GuriVR

GuriVR ist eine Open-Source-Plattform, mit der man Virtual-Reality-Inhalte ohne Programmierkenntnisse im Web veröffentlichen kann. Dazu zählen beispielsweise auch 360-Grad-Bilder.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Der Ansatz von GuriVR ist toll: Man ändert ein paar Zeilen im Editor, und die Open-Source-Lösung zaubert daraus im besten Fall ein ansehnliches VR-Erlebnis. Leider ist das Tool noch am Anfang, die Ergebnisse könnten besser sein. Schade!

Der Entwickler von GuriVR will Virtual Reality reif fürs Web machen. Mit der Open-Source-Plattform können Journalisten ihre eigenen Virtual-Reality- bzw. 360-Grad-Umgebungen gestalten, ohne dafür eine Zeile Code schreiben zu müssen.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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Basic / Pro: kostenlose
englisch
1 Stunde
1 Stunde
URL
Guide


zum Tool

Das Ergebnis kann dann sowohl im Desktop-Browser als auch auf dem Smartphone oder per Virtual-Reality-Brille begutachtet werden. Die Kollegen von der Süddeutschen Zeitung machen es vor: Passend zur Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, bringt sie ein Virtual-Reality-Angebot heraus, die VR-Brille aus Pappe gibt's für ein Testabo dazu.

Es wird also Zeit, sich dem Phänomen Virtual Reality zu nähern. Der Entwickler von GuriVR, Dan Zajdband, Stipendiat der Mozilla-Foundation, hat eine Art WYSIWYG-Editor geschaffen, der per einfache Texteingabe schnelle Ergebnisse erzielen soll.

Anschauungsbeispiel

Welcher Browser ist VR-ready?

Sagen wir's so: Bevor du in Virtual-Reality richtig einsteigst, solltest du ein paar Vorkehrungen treffen, um Frust zu vermeiden. Die erste Enttäuschung vorweg: Längst nicht alle Browser sind schon WebVR-fähig, d.h. können Virtual-Reality-Inhalte richtig darstellen. Um festzustellen, ob dein Browser zu den wenigen Glücklichen gehört, kannst du auf diese Webseite gehen, um deinen Browser auf seine VR-Tauglichkeit prüfen zu lassen.

Für unser Experiment haben wir uns für den Browser Firefox Nightly entschieden. Der Browser steckt noch in der Entwicklungsphase, aber immerhin bietet seine Vorabtestversion bereits die gewünschte WebVR-Funktion. Installiere dazu das kostenlose WebVR-Addon für den Firefox-Nightly-Browser, damit die Inhalte richtig dargestellt werden können.

Tauche in die VR-Welt ein

Möchtest du, dass deine Leser in ein 360-Grad-Panorama von Barcelona eintauchen? Sehr gut, dann hast du hoffentlich daran gedacht, auch ein 360-Grad-Bild bzw. Panorama-Bild aufzuzeichnen. Dazu reicht dein Smartphone. Mit dem iPhone kreierst du ein Panorama-Bild ganz einfach mit der Panorama-Funktion innerhalb der Fotofunktion. Leider ist das Ergebnis häufig nicht zufriedenstellend. Erfolgversprechender ist oft die Android-App Google Cardboard, mit der sich bessere Ergebnisse erzielen lassen. Speichere dein 360-Grad-Bild lokal ab.

Danach ziehst du das Bild einfach per Drag'n'Drop in den Editor von GuriVR. Nach ein paar Sekunden erscheint dort eine URL. Das Programm hostet deine Daten also selbst. Es ist natürlich auch möglich deine Datei anderswo zu hosten. Das Drag'n'Drop-Hosting funktioniert natürlich auch bei anderen Formaten wie Audiofiles.

So wird's rund!

Hast du kein eigenes 360-Bild parat, bietet GuriVR einen netten Dienst an. Schicke ein Foto über Twitter mit der Erwähnung @guri_vr, dann wird dir daraus ein 360-Grad-Bild gebastelt.

