Fyuse

Fuyse ist eine App, mit der du 360°-Bilder erstellen kannst. Mit einem Schwenk deines Smartphones oder per Drag'n'Drop kannst du so Dinge von allen Seiten zeigen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

360°-Videos erfordern heutzutage noch viel Geld und Know-How. 360°-Bilder hingegen sind mit Fyuse in unter 20 Sekunden erstellbar. Die App ist schockierend simpel und eine kleine technische Meisterleistung. Chapeau!

Ach, ist das kompliziert.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

|
|
|
|
|
|

kostenlos (Beta)
englisch
2 Minuten
1 Minute
URL, Embed, Social Media
FAQ


zum Tool

... dachte ich kürzlich, als ich für einen 360°-Video-Dreh nach einer Kamera recherchierte. Und so teuer! Derzeit herrscht Aufbruchstimmung in der Virtual-Reality-Branche. Doch die Technik ist aufwendig, der Schnitt bestenfalls komplex.

Umso überraschter war ich, als mir Fyuse über das Smartphone huschte. Eine App, die keine Videos aber Bilder in die dritte Dimension erweitert. Die Produktion der dreidimensionalen Bilder geschieht innerhalb von Sekunden, die Berechnung des Algorithmus ist selbst schon fast ein Kunstwerk.

Journalisten können so plastischer denn je bebildern und die Dinge von mehreren Seiten beleuchten.

Anschauungsbeispiele

Das Leben der Anderen

Die App gibt es sowohl für Fallobst- als auch Roboterliebhaber. Auch ein WordPress-Plugin wurde programmiert. Allerdings funktioniert die Einbettung bei uns auch ohne zusätzlichen Code. Ist die App erst einmal installiert und ein Account eingerichtet, gelangt man in ein semi-übersichtliches Dashboard. Als erstes begrüßt ein Feed von Fyuse-Bildern anderer User, in dem sich leicht zu beeindruckende Erstnutzer schnell verlieren. Wir sind jedenfalls eine halbe Stunde im Zimmer herumgelaufen und haben Hunde und Katzen von allen Seiten betrachtet.

Daneben gibt es die Instagram-typischen Chanels wie "Beauty", "Travel", "Cute" (=Cats) und "Vroooom" (=Autos), in denen der Feed untergliedert ist. Auch nach User und Hashtags lässt sich das Fyuse-Angebot durchsuchen. Viel wichtiger ist jedoch die dritte Funktion. Hier kannst du endlich selbst Hand anlegen.

Fyuse-Filmen für Anfänger

Toucht du diese an, öffnet sich eine Kamera-Optik mit rotem Balken am unteren Ende. Wird dieser gedrückt, beginnt das Smartphone im Grunde Dutzende Bilder zu schießen. Vier Pfeile weisen dich darauf hin, die Kamera nun entlang einer dieser Richtungen zu bewegen. Vor allem die Bewegung um einen Gegenstand herum wird später die optische Illusion der Bildtiefe entstehen lassen.

Bis das erste Fyuse-Bild gelingt, bedarf es einiger Versuche. Doch Bedienung und Film-Konzept sind absolut intuitiv. Ist der Bilderreigen abgedreht und der rote Balken wieder freigegeben, berechnet die App anhand von Markern die Überschneidungen der einzelnen Bilder. Das ist schon rein optisch faszinierend.

So what?

Damit ist dein Job getan. Die App hat nun ein schwenkbares Bild zusammengeschnitten, das im Grunde aus vielen Bildern besteht. Was auf den ersten Blick als faszinierende Spielerei anmutet, hat absolut journalistisches Potenzial. Denn realistischer und erlebnisreicher lassen sich Dinge als Bild derzeit nicht abfotografieren.

Tricks für Pros
Willst du die Bilder in deine Webseite einbetten, musst du ein wenig tricksen. Hast du ein Fyuse-Bild ausgesucht, musst du dessen Link in einem externen Browser öffnen – beispielsweise indem du dir das Bild über die "Share"-Funktion der App via Email schickst. Einmal aufgerufen kann nun mittels des "Share"-Buttons auch der Embed-Code abgerufen werden. In der App ist dies nicht möglich.

Ob ein Schwenk um den Kopf eines Amazonas-Häuptlings oder einen vorbeischwimmenden neu entdeckten Fisch – die Einsatzmöglichkeiten bei Reportagen oder Wissenschaftsartikeln sind zahllos. Da die Bilder natürlich auch Bewegungen mit ablichten, können Veränderungen der Szenerie noch weitere Tiefe erzeugen.

Ist das Bild fertig, kann es über Social Media gepostet werden. Smartphone-User können es sich durch Schwenks des Handys anschauen, Laptop und PC nutzen die Maus und Drag'n'Drop. Zudem handelt es sich nicht um datenreiche Videoformate, was mobilen Usern gefallen dürfte.

Warnen müssen wir jedoch vor den gesellschaftlichen Folgen dieser App. Denn es ist zu befürchten, dass Selfie-Stock-bewährte Narzissten ihr Smartphone bald pausenlos um sich kreisen lassen werden, um auch wirklich jedes Detail ihres fabulösen Daseins abzulichten.

Pro

Die App ist klasse. Simple Bedienung. Schnelle Ergebnisse. Erstaunliche Qualität. Selbst das dritte Hund-hechelt-in-Kamera-Rundum-Video hat uns noch begeistert. Das will etwas heißen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass die App nicht nur kostenlos ist, sondern auch keine In-App-Käufe verlangt. Bei der Datengier haben wir auch schon Schlimmeres erlebt.

Kontra

Nun, wenn wir meckern sollen, dann über das verbesserungswürdige Dashboard. Zudem stürzt die App jedes Mal ab, wenn wir sie neu aufrufen und beim letzten Mal nicht ordentlich geschlossen hatten. Da Fyuse aber derzeit noch in der Beta-Phase ist, kann man darüber hinwegsehen. Die komplizierte Abfrage des Embed-Codes hingegen ist ein wenig ärgerlich.

Bleiwüsten abonnieren:

Fazit & Alternativen

Machen wir es kurz: Die App verspricht viel – und hält es. Nicht jeder Einsatz von Fyuse wird in jeder journalistischen Situation Sinn machen. Aber wer es punktuell und durchdacht benutzt, kann seinem Publikum einen echten Mehrwert bieten.

coole Beispiele

Gute Einsatzmöglichkeiten sind Rundum-Bilder von visuell starken Protagonisten, Reisereportagen von 360°-Pyramiden oder das Innenleben einer Kirchenuhr.

Alternative Apps, die Vergleichbares können, sind uns nicht bekannt.