. Der deftige Preis und die strickte Paywall sind jedoch nicht so schön anzusehen.

Es ist nun schon etwa ein Jahr her, da habe ich für diesen Blog das Karten-Slider-Tool StoryMaps JS getestet und war damals voll des Lobes. In der Zwischenzeit gab es noch einige Programme auf Bleiwüsten, die sich an ein ähnliches Konzept gewagt haben. Wirklich zufrieden war ich jedoch mit keinem. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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Pro: 25 $ bis 165 $ / pro Monat
englisch
15 Minuten
1 Stunde
URL, Embed
Youtube
FAQ


zum Tool

Nun schwappte mir in den letzten Tagen ein neues Tool in die Timeline: Mapme. Ein Programm, das eine Karte, Pins und einen Feed aus Cards kombiniert. Das Konzept unterscheidet sich nur minimal von Storymaps – die Scroll-Animation ist vertikal. Hinzu kommt, dass Mapme bei genauerem Hinsehen einige kleine Zusatzfeatures bietet. 

So können - genau wie bei Storymaps - Medien in die Cards eingebettet werden. Anders als beim bisherigen Favoriten bietet Mapme jedoch die Möglichkeit neben Videos ganze Bildergalerien zu implementieren. Zudem kann jede Card mit einem klickbaren Button versehen werden. Journalisten können so zum Beispiel auf Hintergrundartikel verlinken. 

Also, Grund genug für einen näheren Blick auf das Tool. 

Anschauungsbeispiel

Editor: simpel und gut designt

Hast du dich bei dem Programm angemeldet, erscheint ein Editor. Der ist dankenswerterweise sehr übersichtlich. Links reihen sich die einzelnen Cards wie in einer Powerpoint-Präsentation aneinander. Die Erste ist die Start-Seite. In der Mitte ist dein Dashboard zu sehen, wo du die Cards mit Titeln, Bilder, Videos, Texten, Links und Buttons bestücken kannst. Auch die Pins lassen sich farblich anpassen. Selbst Bilder lassen sich statt der vorgefertigten Standard-Marker hochladen.

Im rechten Bildschirmbereich sieht du deine Story. Du kannst sie dir gleich in der Mobile-friendly-Version ansehen oder auf die Desktop-Variante als Vorschau setzen.

Daneben prangt in der Navigationsleiste der Button "Customize", der nach einem Klick ein Fenster öffnet, in dem du das Template der Storyline farblich anpassen kannst. Zudem ist es möglich aus insgesamt fünf verschiedenen Karten-Stilen zu wählen. 

Preis-Modell: heftig und restriktiv

Hast du dein Projekt ausgefüllt und willst publizieren, klicke auf den "Share/Embed/URL"-Button  und sofort ... halt, Moment, ... gar nichts passiert. Denn Mapme hat eine sehr restriktive Preis-Politik. Um auch nur ein Test-Projekt zu veröffentlichen, musst du bereits für einen Pro-Account bezahlen. 

Und der Preis dafür ist stolz. Mindestens 25 Dollar verlangt Mapme – pro Monat, wenn du die Mindestlaufzeit von einem Jahr akzeptierst. Und das auch nur für EINE Story. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Für 165 Dollar steigt deine Projektanzahl auf 25. 

Zudem steckt in den AGBs noch die Einschränkung, dass jedes Projekt auf 100.000 Pageimpressions beschränkt ist.

Pro

Rein technisch macht Mapme schon etwas her. Es ist gut designt. Das Format ist zwar nicht die größte Innovation des Jahres, aber doch ein nach wie vor ungewöhnliches Erzählformat. Die datenreichen Karten laden erstaunlich schnell. Hier sind Daten wohl gut komprimiert worden. Auch der Editor ist sauber konstruiert. Außer beim Registrations-Feld ist mir kein Bug aufgefallen. 

Kontra

Beginnen wir mir den kleinen Sachen: Audios scheinen nicht einbettbar zu sein. Auch die Beschränkung auf fünf Kartenstile ist recht wenig und ein Whitelabeling scheint auch in den einfachen Pro-Accounts nicht möglich zu sein. Aber das alles verblasst angesichts des Preises und der View-Restriktion auf 100.000 Klicks. All jene, für die so etwas trotz des Preises noch interessant sein könnte, stoßen wohl regelmäßig an diese Obergrenze. 

Fazit & Alternativen

Mapme ist eine technisch gute Lösung, die ich aber angesichts des Preises nicht empfehlen kann. Besser du greifst zu alternativen Angeboten. 

coole Beispiele

Vor nicht allzu langer Zeit hat Daniela Timescape getestet, das ein ganz ähnliches Produkt anbietet – und das nicht zu einem so hohen Preis.

Auch Odyssey versucht sich am gleichen Prinzip, scheitert jedoch bedauerlicherweise. Ebenfalls ans Herz legen will ich dir das schon angesprochene Storymaps. Daran reicht bisher kein Programm heran. Eine etwas simplere Lösung ist Timemapper vom gleichen Hersteller.

Snapmap formt hingegen ohne viel Arbeit deinen Instagram-Account in eine interaktive Karten-Bildergalerie um. Mapbox ist DAS Standart-Tool für interaktive Karten – hat jedoch keinen Card-Feed. Ist dir das Programm jedoch zu kompliziert, kannst du auf Maphub oder Mapjam setzen.