Easy Zoom

Das Programm Easy Zoom erlaubt es, sehr große Bilder via iFrame in die eigene Webseite einzubetten. Mit kleinen Markern kannst du Details des Bildes erklären. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Easy Zoom ist ein kleines, schlankes Tool, das Bilder und Pins verknüpft. Anders als StoryMaps oder Closr führt es nicht mittels einer Navigation-Funktion durch die Marker. Mir fehlen vor allem Individualisierungsmöglichkeiten.

ThingLink war wohl das erste Programm, das Bilder mit Markern verknüpfte und so Geschichten auf visuell ansprechendem Untergrund erzählen wollte. 

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart

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Basic: kostenlos
Pro: ab 15 € / Monat
deutsch
5 Minuten
10 Minuten
URL, Embed


zum Tool

Mittlerweile gibt es so manch andere Versuche, einige haben wir bereits getestet. ThingLink hat sich derweil zu einem Premium-Tool für 360°-Bilder entwickelt, das ordentlich Geld kostet. Eine deutlich billigere, dafür aber auch abgespecktere Lösung bietet das neue Programm Easy Zoom. 

Das Tool wird dem Kölner Startup Smart in Media entwickelt und hat sich auf extrem große, hochauflösende Bilder spezialisiert. Gedacht war es von den Gründern (und Ärzten) Martin Weihrauch and Alberto Perez Bouza wohl vor allem für Naturwissenschaftler und Mediziner. Aber auch für Journalisten ist die Software interessant, weil der Betrachter in die großen, detailreichen Aufnahmen hineinzoomen kann und dort Marker mit Wissens-Häppchen bekommt. 

Derzeit finden sich unter den hochgeladenen Bildern bei Easy Zoom vor allem mikroskopische Aufnahmen von Zellen und (wunderschönen) Insekten. Aber auch eine journalistische Umsetzung für aktuelle Themen ist möglich, wie hier eine Darstellung des Trappist-1-System, das vergangenen Woche durch die Medien ging

Anschauungsbeispiel

Upload und Editor

Easy Zoom ist im Vergleich zu anderen Programm angenehm leicht zu bedienen. Hast du dir einen Account erstellt, ist für dich der einzige, stets omnipräsente "Bild hochladen"-Button interessant. Wähle dein Bild aus – es kann gar nicht groß genug sein – und ziehe es auf den Easy-Zoom-Server.

Ist es online, kannst du dein Bild mit einem Titel, einem Begleittext und Meta-Tags beschriften. Schließlich lädt dich der etwas hochtrabende Button "Annotationen hinzufügen" ein, deine Marker zu setzen. Nun kannst du über einen sehr einfachen Editor Pins auf das Bild ziehen und dort Texte einfügen. 

Drei Kritikpunkte

Und hier kommt wohl auch gleich mein größter Kritikpunkt an Easy Zoom ins Spiel. Genauer: Es sind drei. Erstens ist es nicht möglich einen Marker – einmal gesetzt – auf dem Bild an die richtige Position zu schieben. Hast du ihn einmal platziert, kannst du ihn nur löschen und es erneut versuchen. Zweitens stehen dir für die Pins gerade einmal 18 quietschbunte Icons zur Verfügung. Drittens ist es leider, leider nicht möglich, den Text der Marker zu formatieren. Weder existieren Buttons, die Schriftarten ändern oder Texte fetten könnten, noch kann der Text-Editor HTML lesen, sodass man über ein bisschen Code den Text formatieren könnte. Schade, sehr schade. 

Tricks für Pros
Easy Zoom bietet die (deaktivierbare) Möglichkeit, dass andere User auf deinem Bild Marker setzen. So könntest du vielleicht mit deinen Lesern zusammenarbeiten, wenn du sie animierst, sich zu beteiligen.

Hast du alle Pins verteilt, ist auch schon alles getan. Dein Projekt ist online und kann über einen abrufbaren iFrame-Code in deine Webseite eingebettet werden. Dort wird es mit einer Navigationsleiste an der oberen Kante ausgespielt, auf der ein kleines Branding des Startups prangt. Ansonsten gibt es keine Wasserzeichen. Marktführer ThingLink hatte in der kostenlosen Variante stets ein sperriges Branding eingebaut. Easy Zoom ist hier benutzerfreundlicher. 

Das Tool akzeptiert Bilder bis zu einer Größe von 8 GByte. Allerdings bietet dir die kostenlose Variante nur einen Speicherplatz von 2 GB. Die kostenpflichtige Version beginnt mit 15 Euro im Monat und bietet neben mehr digitalem Stauraum auch die Möglichkeit, ein Wasserzeichen deiner Wahl über das Bild zu ziehen – falls du eine unkontrollierte Verbreitung deines Fotos begrenzen willst. 

Pro

Easy Zoom ist kostenlos, leicht zu bedienen und schnell gemacht. Bei anderen Programmen hatte ich oft das Gefühl, viel Zeit bei der Erstellung zu verlieren. Bei Easy Zoom ging alles recht flott. Zudem verkneift sich das Tool ein auffallendes Branding in der kostenlosen Version – sehr kulant. 

Kontra

Nun, Easy Zoom erfindet das Rad nicht neu. Andere hatten ähnliche Ideen und haben sie schon opulenter umgesetzt. Mehr Einstellungsoptionen, mehr Icons und vor allem eine Userführung durch eine lineare Navigation fehlen. Da zeigt sich, dass das Programm weniger für Journalisten und ihre Leser als vielmehr für Wissenschaftler und Fotografen entwickelt wurde.

Fazit & Alternativen

Easy Zoom ist für mich der kleine Bruder von StoryMaps. Ähnlich wie das großartige Tool aus den USA lässt es den User via Zoom abtauchen. Allerdings ist Easy Zoom weit leichter zu bedienen – bietet aber auch viel weniger Möglichkeiten. 

coole Beispiele

Die anderen beiden, ähnlichen Programme der Knight Lab Foundation sind TimeMapper und Snapmap. Sie haben aber nur Karten – keine Bilder – im Angebot. TimeMapper beinhaltet zudem einen Zeitstrahl. Eine Karten-Variante in 3D bietet Timescape. Mit Odyssey, Mapme, Maphub und Mapjam kannst du bepinnbare 2D-Karten erschaffen. Die beiden bekanntesten Programme in diesem Bereich sind aber fraglos Carto und Mapbox, die ich nur ausdrücklich empfehlen kann.

Sehr nahe an Easy Zoom kommt auch noch Closr, das – anders als das besprochene Tool – eine Navigationsführung durch die Pins anbietet. Das große Vorbild vieler der hier genannten Programme ist mit Sicherheit aber ThingLink, das wir erst kürlich noch einmal besprochen haben, weil die Software mittlerweile 360°-Bilder anbietet.