LumaFusion

LumaFusion ist ein professionelles Schnittprogramm fürs Smartphone oder Tablet. Mit dieser iOS-App lassen sich vor allem Videos unterwegs schneiden – perfekt für den Einsatz als Mobile Reporter.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Das Konzept von LumaFusion ist weder wahnsinnig neu noch innovativ. Videoschnittprogramme für mobile Geräte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Viele von ihnen haben aber Haken: zu unhandlich, zu unübersichtlich, zu wenig Funktionen. Das trifft auf LumaFusion nicht zu. Die App macht vieles richtig und spielt deshalb ganz oben in der Liga des Videoschnitts für Mobile Reporter, auch wenn sie mit rund 22 Euro ganz schön zu Buche schlägt. Ein gutes Tool.

Ich arbeite für die Deutsche Welle zwar vor allem als Videojournalistin, doch hin und wieder bin ich auch als mobiler Reporter unterwegs.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Testdatum
Tutorial
Support

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21,99 Euro
englisch
15 Minuten
15 Minuten
MP4, MOV
21.07.2017
Youtube
Hilfeforum


zum Tool

Die Bildqualität von Videomaterial eines Smartphones mit guter Kamera lässt sich kaum noch von einer professionellen Videokamera unterscheiden – hier ein Vergleich.

Doch was den Videoschnitt angeht, konnte mich bisher kein Programm so richtig überzeugen. Die iOS-App LumaFusion hat das Potenziel, das zu ändern. Mit dem Programm lassen sich Videos direkt auf dem Tablet oder Smartphone schneiden und in hoher Qualität exportieren – ohne nerviges Wasserzeichen oder Abstriche in der Videoqualität. Sprich: ein professionelles Schnittprogramm für die Hosentasche, mit dem ich auf dem G20-Gipfel in kurzer Zeit Videos für die Deutsche Welle produziert habe (Anschauungsbeispiel). 

Leider kostet die App rund 22 Euro – ist also kein Schnäppchen. Doch falls du oft als mobiler Repoorter unterwegs bist, kann sich die Investition lohnen. 

Anschauungsbeispiel

Lege ein Projekt an

Was die Entwickler der App grundsätzlich gut gemacht haben: Viele Funktionen der App kannst du mit Wischen oder Zusammenziehen der Finger auf dem Display ansteuern. Für genaueres Arbeiten stellt dir die App auch Funktionsfelder zur Verfügung, die per Klick aktiviert werden. So wird auch auf dem Smartphone Frame-genaues Arbeiten möglich.

Nachdem du LumaFusion auf deinem iPhone oder iPad installiert hast, legst du ein Projekt an, indem du auf das Pluszeichen klickst. LumaFusion bietet dir eine ganze Bandbreite von Einstellungsmöglichkeiten: Du kannst zwischen 18 bis 60 Frames und zahlreichen verschiedenen Bildgrößen auswählen – von 16:9 bishin zu 1:1 (sogenannte Square-Videos).

Videoschnitt mit Fingerspitzengefühl 

Links oben befindet sich ein Blumensymbol, dort kannst du Videos und Bilder auswählen, die Bestandteil deines Clips werden sollen. Auch Musik kannst du hier über iTunes hinzufügen, ebenso Titel. Deine verfügbaren Clips erscheinen auf der linken Seite deines Editors. Wählst du einen an, erscheint er rechts im Abspielfenster. Dort kannst du den Clip per Fingerbewegung kürzen oder auch sogenannte In- und Out-Points per Klick auf das Klammersymbol setzen.

Mit einem Klick landet die Auswahl deines Clips unten in deiner Timeline, das Herzstück deines Videos. Hier fügst du Stück für Stück deine Clips zu einem Video zusammen. Die Reihenfolge der Clips kannst du leicht per Drag'n'Drop ändern. Auch die Länge kannst du hier noch im Nachhinein bearbeiten. Gut zu wissen: Du kannst ingesamt sechs Spuren belegen, drei Videospuren und drei Audiospuren. Damit hebt sich LumaFusion tatsächlich von vielen anderen mobilen Videoschnittprogrammen ab.

