Audiogram

Audiogram ist eine Open-Source-Anwendung für Hörfunkinhalte oder Podcasts. Mit dem Programm lassen sich Audios in kurze Videoclips umwandeln.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Uff, ich gebe zu: Die Installation der Software über GitHub ist leider alles andere als intuitiv. Man installiert das Programm über den Terminal – also der direkten Kommandozentrale des Computers – und wenn man ein Zeichen vergisst, klappt die Installation unter Umständen nicht. Hat man es allerdings geschafft, die Software zu installieren, funktioniert sie gut und das Ergebnis sieht gut aus. Also: Die Mühe lohnt sich!

Social-Media-Plattformen wie Facebook setzen auf optische Reize, um den User an sich zu binden.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Tutorial

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kostenlos
englisch
1 Stunde
10 Minuten
MP4
Youtube


zum Tool

So bevorzugt der Facebook-Algorithmus Videos, sodass diese eher im Newsstream des Users auftauchen als andere Inhalte.

Auch Tweets beim Kurznachrichtendienst Twitter werden besser von Usern wahrgenommen, wenn sie mit einem grafischen Element angereichert werden. Doch was tun mit schnöden Audios, denen der optische Reiz fehlt, um Schritt halten zu können?

Seit einiger Zeit experimentieren Medienhäuser damit, Podcasts in die digitale Welt zu übersetzen. Ein besonders interessantes haben wir uns diese Woche herausgepickt. 

Anschauungsbeispiel

Aus MP3 wird MP4

Das New York Public Radio hat sich über das Problem Gedanken gemacht und seinen Lösungsansatz auf der Open-Source-Plattform GitHub zum Download zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis: Video statt Audio. Das Programm verwandelt per Mausklick aus Podcast-Aufnahmen in kurze Videoclips.

Du installierst die Software und die dazu benötigten Anwendungen direkt über den Terminal, der Kommandozentrale deines Computers. Das ist leider nicht ganz einfach. Wie du Schritt für Schritt vorgehst, kannst du den Installationsanweisungen entnehmen. Je nach Betriebssystem unterschieden sich die Schritte voneinander - halte dich am besten an die vorgegebenen Anweisungen.

Nach der Installation auf dem Computer musst du das Programm lokal starten, indem du in deinem Browser http://localhost:8888/ eingibst. Audiogramm bietet dir dann eine übliche Bedienungsoberfläche. Per Mausklick lädst du die gewünschte Audiodatei hoch. Das Tool akzeptiert sowohl WAV- als auch MP3-Formate. Dann stehen dir insgesamt 13 verschiedene Vorlagen zur Auswahl, um die gewünschte Audiodatei in ein Video zu verwandeln.

Videos mit Waveform-Ästhetik

Willst du nur einen Ausschnitt der Audios verwenden (beispielsweise als Teaser auf die komplette Sendung), kannst du mit der Maus einen beliebigen Bereich der Datei auswählen, der in ein Video verwandelt werden soll. Die Entwickler des Tools setzen beim Design auf "dynamische Waveforms" - auf den ersten Blick lässt sich so erkennen, dass es sich bei dem Video um einen Audioinhalt handelt. Die Waveforms bewegen sich entsprechend des Sounds mit.

Außerdem kannst du das Hintergrundbild festlegen und das Video betiteln. Mit einem Klick auf "Generate" lädst du das fertige Video nach einer kurzen Bearbeitungszeit als MP4-Videodatei herunter.

Pro

Als Open-Source-Tool lässt sich Audiogram mit einfachen Programmierkenntnissen an die eigenen Bedürfnisse anpassen und erweitern. Farben oder Schriften können so verändert, Bilder ausgetauscht oder ganz eigene Vorlagen programmiert werden. Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich und auf Anhieb verständlich.

Kontra

Die Installation über GitHub erfordert allerdings Geduld, wenn man zum ersten Mal mit der Plattform arbeitet. Doch die Entwickler des Tools haben zum Glück eine detaillierte Installionsanweisung zur Verfügung gestellt, die die Installation vereinfacht. Abgesehen von der etwas komplizierteren Installation gibt's wenig zu meckern.

Fazit & Alternativen

Zugegeben: Die Hürde, ein Programm über GitHub zu installieren, mag Journalisten und Blogger auf den ersten Blick abschrecken, die sich mit Open-Source-Projekten nicht so gut auskennen und keine Programmierkenntnisse vorweisen können. Doch ist das Tool einmal installiert, kann sich die Mühe auszahlen. Audiogram erfüllt zwar nur einen Zweck – aber den erfüllt es mit Bravour.

coole Beispiele

Von diesem digitalen Werkzeug profitieren vor allem kleinere Redaktionen mit geringem Budget und Podcaster, die mit ihren Audios auch ihre Zielgruppen auf Facebook und Twitter besser erreichen möchten.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die kostenlose Plattform TapeWrite. Im Gegensatz zu Audiogram wirkt TapeWrite eher wie eine Audioslide-Show. In einer Art Audio-Timeline kannst du dort bestimmte Bereiche mit einem Marker versehen und beispielsweise Texte oder ein Bild hinzufügen.