CartoDB

Mit CartoDB kannst du auf Karten Daten visualisieren. Das Programm bietet unendlich viele Einstellungen und ist trotzdem simpel zu bedienen. Daumen hoch auf allen Ebenen.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

CartoDB ist das beste Karten-Daten-Visualisierungsprogramm, das ich bisher in den Händen hatte. Es ist leicht zu lernen und bietet doch alle Freiheiten. Einzig der deftige Preis für Premium-Accounts verdirbt die Laune.

Datenvisualisierung ist zeitaufwendig.

Fakten & Daten

Preis

Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Support

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Basic: kostenlos
Pro: ab 149$/Monat
englisch
15 Minuten
20 Minuten
URL, Embed
Tutorial


zum Tool

Deswegen sparen sich viele Redaktionen die Mühe. CartoDB ist die Lösung für dieses Problem. Es ist schnell zu lernen, simpel zu bedienen und lässt auch Profis alle Spielräume. Ein Traum. Für das Anschauungsbeispiel habe ich weniger als 20 Minuten benötigt – ohne das Programm jemals zuvor benutzt zu haben.

Die Karte zeigt das Auftreten der Asiatischen Tigermücke seit 1964, die das gerade medial gehypte Zika-Virus überträgt. Die Daten sind hier zu finden und entstammen diesem Datensatz. Innerhalb einer halben Stunde hätte ein Artikel über die Gefahr für schwangere Frauen durch eine informative Karte komplettiert werden können – ganz ohne Datenjournalismus-Studium.

Anschauungsbeispiel

Die quantifizierte Welt

Am Anfang war das Wort, heißt es in einem schon ein wenig in die Jahre gekommenen Bestseller. Bei CartoDB ist es die Zahl, die am Anfang steht. Für die Recherche eines Datensatzes stehen viele Datenbanken zur Verfügung. Forschungsinstitute, ThinkTanks, die EU, OSZE und Tausend andere professionelle Erbsenzähler stellen ihre Schätze offen ins Netz.

Lade dir den Datensatz möglichst als CSV herunter. Dann melde dich bei CartoDB an. Es ist klug, sich einen sinnvollen Benutzernamen zu geben, weil dieser am Ende öffentlich unter der Karte erscheint. Dann führt dich die Software in ein übersichtliches, wenn auch noch leeres Dashboard. Mit einem Klick auf "New Map" startest du das Abenteuer.

Doch bevor du nun die Daten einliest, solltest du sie überprüfen. Fehlende Angaben und falsche Daten müssen bearbeitet werden. Das funktioniert zwar auch später noch in CartoDB. Das Arbeiten in einer Excel-Tabelle geht aber dank bereits bekannter Bedienung meist schneller von der Hand.

Daten einlesen

Dann ist es soweit: Du kannst deinen Datenschatz über Google Drive, Dropbox, Box und als Excel- bzw. CSV-Datein einfügen. Solltest du Tweets zu einem bestimmten Hashtag veranschaulichen wollen, geht auch das. Ebenfalls im Angebot sind als Importquellen MailChimp, Instagram, ArcGis Server und SalesForce. CartoDB bietet zudem selbst bereits hochgeladene Datensätze an. Für die Suche nach neuen Themen sicher einen Klick wert.

Sind die Daten eingelesen, kommst du in die Daten-Kontroll-Ansicht. Hier kannst du noch verändern, löschen und hinzufügen. Klickst du auf "Map View" werden deine Daten visualisiert, was durchaus eine halbe Minute beim ersten Mal dauern kann. Unser Mücken-Datensatz enthält über 40.000 Einträge.

Auf der rechten Seite bieten dir nun kleine Tabs die Möglichkeit, deine Karte deinen Wünschen anzupassen. Im (wichtigsten) "Wizard Tab" stellst du die Art der Karte und die Feinjustierung ein. Es stehen dir Heatmaps und diverse Bubble-Karten-Arten zur Verfügung.

 

Weitere Optionen

Im "Infowindow Tab" findest du die Einstellungen, was geschehen soll, wenn der Leser mit der Maus über eine Datenmarkierung hovert bzw. darauf klickt. Im Anschauungsbeispiel werden bei "Hover" Land und Jahr angezeigt, Klick-Optionen sind deaktiviert. Unter "CartoCss" können Profis, die CSS beherrschen alle Einstellungen manuell ändern.

Oben links im Editor gibt dir CartoDB die Möglichkeit artfremde Objekte in die Karte zu ziehen. So kannst du Bilder verankern. Sinnvoller sind hingegen eine Titelbox und das sogenannte "Annotation Item". Wie im obigen Anschauungsbeispiel kannst du so Anmerkungen auf der Karte platzieren.

Tricks für Pros
CartoDB gibt dir die Möglichkeit die Karte selbst zu gestaltet. Neben Kartenmaterial der NASA und von TileJSON steht Mapbox bereit. Das Programm habe ich schon einmal vorgestellt und war bereits damals ein bisschen begeistert.

Das eignet sich vor allem, wenn du Daten Besonderheiten zeigen. So scheint die Population der Mücken an der Südwestküste Taiwans ungewöhnlich hoch. Auch muss die Anzahl der Mücken in den Jahren 2013 und 2014 in Brasilien in exorbitante Höhen geschossen sein. Ein milder Winter? Menschen, die in Mückenbrutgebiete vorrücken? Oder vielleicht eine Horde wilder Biologie-Studenten, die die Datenbank mit Mückensichtungen überschwemmt hat? Auf jeden Fall Ausgangspunkt einer neuen Themenrecherche.

Sind alle Einstellungen zu deiner Zufriedenheit, musst du die Karte nur publizieren, gespeichert wird stets automatisch. Ein Einbettungscode wird gleich mitgeliefert. Du kannst deine Karte auch später noch nachbearbeiten, um beispielsweise den Kartenausschnitt anzupassen.

Pro

CartoDB ist für den vorhandenen Funktionsumfang erstaunlich leicht zu bedienen. Das Arbeiten geht schnell von der Hand. Das Ergebnis kann fantastisch aussehen. Anfänger haben es leicht, Profis alle Freiheiten. Das Einlesen der Daten funktionierte problemlos – trotz zentausender Einträge. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten von Karte, Legende, Einträgen und Metadaten sind umfangreich.

Kontra

Leider ist die Anzahl der vorgefertigen Karten-Arten gering. Hier hätte ich mir mehr Auswahl gewünscht. Schwerer ins Gewicht fällt jedoch der deftige Preis der Premium-Accounts. 149 $ pro Monat sind nicht bescheiden und für kleine Blogger und freie Journalisten kaum zu stemmen. Große Redaktionen mögen sich dies leisten können. Eine abgespeckte Version zwischen dem kostenlosen Basispreis und der nächsten Preisstufe wäre gut gewesen.

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Fazit & Alternativen

CartoDB ist ein großartiges Programm, dessen Potential in dieser Kurzbeschreibung noch lange nicht ausgeschöpft ist.

coole Beispiele

Sehr empfehlen möchte ich einen Blick in die Sammlung der Karten anderer User. Das sind teils echte Kunstwerke.

Andere Programme, die mit Karten arbeiten sind Mapbox und Timemapper. Silk verknüpft genau wie CartoDB Daten und Karten in unterschiedlichen Darstellungsformen.