Chatfuel #1

Messenger-Dienste könnten die großen Traffic-Liferanten der nächsten Jahre werden. Chatfuel ist ein Programm mit dem du Chatbots erstellen kannst. Derzeit unterstützt Chatfuel Telegram und Facebooks Messenger.

Teil 1: Chatbots für Telegram
Teil 2: Chatbots für Facebook Messenger

 

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Chatfuel in Telegram ist kompliziert bei der Einrichtung. Hast du dir aber einmal die Mühe gemacht, läuft der Bot automatisch und versorgt deine Leser mit Push-Notificatinos, ohne dass sie eine App von dir installiert haben müssen. Eine Technologie mit viel journalistischem Potential.

Seit einiger Zeit wird bereits geflüstert: Messenger werden das nächste große Ding. Alle großen Player wie Facebook und Google arbeiten daran. Bald sollen Firmen Zugang zu Chatbots für Vermarktungszwecke erhalten.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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kostenlos
englisch
1-2 Stunden
keine
Bot
Help


zum Tool

Dabei ist die Technologie weder neu noch sonderlich innovativ. Bereits seit Jahrzehnten existieren Bots. Neu jedoch ist die Verbreitung von Messengern auf fast jedem Smartphone. WhatsApp, Telegram, Snapchat, Threema, Facebooks Messenger, etc. bieten Anknüpfungspunkte, damit Bots über Push-Meldungen aktiv werden können.

Hinzu kommt, dass sie intelligenter werden und menschenähnliche Gespräche ermöglichen sollen. Wahre KI sollen es werden, glaubt man den Versprechungen von Facebook und Google. Sollten sie sich tatsächlich etablieren und beispielsweise über Sprachsteuerungen – wie in Star Trek erdacht – alle technischen Eingabe-Hürden überwinden, werden sie wahrscheinlich manuell zu steuernde Apps komplett verdrängen.

Grund genug, sich bereits früh mit dem journalistischen Nutzen der neuen KIs zu beschäftigen.

Anschauungsbeispiel

AnschauungsbeispielAnschauungsbeispiel

Dem Bot das Krabbeln beibringen

Der Bot, den ich nun vorstelle, ist der simpelste, der derzeit wohl möglich ist. Das Ziel: Er soll mir jede Woche Bescheid sagen, wenn auf diesem Blog ein Beitrag erscheint. Die Möglichkeiten gehen bereits jetzt schon weit darüber hinaus. Wer kreativ Filter und Wenn-Dann-Bedingungen kombiniert, kann seinen Bot weit intelligenter machen.

Für heute soll es aber erst einmal dabei bleiben, wir basteln uns einen Push-Notification-Bot. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Methoden: 1. der User muss sich nicht erst eine App auf dsa Smartphone installieren (und ich ihm keine programmieren), 2. er bekommt die Nachricht dort, wo er sich ohnehin viel aufhält (im Chatprogramm) und 3. ich kann mit zunehmender Intelligenz meines Chatbots weitere Funktionen anbieten.

Es gibt bereits einige Programme, die Chatbots anbieten. Meine Wahl fällt zum Anfang auf Chatfuel weil es bereits auf zwei wichtigen Messengern vertreten ist: Telegram und Facebooks Messenger. Um deinen eigenen Bot zu kreiieren, brauchst du natürlich ein Konto bei diesen Messengern. Den Anfang machen wir mit Telegram.

Dem Bot das Laufen beibringen

Öffne Telegram und gib in das Suchfeld Chatfuel ein. Der Account, der erscheint, ist selbst ein Bot, der dich bei der Bot-Installation unterstützt. Schreibe ihm im Chat die Nachricht "/addbot". Er wird dir sagen, dass du dich an den Botfather, den Meta-Bot von Telegram wenden sollst. Suche ihn im Suchfeld und schreibe ihm die Nachricht "/newbot". Er erstellt dir deinen Bot, fragt dich nach seinem Namen und gibt dir am Ende einen wichtigen Token. Kopiere ihn.

Und schreibe ihn dann dem Chatfuel-Bot, den du zuerst kontaktiert hast. Er wird dich dann zum Administrator machen und dir einen Link senden, der dich zu deinem neuen Bot geleitet. Ähnlich wie bisher kannst du nun via Nachrichten deinen Bot personalisieren. Viel wichtiger ist jedoch, ihm das Sprechen beizubringen.

Dem Bot das Sprechen beibringen

Unser Bot soll lediglich Bescheid geben, wenn ein neuer Artikel erscheint. Die einfachste Methode ist, ihm die Informationen über RSS-Feed zukommen zu lassen. Klicke dazu unten auf den Button im Chat-Fenster. Er wird dir nun einige Dienste anbieten, die bereits ohne größere Hürden funktionieren. Darunter Instagram, Youtube, Twitter, Facebook, Gmail, Evernote und auch RSS.

