Maphub

Maphub ist ein interaktives Karten-Programm für Einsteiger. Es bietet nicht viele Funktionen, liefert aber schnell Ergebnisse und sieht trotzdem gut aus. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Maphub eignet sich für jene Momente, wenn du nicht viel Zeit hast, aber zum Beispiel Ereignisse oder Plätze auf einer Karte verorten willst. Das Programm bietet weit weniger Funktionen als Mapbox, ist aber einfacher und schneller zu bedienen.

Es gibt sie, die großen Projekte, bei denen man als Journalist viel Zeit hat. Bei denen man lange recherchiert und seine Geschichte aufwendig digital visualisieren kann. Aber seien wir ehrlich: Meistens ist es anders. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
5 Minuten
20 Minuten
URL, Embed, KML, GPX, JPEG, GeoJSOn
Mail an die Entwickler


zum Tool

Da hat man eben nicht viel Zeit, will aber neben seiner Geschichte über die letzten Angriffe auf Flüchtlingsheime auch eine Karte haben, die dem Leser einen geografischen Überblick der Ereignisse bietet. Doch wie kriegst du das auf die Schnelle und ohne großen Aufwand hin? 

Nun ja, Maphub wäre eine Option. Das Programm ist ein kleiner Bruder von Mapbox. Es kann weit weniger, hat weniger Funktionen und sein Editor sieht auch etwas gestrig aus. Dafür geht das Erstellen superschnell von der Hand und das Ergebnis braucht sich neben anderen Kartenprogrammen auch nicht zu verstecken. 

Als Anschauungsbeispiel gibt es diese Woche keine Karte der Angriffe auf Flüchtlingsheime aus meiner Heimat, die zuletzt ja leider eher schlechte Presse gemacht hat. Auf der Beispiel-Karte sind – zur Abwechslung – schöne Aspekte MVs verortet: nämlich ausgewählte Schlösser und Herrenhäuser des Nordens. 

Anschauungsbeispiel

Der Editor

Wie bereits erwähnt: Maphub und sein Editor sind ziemlich simpel und schnell zu begreifen. Hast du dich angemeldet, begrüßt dich ein ganz kurzes Tutorial, danach kannst du loslegen. Links gibt dir Maphub Tools an die Hand, um Pins, Polygone, Textfelder und Linien zu zeichnen. Hast du eines der Objekte ausgewählt, kannst du es dann im rechten Editor-Bereich modifizieren. 

Leider ist der Bereich nicht HTML-fähig und bietet dir auch nur ausgewählte Funktionen an. So ist die Farb- und die Icon-Auswahl sehr beschränkt. Auch kannst du eigentlich keine Bilder in die Pins einfügen – eigentlich. Weiter unten bei "Tipps für Pros" findest du einen Hack, wie es doch geht. 

Ansonsten ist der Editor aber zuverlässig und intuitv. Alles, was du änderst, erscheint sofort auf der Karte. Links, die du in Beschreibungstexte kopierst, werden vom Programm auch gleich klickbar ausgespielt. Es ist aber nicht möglich, Wörter oder Bilder im Hintergrund mit Links zu versehen. Zudem brechen Links leider nicht um, sodass sehr lange Exemplare aus dem Pop-up hinausmarschieren (s. Schloss Ludwigsburg in der Nähe von Greifswald). Nicht schön!

Update: Wie mir die Entwickler geschrieben haben, geht es doch, Links hinter Text zu setzen. Der Befehl dafür lautet: "
[title](http://URL)". Die Codiersprache, die dafür genutzt wird, heißt Markdown – eine Verknappte Form von HTML. 

Karten-Layout & Metadaten

Hast du alle gewünschten Pins auf der Karte verstreut, empfielt sich ein Blick auf den Reiter "Basemap". Dort kannnst du aus 20 teils sehr schönen Templates auswählen, die sich als Theme über deine Karte legen. Leider ist hier keine Verknüpfung zum Map-Design-Tool Mapbox mitgeliefert worden, wie es mittlerweile viele vergleichbare Tools machen. 

Tricks für Pros
Benutzt du Maphub, wirst du dich über kurz oder lang fragen, wie du Bilder in die Pins integrieren kannst – denn der Editor bietet die Funktion nicht an. Die Lösung habe ich auf einem verpixelten Screenshot gefunden. Tippe "![](URL eines Bildes)" und das Foto erscheint sofort. Denke daran, es vorher auf eine passende Größe zu komprimieren, damit du Ladezeit sparst. Absätze kannst übrigens mit "Shift + Enter" erzwingen.

Unter dem Reiter "Info" solltest du am Schluss noch die Meta-Daten ausfüllen. Denn bei jeder eingebundenen Karte erscheint in der unteren rechten Ecke ein Button "Maphub". Klickt der User darauf, wird die Karte in einem neuen Tab geladen und auf der rechten Seite eine Liste der Pins ausgespielt. Vor der Auswahl des ersten Markers erscheinen hier aber die Metadaten. Also: Ausfüllen ist bei Maphub eher Pflicht als Option. 

Bist du fertig, vergiss das Speichern nicht. Das macht Maphub nicht von alleine. Dann kannst du dir dein Projekt in unterschiedlichen Formaten und als iFrame-Code auspielen lassen. Den entsprechenden Button findest du unter "Share".

Einmal eingebettet, lädt die Karte beim Aufrufen der Seite erst einmal ein Bild und wird erst nach einem Klick des Users interaktiv. Das soll wohl Bandbreite sparen. 

Pro

Maphub ist kostenlos und schnell gelernt. Auch das Erstellen dauert ungewöhnlich kurz, da der Editor wenig Schnickschnack bietet und zuverlässig arbeitet. Das Design offeriert zwar nicht abertausende Templates aber eine gute Auswahl an schönen Themes. Gut gefällt mir zudem, dass das Logo nicht auf die Webseite von Maphub sondern auf die URL deiner Karte verweist. Klickt der User, erhält er eine maximierte Ansicht. Top!

Kontra

Wenn ich auflisten müsste, was Maphub kann, dass der große Bruder Mapbox nicht vermag, käme ich schnell ins Schleudern. Im Grunde ist es nur eine Sache. Mapbox verlangt ab einer gewissen Anzahl an Pageviews Geld. Maphub ist hingegen kostenlos und frei. Ansonsten bietet es aber weniger Funktionen – sogar so fundamentale Optionen wie das Hochladen eigener Icons fehlen. Das ist nicht gut. Über den etwas lieblos designten Editor kann man hinweg sehen. Über die fehlenden HTML-Funktionen eigentlich nicht. 

Fazit & Alternativen

Maphub ist gut. Nicht überragend, aber doch gut. Wenn es darum geht, etwas schnell zwischendurch zu produzieren, würde ich eher zu Maphub als zu Mapbox greifen, das viel mehr kann, aber auch immer irgendwie mehr Zeit verschlingt. 

coole Beispiele

Ein ebenso starkes Programm wie Mapbox ist Carto. Ich arbeite derzeit sehr viel damit. Weiterhin bieten auch Silk, amChart und Statpedia Karten-Varianten an. Allerdings handelt es sich bei diesen Tools nicht um originäre Karten-Dienste. 

Odyssey und Mapjam gehen in eine ähnliche Richtung wie Maphub, kämpfen jedoch auch mit Problemen. Timescape bietet dir eine ganz andere Sicht auf die Welt. Das Programm verstreut Pins über einen 3D-Globus. Timemapper und StoryMaps von der Knight Lab Foundation kombinieren wiederum eine Karte mit einem Slider.