Keyframes? Keyframes!

Spätestens jetzt solltest du aufhorchen, wenn du auf der Suche nach einem guten Videoschnittprogramm fürs Smartphone bist. Wenn du in deiner Timeline auf einen Clips doppelklickst, öffnet sich ein Bearbeitungsfenster. Per Fingerbewegung kannst du ihn größer oder kleiner ziehen oder drehen.

Tricks für Pros
Mach dir am besten vorher klar, welche Framegröße du wirklich benötigst. Für die meisten Fälle reichen 24 bis 25 Frames pro Sekunde aus, das ist Fernsehstandard (zumindest in Deutschland). Je höher deine Framerate, desto größer wird auch die Dateigröße deines Clips!

Mit Klick auf die Funktion "Size & Pos" kannst du auch Keyframes setzen. Das wird vor allem dann interessant, wenn du beispielsweise ein Foto animieren willst, wie in meinem Testvideo über meinen Berufsalltag. Setze dafür einen Keyframe an den Anfang des Fotos und am Ende einen zweiten Keyframe. Beim zweiten Keyframe zoomst du das Bild heran. Fertig ist deine kleine Animation. So kannst du eigentlich statische Fotos als sich bewegende Elemente animieren. Auch Eigenschaften wie Helligkeit oder Kontrast des Bildes kannst du dort bearbeiten.

Für den Export deines Videos berührst du den Pfeil oben rechts über dem Sichtfenster. Klicke dort auf "Movie". Wenn du es zunächst nur auf deinem Smartphone ablegen willst, gehe auf "Photos App", dort kannst du beispielsweise die Auflösung einstellen und bestimmen, ob du die Datei als MP4 oder als MOV speichern möchtest.

Wenn du willst, kannst du dein Video auch ohne Zwischenspeichern direkt auf Facebook und Co. hochladen. Übrigens: LumaFusion unterstützt auch 360-Grad-Videos!

Pro

Sechs Spuren für Audio und Video, zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten und viele Einstellungsoptionen – LumaFusion setzt da an, wo viele andere Schnittprogramme fürs Smartphone aufhören. Selbst die Audiospuren lassen sich pegeln. Das Programm lässt tatsächlich wenig Wünsche offen. Trotz der vielen Funktionen wirkt LumaFusion aufgeräumt und sehr durchdacht. Selbst das Schneiden auf einem kleinen Smartphonebildschirm macht Spaß.

Kontra

Es gibt tatsächlich wenig zu meckern. Die App funktioniert einwandfrei. Professioneller geht es momentan im Bereich Mobile Reporting kaum. Das Einzige, was mich zuerst abschreckte, ist der recht hohe Preis der App. Deshalb lohnt sich die Anschaffung wahrscheinlich nur für Journalisten, die regelmäßig als mobile Reporter unterwegs sind. Android-Nutzer starren allerdings in die Leere. Leider, leider, ist die App nur für iOS-Geräte erhältlich, eine Programmierung für Android ist derzeit auch nicht geplant.

Fazit & Alternativen

Ja, LumaFusion erfindet das Rad nicht neu, aber macht es unglaublich flott und effizient. Um erfolgreich zu sein, reicht es auch oft, einfach besser zu sein als die Konkurrenz. Und darin ist LumaFusion erstaunlich gut. Es gibt zur Zeit wenige Programme, die auf dem Niveau mithalten können.

Falls du gerne Erklärvideo auf dem Smartphone schneidest, können wir dir Adobe Spark ans Herz legen, das viele praktische Icons und kurze Animationen zur Verfügung stellt. Allerdings nervt in der kostenlosen Version das Adobe-Branding. Mit der App Splice kannst du dich an das Schneiden auf dem Smartphone herantasten. An LumaFusion kommt die App jedoch nicht heran.