Invid Verification

Das Browser-Plugin Invid hilft bei der Verifikation von Bildern und Videos. Es sammelt Metadaten, hilft bei der Suche nach Originalquellen und durchforstet soziale Netzwerke nach Hinweisen. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Invid ist ein interessantes Tool, das eine Fülle an Verifikationsinfos sammelt. Allerdings muss man ein wenig üben, um damit umgehen zu können.

Bei all der Aufregung über FakeNews und alternative Fakten bekommt man fast den Eindruck, die Validierung von Fakten sei eine brandneue Disziplin im Journalismus. Als hätten Journalisten erst jetzt – und nicht schon seit langer Zeit – mit der Verzerrung der Wirklichkeit durch die Mächtigen zu kämpfen. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Testdatum
Tutorial
Support

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kostenlos
englisch
1 Stunde
27.04.2018
Youtube
Mail an die Entwickler


zum Tool

Nein, neu sind FakeNews nicht. Neu ist die Professionalität, die Dreistigkeit der Vortragenden und die neue Leichtigkeit der Distribution von falschen Informationen. Deswegen dürfte die Validierung von Bildern, Videos, Audios und Social-Media-Beiträgen eine eigenständige Disziplin im Journalismus werden. Nicht weil Propaganda neu ist, sondern weil die Gatekeeper-Funktion des Journalismus verschwunden ist und Verzerrtes, Falsches und Manipuliertes nun ungefiltert die Bevölkerung erreicht. 

Doch die öffentliche Debatte hat erfreulicherweise dafür gesorgt, dass mittlerweile auch einige Programme auf dem Markt sind, die Journalisten bei der Suche nach der Wahrheit technsich unterstützen wollen. Eines davon ist Invid Verification. 

Anschauungsbeispiel

Schweizer Taschenmesser für Journos

Dahinter steckt das InVID European Project, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Journalisten bei der Wahrheitssuche zu unterstützen. Ihr bisher größtes Werkzeug dafür ist das Browserplugin Invid ("vid" für "In Video Veritas"). Es steht als Erweiterung für Chrome und Firefox zur Verfügung und hilft bei der Analyse von Bild- und Videodateien. Ist das Programm installiert, kannst du es über einen Button in der Browserleiste aufrufen.

Es umfasst eine Fülle an Funktionen. Darunter Context-Informationen von Youtube- und Facebook-Videos, Keyframes und Metadaten. Zudem sind Rückwärts-Suchen über Google, Yandex und Baidu implementiert, die einzelne Frames eines Videos nehmen und das Netz auf vergleichbares Material filtern. Forensische Algorithmen helfen außerdem Manipulationen von Bildbearbeitungsprogrammen aufzuspüren und erweiterte Suchmasken für soziale Netzwerke unterstützen Journalisten, Ursprungesquellen von Beweis- und Augenzeugen-Aufnahmen zu finden. 

Wie du Fakes auf die Schliche kommst

Fakes technisch zu enttarnen ist manchmal leicht – und machmal richtig schwer. Je nach Professionalität des Gegenspielers. Invid liefert dir eine Menge Werkzeuge an die Hand, die dir helfen. Allerdings ist das Programm für ungeübte Anfänger nicht ganz selberklärend. Vor allem wie sich die vielen Informationen zu einem Video oder einem Bild so kombinieren lassen, dass man auf eine Fälschung schließen kann, ist nicht trivial. Ich empfehle dir sehr, dir dieses Erkärvideo der Macher anzuschauen, das an einigen Beispielen zeigt, wie man vorgehen kann. 

Ansonsten heißt es schlicht: Ausprobieren! Denn Fälscher zu überführen scheint – angesichts immer besserer Bild-, Video- und Audio-Bearbeitungsprogramme – immer mehr zu einer Kunst zu werden. 

Pro

Invid liefert echten Mehrwert: Auf der einen Seite versammelt es banale Informationen wie Upload-Datum oder Beschreibung – was immerhin Journalisten immerhin Zeit erspart. Auf der anderen Seite bietet es mit der Überprüfung von Keyframes eine viel zu selten eingesetzte Möglichkeit um Videos zu überprüfen. Das Programm ist zudem kostenlos und als Browser-Plugin leicht zu händeln. Eine Safari-Version wäre allerdings nicht verkehrt gewesen. 

Kontra

Leider ist das Programm nicht selbsterkärend. Und das ist wohl das größte Hindernis, warum so mancher abgeschreckt weitersurfen wird. Denn Invid überfordert mit seinem Interface und der Fülle an Daten. Auch welche Daten es zu kombinieren gilt, um Fehler und Manipulationen zu enttarnen, müssen Journalisten, die Invid nutzen wollen, erst lernen. 

Fazit & Alternativen

Invid ist ein gutes Tool für all jene, die sich längerfristig mit der Verifikation von Bildmaterial beschäftigen müssen oder wollen. Es ist nichts für Schnellschüsse oder desinteressierte Anfänger. 

Viele Tools zum Thema Verifikation haben wir bisher nicht getestet. Mit Forensically hatten wir aber schon einmal ein Bild-Verifikationsprogramm unter die Lupe genommen und können es wärmstens empfehlen. Daneben gibt es noch Imageforensic und Ghiro. Die BBC nutzt daneben Tineye und Fotoforensics. Wenn du andere Tools nutzt, lass es uns wissen.