Dropbox Paper

Dropbox Paper ist ein Konkurrent von Google-Drive und eignet sich als digitaler Schreibtisch. App und Web-Programm bieten dir Docs, die du mit anderen bearbeiten kannst. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Paper ist ein schön designter Konkurrent zu Googles Drive, der jedoch noch in der Beta-Phase ist und sich deswegen noch nicht so intuitiv bedienen lässt, wie der Marktführer. Die App ist noch deutlich weniger fortgeschritten. Hier fehlt noch so Einiges. Auch der geringe Speicherplatz von zwei Gigabyte ist ärgerlich.

Muss es immer Google sein? Mit seiner Vielzahl an Diensten ist der IT-Konzern wohl im Arbeitsalltag der Meisten omnipräsent. Gmail, Drive, Maps, Keep – Googles Services ist einfach zu bequem, um es nicht zu benutzen. 

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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Basic: kostenlos
Pro: 8,25 €/Monat
englisch
10 Minuten
App, Browser
Youtube
FAQ


zum Tool

Doch muss das sein? Warum nicht mal auf einen anderen Dienst zurückgreifen? Nun, Paper vom Cloud-Dienst Dropbox ist ein solches Programm, das ähnlich wie Googles Drive Docs anbietet, die du im Team bearbeiten kannst. Dropbox Paper ist zwar derzeit in der Beta-Phase, allerdings dauert diese bereits seit über einem Jahr. 

Gegenüber seinem übermächtigen Konkurrenten punktet Paper durch ein schickes Design, das sich von dem funktionalen Material Design des Drive-Accounts abhebt. Dafür läuft die Bedienung noch nicht so intuitiv wie beim Wettbewerber. 

Anschauungsbeispiel

Dropbox_paperDropbox_paper

Das digitale Office

Um Dropbox Paper zu nutzen, musst du dich nur in deinen Dropbox-Account (so du denn schon einen hast) einloggen. In der linken Leiste findest du an vierter Stelle einen Reiter namens "Paper". Klickst du darauf, wirst du in das "Paper"-Studio weitergeleitet. Nun siehst du auf der linken Seite erneut drei Reiter. "Docs" und "Folder" sind für dich relevant. Erwartungsgemäß kannst du unter "Docs" Dokumente anlegen und unter "Folder" auf die Ordnerstruktur zugreifen. 

Leider bietet Paper dir nur Textdokumente an. Tabellen-Formate und andere suchst du vergeblich. Dafür ist aber zumindest das Doc-Format schön gelayoutet. Anders als Googles Doc verabschiedet sich Dropbox von dem viereckigen Blattformat – und das ist so kühl aber gut designt, dass man sich auch bei einer Präsentation mit Publikum nicht zu schämen braucht. Googles Docs versprühen dahingehend ja meist den Charme einer Baustelle. 

Intuitiver, reduzierter Editor

Paper verzichtet zudem auf eine Funktionsleiste, wie man sie aus Word, LibreOffice oder eben Google Drive kennt. Stattdessen können Blocks eingefügt werden. Klickst du an eine Stelle im Sheet, erscheint ein "Plus"-Symbol, über das Bilder, Cloud-Dateien, Tabellen, Listen, To-Dos, Codes und Trennstriche eingefügt werden. Das ist gut gelöst und intuitiv zu bedienen. Vor allem die Bilder-Einbettung sieht schlicht edler aus als beim wichtigsten Konkurrenten. 

Markierst du Abschnitte eines Textes, kannst du das Design leicht verändern. Titel, Zwischenüberschriften und Verlinkungen kannst du erstellen. Allerdings ist der Editor arg begrenzt. Schon um einen Text kursiv zu stellen, musst du einen Shortcut kennen (Strg + i). Paper bietet dir dafür keinen Button. Auch Schriftgröße und Schriftart sind festgelegt. 

Dafür haben sich die Dropbox-Designer wirklich Mühe bei der Kommentarfunktion gegeben. Die sieht gut aus, ist logisch und kann Animations-Gifs – nicht ganz unwichtig in unseren Zeiten. Zudem ist die Kommentarfunktion für Arbeiten im Team nicht zu unterschätzen. Paper versteckt sie dankenswerterweise nicht so sehr wie Google Drive. 

Die App: nur beschränkte Funktionen

Und dann ist da noch die App. Die ist der Webversion erwartungsgemäß nicht unähnlich, bietet aber leider einen noch stärker reduzierten Editor als Paper im Browser. Im Test war es mir nicht möglich, Text in irgendeiner Weise zu formatieren. Die entsprechenden Buttons scheinen auf verzweifeltes, ostentatives Drücken nur bei ausgewählten Nutzern zu reagieren. 

Und dann gibt es da noch diesen einen Bug, der wahrlich ärgerlich ist: Ordner. Während du in der Web-Variante über den Reiter "Ordner" noch eine hierarchische Struktur deiner Dokumente anlegen kannst, geht das in der App scheinbar nicht. Ich habe keine Funktion gefunden, Ordner anzulegen, geschweige denn zu löschen. Letztere ist schon in der Web-Version kompliziert und verbirgt sich hinter der Funktion "Aufräumen". Die App scheint so etwas für nebensächlich zu halten. Auch das "Löschen" von Docs führt lediglich dazu, dass die Dokumente in den Ordner "Aufgeräumt" verschoben werden. 

Pro

Paper bietet auch in seiner kostenlosen Basisversion einen Mehrwert. Die nahe Anbindung an die Dropbox-Cloud ist zwar nicht verwunderlich, aber sicher nutzerfreundlich. Beim Design überflügelt Paper Google sogar, bei der Funktionalität nicht. Dafür ist Paper aber auch noch in der (schon lange andauernden) Beta-Phase. Hier wird also vielleicht noch nachgebessert. 

Kontra

Als Freund guter User-Experience und einer durchdachten Navigation fremdle ich mit Paper. Das Programm will leicht bedienbar sein und so schnell digital Freunde finden. Doch ein zu stark reduzierter Editor und die sehr unhandlich zu bedienende Ordnerstruktur vermiesen mir die Laune. Als Herr Hunderter Dokumente wünsche ich mir ein immer wiederkehrendes Dashboard, um meine Daten zu verwalten. Papers – sich stets verändernde – "Zuletzt verwendete Dokumente"-Startseite ist für mich komplett nutzlos. 

Fazit & Alternativen

Jeder, der gegen ein ausgereiftes Google-Produkt antritt, hat es schwer. Der IT-Konzern versteht einfach sehr viel von Navigation und User-Interfaces. Umso erfreulicher, dass Dropbox ein Konkurrenzprodukt wagt. Ob es bald meinen Drive-Account ersetzt, wage ich zu bezweifeln. Dafür muss Paper noch nachliefern. 

Alternativen sind zum Beispiel das OpenSource-Projekt EtherpadZoho und der digitale Schreibtisch-Allrounder Evernote.