Tippst du auf RSS, fordert dich dein Bot auf, ihm die Feed-Adresse zu geben. Für unsere Bleiwüstenblog ist das "bleiwüsten.de/feed/?post_type=work". Natürlich kannst du andere Dienste nutzen oder kombinieren. Wirklich spannend wird es jedoch erst, wenn du einen externen Dienst wie Zapier oder IFTTT nutzt. Das sind Dienste, die unterschiedlichste Apps verknüpfen.

Tricks für Pros
Der Chatbot kann natürlich auch Webseiten überwachen, die mir nicht gehören. Er kann als Verbreitungs- und als Recherchewerkzeug dienen. Bei meiner täglichen Arbeit bei Turi2 lasse ich mich von einem Bot informieren, wenn auf einigen wenigen, wichtigen Seiten, neue Artikel erscheinen. In meinem Feed-Reader würden diese Posts gnadenlos untergehen.

Simpel gesprochen: Steigt die Temperatur in deiner Wohnung über 25 °C, erwacht dein smartes Thermometer, sammelt die Daten in einer Excel-Tabelle, twittert darüber und schickt dir – nun auch via Chatbot – eine Nachricht, dass deine Wohnung beginnt, deine Zimmerpflanzen zu rösten. Klingt sinnlos? Vielleicht. Aber je intelligenter du die Programme verbindest, desto nützlicher können sie sein.

Fürs erste erprobt sich unser Beispielbot aber nur darin, Inhalte dieser Webseite zu verbreiten. Wenn du also Lust hast, weiter News über Tools für Journalisten zu bekommen, Twitter aber zu sehr vorbeirauscht, Facebook blöd ist und du Newsletter eh nie liest, dann probier doch einfach unsere neuen Chatbots aus. Diese Woche für Telegram, nächste für Facebook Messenger. Einfach auf diesen Link klicken (funktioniert natürlich nur auf deinem Handy, wenn du Telegram installiert hast ;)).

Pro

Wenn Chatbots so wichtig werden, wie die klugen Köpfe von Facebook, Google, etc. glauben, dann wird diese Technologie für den Journalismus bald eine große Rolle spielen. Das Individualisieren von News, das Vermenschlichen des Erzählsstils in Form eines Gesprächs, die unendlichen Kombinationsmöglichkeiten von Apps und Wenn-Dann-Funktionen und die leichte Zugänglichkeit zu dieser Technologie werden uns sehr wahrscheinlich stark beschäftigen. Chatfuel selbst ist noch stark in der Entwicklung. Allein das Erstellen eines Facebook-Messenger-Bots (was ich nächste Woche vorstellen werde), funktioniert erst seit wenigen Tagen. Trotzdem kannst du mit dieser Technologie im Grunde auf knapp eine Milliarde Endgeräte gelangen. So viele Nutzer von Telegram und Facebook Messenger gibt es nämlich. Und das ohne je eine teure App programmiert zu haben. Ist der Bot erst einmal erstellt, arbeitet er still vor sich hin und kann dir viel Arbeit bei der Verrbeitung deiner Inhalte abnehmen.

Kontra

An Chatfuel stören derzeit drei Dinge: Die Einrichtung des Bots ist alles andere als intuitiv. Einen Chatbot via Chat einzurichten ist – gelinde gesagt – großer Mist. Zweitens sind die mit dem Bot nativ verknüpfbaren Dienste noch nicht zahlreich. Willst du ungewöhnlichere Funktionen als Facebook, RSS oder Twitter nutzen, musst du auf andere Dienste wie IFTTT zurückgreifen. Schlussendlich sind Chatbots derzeit relativ ungebräuchlich. Die User haben sich noch nicht daran gewöhnt und werden deinen Bot nicht aktiv suchen. Willst du ihn erfolgreich machen, musst du ihn promoten.

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Fazit & Alternativen

Chatbots sind bisher ungebräuchlich – doch das wird sich sehr, sehr wahrscheinlich ab dem Sommer 2016 ändern. Dann wollen Player wie Facebook mit seinem Messenger und Whatsapp auf den Markt drängen.

coole Beispiele

Spätestens dann wird sich der Wind drehen. Bisher arbeiten über 10.000 Entwickler an der Erstellung von Facebook-Bots. Statt dir nun andere Programme vorzuschlagen, die vergleichbares können, empfehle ich dir lieber den Bot-Store von Telegram. Hier kannst du Bots abonnieren und schauen, was derzeit möglich ist. Drei interessante findest du unter "Coole Beispiele".