Klynt

Klynt ist ein Desktopprogramm für Mac und Windows, mit dem du interaktive Multimedia-Geschichten gestalten kannst. So einfach wie nie. Nur beim Export deines Projekts wird es kompliziert.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Klynt begeistert mich! Die Oberfläche ist übersichtlich, das Programm macht genau das, was man erwartet und bietet viele coole Features an. Toll sind auch die vielen Möglichkeiten, interaktive Elemente einzufügen. Genial.

Vielen Multimedia-Programme, die wir bisher getestet hatten, sind webbasiert.

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

|

|
|
|
|
|

Basic: 14 Tage kostenlos
Pro: ab 149 Euro
englisch
1 Stunde
1-2 Stunden
Klynt-Datei
Tutorials


zum Tool

Dieses Mal haben wir uns deshalb eine Desktop-Variante aus Frankreich vorgeknöpft. Die Software soll interaktives Storytelling leicht machen. Die Entwickler bieten eine 14-tägige Testversion an.

Das Übliche folgt: Erst registrieren, anmelden - erst dann funktioniert der Download über das Portal. Es stehen dem Nutzer sowohl eine Mac- als auch eine Windowsversion zur Verfügung. Das macht schon einmal einen guten Eindruck.

Anschauungsbeispiel

Zahlreiche hilfreiche Tutorials

Die Installation des Programms dauert nur wenige Minuten, dann ist es auch schon startklar. Bevor man überhaupt dazu kommt, sich gleich an sein eigenes Projekt zu setzen, beginnt Klynt mit einem Tutorial-Video, die schon einmal guten Überblick über das Programm verschafft. Klynt hat übrigens sogar einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem alle Tutorial -Videos veröffentlich sind. Sehr praktisch und sehr professionell.

Anfangs hat man die Möglichkeit, sich entweder das Demo-Projekt zu Genüge zu führen oder direkt mit dem eigenen Projekt anzufangen. Um zu verstehen, wie Klynt funktioniert, raten wir an dieser Stelle, zumindest einmal einen Blick auf das Demo-Projekt zu werfen. Denn die Logik und Struktur dieser sehr intelligenten Software lassen sich so schneller begreifen und auf das eigene Projekt übertragen.

Die Mindmap - das Herzstück deines Projekts

Bei Klynt dreht sich alles um die Mindmap - eine Art Überblickskarte deines Projekts. Beginnst du ein neues Projekt, kannst du per Drag & Drop die Medien auf deiner Mindmap platzieren, die du in deinem Projekt einbinden willst. Per Rechtsklick kannst du auch einzelne Elemente deiner Mindmap wieder löschen.

Die Mindmap liefert dir nicht nur den Überblick über dein Projekt, sondern dient dir auch dazu, Verbindungen herzustellen: Hier kannst du bestimmen, welches Element auf das andere folgen soll. Wenn du zum Beispiel deine interaktive Webreportage mit einem Teaserbild beginnen willst und willst, dass danach per Mausklick auf ein Playbutton ein Video deiner Mindmap erscheint, ziehst du einfach mit der Maus einen Pfeil von einem Element (dem Teaserbild) auf das andere (dem Video). 

Klynt arbeitet mit praktischen Timelines

Die genauen Übergänge kannst per Doppelklick auf das jeweilige Element bestimmen. Auch wenn du ein Element selbst direkt bearbeiten willst (zum Beispiel dein Video einkürzen), klickst du darauf doppelt. Es erscheint eine Timeline des Elements. Darin kannst du nach Belieben dein Element anpassen oder auch mit weiteren Elementen versehen.

Tricks für Pros
In der Proversion erlaubt dir Klynt, auch mit PSD, also Photoshopdateien mit mehreren Ebenen zu arbeiten. Ein nettes Feature, da du die Bildbearbeitung vorher schon erledigen kannst!

Das funktioniert am Einfachsten, in dem du in der Timeline eine weitere Spur hinzufügst, um dann beispielsweise interaktive Buttons oder auch Musik hinzuzufügen. Deiner Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Vor allem für Journalisten, die mit Schnittprogrammen wie DIGAS, Adobe Audition, Adobe Premiere oder auch Avid umgehen, kommt die Timeline sehr gelegen, da die Vorgehensweise ähnlich ist wie in den oben genannten Programmen.

Leider ein etwas größeres Manko ist die fehlende Möglichkeit, das Projekt sofort direkt im Internet zu veröffentlichen. Dadurch, dass Klynt ein Desktop-Programm ist, spuckt es keinen Embed- oder HTML-Code aus, sondern eine klassiche Datei mit der Endung .klynt. Man kann allerdings über den Menüpunkt "File" auf "Package for Web" das Projekt für den Webexport vorbereiten. Klynt spuckt dann eine Ordnerstruktur und die entsprechenden Dateinen aus, die man dann über einen Upload auf einen eigenen Server laden kann. Nur so kann Klynt veröffentlicht und eingebunden werden. Leider hat bei uns im Test diese Funktion in der kostenlosen Version nach mehrmaligen Versuchen nicht geklappt. 

Pro

Klynt sticht eindeutig heraus: Es ist schnell und vor allem sehr übersichtlich. Die Idee, eine Mindmap als Grundlage eines Projekts zu nutzen, ist ziemlich einfach, aber genial. Dadurch verlierst du nie den Überblick über dein Projekt und kannst trotzdem jederzeit per Doppelklick einzelne Elemente bearbeiten oder auch wieder löschen. Auch die Timeline ist sehr nützlich und intuitiv. Selten macht ein Programm so Laune auf interaktive Multimedia-Geschichten wie Klynt. Daumen hoch!

Kontra

Schade, sehr schade ist wirklich, dass du nicht direkt dein Projekt veröffentlichen kannst, sondern den Umweg über einen eigenen Server gehen musst. Außerdem dauert die Einarbeitung in das Programm länger als üblich, was nicht den Entwicklern geschuldet ist, sondern die zahlreichen Funktionen, die es zu entdecken gilt. Hat man sich jedoch einmal hineingefuchst, macht das Programm beinah süchtig! Der Aufwand lohnt sich.

Bleiwüsten abonnieren:

Fazit & Alternativen

Wenn du damit klar kommst, dass du dein Projekt nur über einen eigenen Serverupload veröffentichen kannst, dann sollte dich nichts mehr davon abhalten, Klynt auszuprobieren. Sonst kannst du auch auf andere Multimedia-Programme wie Line oder Storyform zurückgreifen, die wir bereits getestet haben.

coole Beispiele

Für den wenig Technik-affinen Journalisten ist der Upload über einen Server leider eine Herausforderung und etwas umständlich. Dennoch, auch hier muss man Klynts Service loben: Auf der Webseite erklären die Entwickler ausführlich, wie du dein Projekt online stellen kannst - zumindest theoretisch. Die Vorgehensweise hat auch den Vorteil, dass deine Daten auf deinem eigenen Server gehostet werden und nicht irgendwo bei einem Fremdanbieter. Das kann bei größeren Projekten von Vorteil sein. 

Andere Desktop-basierte Programme haben wir noch nicht getestet. Wenn du eins kennst, dass du uns empfehlen kannst, dann schreibe uns!