Mapjam

Mapjam ist der kleine Bruder von Mapbox. Mit dem Programm kannst du Karten mit interaktiven Pins versehen und so deine Artikel mit Standort-Karten visualisieren.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Mapjam sieht gut aus, ist mäßig gut zu bedienen und besitzt nur stark beschränkte Funktionen. Wo Mapbox punktet, gibt sich Mapjam schon früh geschlagen.

Minimal Design, ein simpler Editor. Mapjam sieht durchaus gut aus.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
15 Minuten
1 Stunde
URL, Embed, Social Media
Support


zum Tool

Das Prinzip; ein Haupt-Pin, der mit Bildern, Videos und anderem Schickschnack belegt werden kann. Hinzu kommen kleinere Pins, die jedoch nur mit einem Titel beschriftet werden können. Das reicht für manches Vorhaben nicht aus, für manches schon. Als Anschauungsbeispiel habe ich diese Woche die Daten des Institute of the Study of War herangezogen und die Luftschläge der russischen Airforce während der Syrien-Intervention visualisiert. Eine Karte, die gut zu einen Artikel über die Ziele der russischen Politik im Nahen Osten passen würde.

Anschauungsbeispiel

Der Editor

Hast du dich bei Mapjam angemeldet, gelangst du in einen Editor der in drei Teilen organisiert ist. Links die Werkzeuge, um deine Karte zu bearbeiten, rechts deine weiteren Projekte und in der Mitte die Karte, die du derzeit bearbeitest. Wichtig sind für dich nun drei Buttons: "Personalize", "Map Notes" und "Advanced".

Unter "Personalize" kannst du eine "Card" bearbeiten, die im rechten unteren Rand deiner Karte eingebettet wird. Bei meinem Anschauungsbeispiel ist es der kleine Begleittext samt Video, der die Karte kurz erklärt. Hier ist Mapjam großzügig und lässt dich Videos, Bilder, Audios, Social-Media-Accounts, Texte und vieles mehr einfügen. Beachte aber, dass der Nutzer diese "Card" erst anklicken muss, um sie lesen zu können. Wird deine "Card" zu lang, muss er innerhalb der Karte scrollen, um das Ende lesen bzw. anschauen zu können.

Der Button  "Map Notes" erlaubt es dir, kleine Pins auf der Karte zu verteilen. Sie sind farblich individualisierbar und auch das Symbol kann ausgetauscht werden. Allerdings kannst du keine Begleittexte oder Medien anhängen. Nur ein kurzer Titel ist möglich.

Der Tab "Advanced" erlaubt es dir schließlich noch die Kartenlayouts anzupassen. Derzeit stehen nur fünf verschiedene Templates zur Verfügung, die sich nicht stark von einander unterscheiden. Das ist ein wenig mau.

Publizieren und Einbetten

Hast du deine Karte beendet, kannst du sie über die üblichen Verdächtigen im Netz verbreiten. Mapjam bietet dir unter dem Tab "Share" Schnittstellen, um deine Karte über Facbook, Twitter, Pinterest und sogar SMS (?!) zu verbreiten. Du kannst jederzeit auch nachträglich Änderungen vornehmen. Die Karte synchronisiert sich auf allen Aufspielungswegen.

Tricks für Pros
Textblöcke der "Card" sind HTML-fähig. Du kannst also im Grunde alles in deine "Cards" basteln.

Viel wichtiger aber ist für Journalisten sicherlich, die erstellte Karte in eine eigene Webseite einzubinden. Mapjam liefert dir hierfür mundgerecht alle Codes unter dem Tab "Embed". Du kannst sie sowohl interaktiv als iFrame-Befehl oder statisch als JPG-Bild auf deine Seite ziehen.

Unter "Advanced Options" kannst du die Größe des Einbettungsfenster individuell anpassen, Zoomhöhe und den Zentrierungspunkt der Karte festlegen. 

Pro

Mapjam-Karten sind schnell relativ schnell gemacht. Sie sehen gut aus, sind gut designt und bieten mit der "Card" ein Erzähl-Tool, das Konkurrenten nicht aufweisen. Wer hier überlegt mit Videos, Texten und Bildern spielt, kann seiner Karte einen großen Mehrwert bieten und sie vielleicht sogar ohne begleitenden Artikel als journalistische Erzählform nutzen.

Kontra

Leider bleibt das Karten-Tool dann aber doch hinter Mitbewerbern zurück. Das größte Problem ist wohl, dass Pins nicht um Medien erweitert werden können. Ein mageres Titelfeld, das als Beschreibung des Markers erscheint, ist oft zu wenig. Hinzu kommt, dass Pins nicht mit Zahlenkoordinaten versehen werden können. Alle Einträge müssen via Drag'n'Drop an die richtige Stelle gebracht werden. Und das ist auf einer Karte mit großen Wüstengebieten wie in Syrien ein Ratespiel. Auch die wenig variierenden Karten-Templates vermiesen die Laune.

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Fazit & Alternativen

Mapjam ist etwas für dich, wenn du Mapbox zu kompliziert findest. Außer der "Card" bietet es kaum einen Mehrwert, lässt aber die vielen Individualisierbaren Einstellung des Master-Tools vermissen.

coole Beispiele

Ebenfalls empfehlen kann ich dir CartoDB, das wunderschöne Karten fertigt, aber weniger auf Marker setzt. Es geht eher in Richtung Datenvisualisierung, bekam bei uns im Test aber beinahe die Höchstpunktzahl. Erwähnenswert ist zudem amChart Maps, das einige Karten-Templates im Angebot hat.

Setzt du eher auf eine Verknüpfung von Zeitleiste und Karte, ist TimeMapper die richtige Wahl. Hier kannst du Geschichten chronologisch mit Punkten auf Karten verknüpfen. Willst du Videos und anderen Multimedia-Krams verknüpfen, versuche dich doch einmal am weitaus mächtigeren, aber komplizierteren StoryMaps.