DaVinci Resolve

DaVinci Resolve ist ein non-destruktives Video-Schnittprogramm für den Desktop. Das Tool bietet ähnlich viele Funktionen wie Avid, Final Cut und Premiere und ist trotzdem kostenlos. 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

DaVince Resolve ist ein verd**** mächtiges Tool, das meinen "Ach hätte ich nur Avid"-Seufzern ein Ende bereitet. Du brauchst einige Zeit, um dich in das Schnittprogramm einzufinden, aber dann bietet es dir alles, was du brauchst. Und das alles für Umme.

Gefühlte fünf Jahre suche ich nun schon nach einem ordentlichen Schnittprogramm für Laptop oder Notebook. Avid, Final Cut und Premiere waren mir stets zu teuer (Shame on you, Avid! Shame!). Diverse Raupkopien haben mir stets viele Sorgen bereitet. Nun hat die Suche ein Ende. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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kostenlos
englisch
eine Woche
diverse Video-Formate
Youtube
Handbuch


zum Tool

Die Lösung heißt: DaVinci Resolve. Ein Programm, das ich erst vor kurzem von einem Kollegen genannt bekam, und das ich nun ein wenig getestet habe. Um es kurz zu machen: Es ist geil – und kostenlos. 

Eigentlich handelt es sich bei der Software ursprünglich nicht um ein Schnittprogramm. BlackMagic, die Firma hinter dem Tool, macht ihre Knete mit dem Verkauf von völlig überteuerten Profi-Farbmisch-und-Korrektur-Pulten. Halb Hollywood arbeitet wohl mit der Technik. Doch mittlerweile hat BlackMagic an seine Farbkorrekturen-Software einen Schnitteditor angebaut und stellt das Programm kostenlos im Netz bereit. 

Anschauungsbeispiel

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Der Download & die vier Reiter

DaVinci Resolve spielt in einer Liga wie die drei großen, am meisten genutzten Profitools. Nur wenn du deine Filme in 4k exportieren, mehrere Grafikarten zum Rendern nutzen oder 3D-Filme bearbeiten willst, wird es schwierig. Hast du die Software einmal heruntergeladen, kannst du dir die Oberfläche im Stil von Avid, Final Cut und Premiere einrichten oder die native Konsole von DaVinci nutzen. 

Die Software steuerst du über drei Reiter, die du (!) unten findest. "Media", "Edit", "Color" und "Deliver" erlauben dir deine Video-Dateien zu öffnen, editieren, farblich nachzubearbeiten und zu exportieren. DaVinci bietet daneben eine Fülle an Menüs und Einstellungsoptionen, wie es Video-Schnittprogramme überlicherweise aufweisen. Das führt zu einer gewissen Unübersichtlichkeit. Im Vergleich zu der Konkurrenz ist DaVinci Resolve aber noch tugendhaft, was die Nutzerfreundlichkeit anbelangt. 

Der Editor

Das für dich wahrscheinlich wichtigste Feld, der Editor, ist wie bei den meisten anderen Schnittprogrammen organisiert. Ein Media-Pool erlaubt die Ablage von Video-Dateien in Bin-Strukturen. Im unteren Bereich siehst du einen Source- und Timeline-Viewer, auf dem du schneidest. Darüber prangen die gewohnen zwei Monitore mit der Quelldatei und der Schnittdatei. 

Der Schnittprozess erfolgt wie üblich über Drag'n'Drop, Doppelklicks und Trimm-Werkzeuge und erlaubt framge-genaues Schneiden. Auch Tastenkürzel sind vorhanden und lassen sich manuell editieren. Überhaupt lässt sich ziemlich viel gemäß deinen Vorlieben einstellen. So lässt sich beispielsweise die Höhe der Vorschaubilder in jeder Videospur festlegen. 

Farbkorrektur und Export

Das wahre Herzstück von DaVinci ist zugegebenermaßen der Reiter "Color". Hier lassen sich Farb-Räder, -Säulen und -Kurven so manipulieren, dass dein Film ganz nach Wunsch in einer kühlen, blauen Optik einer technischen Dystopie erstrahlt oder doch – dank künstlicher Rottöne – an das satte Ambiente eines Sonnenuntergangs erinnert. Wirklich gute Ergebnisse bekommt aber wohl nur jemand damit hin, der davon Ahnung hat. Ich jedenfalls nicht. 

Am Ende lässt dich das Programm natürlich Film und Schnittwerk exportieren. Die Einsellungen dafür kannst du ganz individuell vornehmen – oder du nutzt eine vorgefertigte Variante, die bereits für Youtube oder Vimeo optimiert ist. Auch die nativen Dateiformate von Final Cut Pro 7, Premiere XML, Avid AAF und Protools stehen zur Verfügung – falls du dein Projekt noch einmal in einem anderen Programm bearbeiten willst. 

Pro

DaVinci bietet kaum mehr als Avid, Prmiere und Co – und das ist verdammt viel. Ein Profi-Schnittprogramm für Umme, das gibt es selten. Dabei verfügt das Tool über eine große Anzahl an Individualisierungen, versucht aber trotzdem seine Oberfläche nicht zu sehr zu überfrachten. 

Kontra

Wenn man überhaupt etwas kritisieren kann, ist es die Komplexität und Tiefe, die das Programm bietet. Bis du dich wirklich in das Tool eingearbeitet hast, dürfte mindestens eine Woche vergehen. Aber ganz ehrlich – das ist bei allen anderen Profi-Schnittprogrammen nicht anders. 

Fazit & Alternativen

Bei DaVinci Resolve komme ich ein wenig ins Schwärmen. Es ist ein stabiles, mächtiges, gut durchdachtes Cutter-Programm. Kein Vergleich zu mickrigen Anfänger-Tools wie Windows-Movie-Maker oder iMovie. Stattdessen ein Konkurrent zu den großen Drei. Außerdem löst es schlicht ein Problem für mich: Eindlich ein ordentliches Schnittprogramm, das mich Gelegenheitscutter nicht in den Ruin treibt. 

Alternativ haben wir bisher nur wenige Programme getestet. Einfach weil es kaum gute gibt, für die nicht gleich ordentlich gezahlt werden muss. Das Mobile-Reporting-Tool Splice hilft die Videos unterwegs zu schneiden. Adobe Spark eignet sich hingegen eher für kurze Erklärvideos.