Nun zum eigentlichen Programm: GuriVR funktioniert über "Trigger"-Wörter. Wenn du dem Editor zum Beispiel das Wort "text" in eine Zeile schreibst und dann etwas in Anführungszeichen danach diktierst, wird er es als Text über dem Bild darstellen. Genauso funktioniert es mit Panoramabilder. Es reicht "panorama" und eine Bild-URL in eine Zeile zu schreiben. Alle möglichen ""Trigger"-Wörter findest du im Guide. Allerdings scheint GuriVR zuweilen irgendeinen sinnbefreiten Text zwischen den "Triggern" zu benötigen. Insbesondere Audios werden nur abgespielt, wenn vor der Eingabe bereits etwas steht. Nach ein wenig Frickel-Arbeit funktioniert es aber meistens. Orientiere dich am Vorlagentext von GuriVR. (Für die Cracks unter euch: Achte mal auf die Position von Audiospuren! Sie werden räumlich abgespielt. ?)

Dann kannst du - wie in unserem Beispiel - ein 360-Grad-Bild einbetten, dem Musik zugefügt wird, oder auch ein 360-Grad-Video (war bei uns leider nicht möglich, da wir keine 360-Grad-Kamera zur Hand hatten). Laut Entwickler soll auch die Einbettung von 3D-Charts möglich sein. Nun ändere die Parameter des Textparagrafen so, dass die Szene für dich Sinn macht. Einige Parameter wie Schriftgröße und die Dauer von Audios und Bildern kannst du ebenfalls verändern. Lies dafür den relativ kurzen Guide nach!

Et voilà - deine erste VR-Szene fürs Web! Leider hat das Tool noch ein einige Bugs, das Hintergrundaudio funktioniert nur hin und wieder, außerdem sieht das 360-Grad-Panorama auch oft zu verzerrt aus. Dafür funktioniert es bereits für Social Media!

Pro

Überhaupt die Idee, ein Open-Source-Tool zu schaffen, das den Journalisten den Weg zur Virtual Reality ebnen soll, ist toll. Auch der Gedanke, dies über Textattribute zu lösen, scheint ein guter Ansatz. Schön ist auch, dass sich zumindest theoretisch verschiedene Medien einfügen ließen. 

Kontra

Leider schwächelt das Tool noch bei der Umsetzung. Panorama-Bilder sind zu oft verzerrt. Die Einbettung von Geräuschen hat bei uns leider nicht immer geklappt. Schön wäre es auch, man hätte noch mehr Optionen, den Text besser einzubetten. Was bisher auch völlig fehlt, ist die Möglichkeit, Übergänge zwischen den verschiedenen Szenen, die man kreiert hat, zu bearbeiten. Aber da das Tool Open-Source ist und noch in den Anfängen steckt, wollen wir mal nicht so streng sein!

Fazit & Alternativen

Ernsthaft - der Ansatz ist toll: Endlich gibt es ein Tool, mit dem man als Journalist ganz ohne Programmierkenntnisse den VR-Welten näher kommen kann. 

coole Beispiele

Aber eben leider auch nur "näher kommen", denn für die Umsetzung ganzer Multimedia-Geschichten in 360-Grad ist das Tool leider (noch) nicht geeignet. Da muss dann wohl leider doch ein richtiger Programmierer viel Zeit investieren oder Google ein paar Risiko-Kapital-Millionen über GuriVR ausschütten. Ein anderes Tool, das sich mit VR für Journalisten befasst, haben wir bisher noch nicht getestet. Wenn du eines kennst, das wir unbedingt ausprobieren sollten, melde dich bei uns! Wir freuen uns über Vorschläge!

Wenn du dich für 360-Grad-Bilder interessierst, können wir dir die famose App Fyuse ans Herz legen. Auch die hochgelobte App Splash hatten wir getestet. Damit kannst du sogar 360-Grad-Videos mit deinem Smartphone aufzeichnen. Leider hat uns das Ergebnis noch nicht allzu überzeugt.