Genial.ly

Genial.ly verschränkt Bilder, Videos, Animationen, GIFs und Text miteinander. Ähnlich wie ThingLink erlaubt es das Erzählen von Geschichten – bietet aber weitaus mehr Möglichkeiten.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Ginial.ly ist auf den ersten Blick nicht sehr intuitiv. Zu viele Einstellungsmöglichkeiten. Hast du die Lernkurve aber gemeistert, ist Genial.ly ein – ohne Einschränkung – geniales Programm. Für ungewöhnliches journalistisches Storytelling der neueste Shit!

Ok, sehr bunt. Zu viele Buttons. Und was zur Hölle sind "Areas"?

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch, spanisch
2 Stunden
mindestens 1 Stunde
URL, Embed
Video-Tutorials


zum Tool

Das waren meine ersten Gedanken, als ich mich im Dashboard von Genial.ly wiederfand. Nun, einige Stunden später – nachdem ich alle Buttons einmal ausprobiert, mich durch Dutzende Galerien geklickt und alle schlechten Fade-In-Animationen versucht habe – bleibe ich dabei: Zu viele Buttons, bunt – und leider geil!

Genial.ly ist eine Art Weiterentwicklung der ThingLink-Idee, das ich vor etwa einem Jahr bereits hier vorgestellt habe. Bilder, Videos, GIFs, Texte, Links und vieles mehr kann in mehreren Ebenen übereinander gelegt werden. Für Journalisten bietet das eine Fülle von non-linearen Erzählmöglichkeiten.

Anschauungsbeispiel

Der Editor

Doch der Reihe nach. Melde dich zuerst bei Genial.ly an. Neben der Website gibt es auch eine Chrome-Browsererweiterung. Es begrüßt dich ein Dashboard, eingeteilt in drei Spalten. Links steht dir ein Editor über Tabs zur Verfügung. Rechts kannst du unterschiedliche Seiten anlegen. In der Mitte ist deine Arbeitsfläche.

Über die Tabs des Editor legst du Textboxen an, bestimmst Titel und und setzt Hintergrundbilder ein. Genial.ly erlaubt dir auch GIFs und Videos, was zu interessante Effekte hervorbringen kann – hier ein journalistisch weniger wertvolles Beispiel. Spannender wird es jedoch ab dem Tab "Pin". Denn hiermit setzt du Icons auf deine Hintergrundbilder, die bei einem Klick oder einem Mouse-Hover interaktiv werden können. So können sich auf Wunsch Textboxen öffnen, Videos in Pop-up-Fenstern geladen werden, Zoom-Funktionen aktiviert werden oder der User auf eine andere Webseite geschickt werden. Es stehen eine große Zahl an Icons bereit. Du kannst aber auch eigene hochladen. So weit war ThingLink bisher auch. Neu sind jedoch folgende Dinge: Areas, Animationen, Seitennavigation und externe Inhalte.

Areas sind (un)sichtbare Zonen auf deinem Bild, die Klicks aktiviert werden können. So kannst du dein Bild für den User komplett interaktiv machen, ohne es mit Icons zu überfrachten. Die vielleicht bessere Variante ist aber, Teile des Hintergrundbildes als Icon neu hochzuladen und mit eigenen Animationen zu versehen – hier ein Fußballbeispiel (achte auf die Spieler auf dem Feld!). So wirkt dein Bild interaktiver.

Externe Inhalte und Seitennavigation

Die Option externe Inhalte zu laden, ist wahrscheinlich eine der beiden größten Stärken von Genial.ly. So können beispielsweise während eines Videos, das als Hintergrund, läuft zu einem bestimmten Zeitpunkt kleinere Videofenster erscheinen und wieder verschwinden. Genial.ly unterstützt im Grunde alles, was einen Einbettungscode vorweisen kann. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Der zweite Pluspunkt ist die interne Seitennavigation. Über einen Klick auf die Galerienavigation (Beispiel) oder einem anderswo eingefügten Button (Beispiel) kann der User zwischen verschiedenen Seiten hin und herspringen. Journalisten können so echt nonlinear erzählen.

What you can do – and what you shouldn't

Das Prinzip von Genial.ly lebt von einem kreativen Einsatz. Individualisierbare Buttons, unsichtbare Areas, externe Inhalte und Seitennavigation bieten das Potential für visuelles Storytelling state of the art. Und bis dahin ist es im deutschen Digitaljournalismus ja noch ein langer Weg.

Tricks für Pros
Pssst ... du kannst dein Genial.ly-Projekt auch herunterladen. So kannst du es auch offline zeigen und – viel wichtiger – auch auf deine eigene Website hochladen. So musst du das Projekt nicht einbinden und bist (fast) nicht auf fremde Daten angewiesen.

Doch wie so häufig ist weniger mehr. Der größte Teil der fancy Icon-Animationen ist Mist im Style von PowerPoint. Zu viele Unterseiten können schnell zu einem Klick-Irrgarten werden.

Erwähnt werden sollte außerdem noch ein Fakt: Genial.ly ist in Deutschland nicht bekannt. Ich habe bisher kein Projekt gefunden, das deutschsprachig ist, und auch sonst handelt es sich bei dem Tool um einen wirklichen Geheimtipp.

Pro

Genial.ly ist komplett individualisierbar, schick und versucht dir kein Geld mit mit Features abzuluchsen, die hinter Premium-Accounts versteckt sind. Viel wichtiger aber ist: Es bietet eine neue Art von Storytelling – nonlinear, visuell, interaktiv –, das es bisher so nicht als Programm gab.

Kontra

Was kostenlos ist, hat seinen Preis. In diesem Fall das Branding, das leider nicht entfernt werden kann. Der etwas verspielte "Genial.ly"-Schriftzug bleibt in jedem Fall erhalten. Ebenfalls auf der Malus-Seite: Der etwas lange Lernprozess – trotz oder gerade wegen so zahlreicher Tutorial-Videos.

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Fazit & Alternativen

Genial.ly ist ziemlich cool. Schon ThingLink war vor längerer Zeit etwas Neues. Genial.ly entwickelt das Prinzip gekonnt weiter.

coole Beispiele

Ein ähnliches Produkt bietet nur ThingLink an. Das ist jedoch nicht kostenlos und bietet auch nicht so tolle Möglichkeiten wie Genial.ly.