Arcgis Cascade

Für Webreportagen gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Programmen. Arcgis Cascade erlaubt dir Scrollytellings mit schönen Prallax-Effekten bei Bildern und Videos – schwächelt aber in einem Punkt.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Cascade hat mich positiv überrascht. Während die Webseite des (auf Karten spezialisierten) Unternehmens bieder daherkommt, sieht Cascade richtig gut aus. Es verknüpft typische Scrollytelling-Elemente mit betexteten Parallax-Bildern und -Videos, wie wir es bisher nur von Pageflow kennen.

Snippets, Kurzvideos, Teaser für soziale Medien – etwas anderes scheint die Strategen vieler Medienhäuser derzeit wenig zu interessieren. Dabei hat auch die digital inszenierte Langform ihre Berechtigung – und ihre Leserschaft. Wenn wir sie nur auch so gut, mundgerecht und unterhaltsam bedienen würden.

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Arbeitszeit
Ausspielart
Tutorial
Support

|
|
|
|
|
|
|

non-commercial: kostenlos
deutsch
20 Minuten
1 Stunde
URL, Embed
How to Cascade
FAQ


zum Tool

Arcgis ist eine Sammlung von multimedialen Programmen, die ich in der Zukunft vorstellen möchte. Den Anfang macht Arcgis Cascade, das die wohl am besten bekannte Langform des Scrollytellings nutzt. Einen Schwerpunkt legt Cascade dabei auf Parallax-Effekte bei Bildern und Videos (!) – und kombiniert sie interessanterweise mit Text-Blöcken.

Ansonsten bietet das Programm einen leicht zu bedienenden WYSIWYG-Editor, mit dem sich Text, Bild, Video, externe Inhalte, Kapitel u.a. kombinieren lassen.

Anschauungsbeispiel

TestbeispielTestbeispiel

Der Editor

Aller Anfang ist schwer. Der besteht bei Cascade allerdings eher darin herauszufinden, wie du starten kannst. Hast du erst einmal den richtigen Anmelde-Link gefunden, musst du dich wie gewohnt anmelden. Das Erstellen einer neuen Web-Story funktioniert übrigens nur in Chrome und Safari, da das Programm offiziell noch in beta ist. Die Darstellung des fertigen Projekts funktioniert problemlos auch in anderen Browsern.

Hast du deinen Account eingerichtet, öffnet sich vor dir ein Dashboard in dem du via "+"-Symbole neue Textblöcke, Medien, bebilderte Kapitelblöcke u.a. einfügen kannst. Links siehst du wie in einer PowerPoint die (veränderbare) Reihenfolge deiner Slides. Das ist alles selbsterklärend und einfach zu bedienen. Bildergalerien können am besten via Flickr eingerichtet werden. Willst du eine Parallax-Bildergalerie, probiere den "Immersive"-Blog aus und lade Bilder hoch.

Über den "Settings"-Button oben links kannst du Abschnitte deiner Geschichte zu Bookmarks machen, die daraufhin in der obigen Navigationsleiste erscheinen. In meinem Anschauungsbeispiel findest du dies oben rechts in der Navigationsleiste. Mit einem Klick springt der User an die entsprechend verlinkte Stelle.  Auch das Branding und der dahinterliegende Hyperlink lässt sich über die "Settings" ändern.

Minimalismus und Info-Boxen

So schnell und intuitiv der Editor auch ist - der Minimalismus hat sich leider auch auf Schriftarten und andere Gestaltungsmittel übertragen. Viel mehr als kursiv, verschiedene Blocksätze und Einrückungen gibt es nicht. Das Grundlayout von Cascade seht glücklicherweise relativ gut aus, der "Advanved Options Award" geht jedoch an die Konkurrenz. 

Tricks für Pros
Cascade komprimiert die Bilder, die du einfügst, nicht. Dadurch werden sie in optimaler Qualität dargestellt, können aber lange Ladezeiten verursachen, wenn du pixelfreudig bist. Komprimiere also, bevor du hochlädst.

Wirklich gelungen ist dagegen die Integration von Videos. Scrollt ein Leser später durch deine Webreportage, rastet der Browser ein, sobald das Video erscheint. Der User scrollt deswegen nicht so schnell daran vorbei und das Video hat einen Augenblick, um zu laden und deinen Leser zu überzeugen. Zudem kannnst du sowohl bei Bildern als auch Videos Textblöcke einfügen, die beim Scrollen erscheinen und wie Bildunterschriften funktionieren.

Videos werden übrigens automatisch abgespielt und abgebrochen, sobald der User zu dem entsprechenden Part scrollt bzw. weiterliest. Hast du alle nötigen Medien und Texte eingefügt, genügt ein Klick auf "Save" (Cascade speichert nicht automatisch!) und "Public". Dann ist deine Geschichte online verfügbar, Änderungen kannst du aber auch später noch hinzufügen bzw. die Geschichte auch wieder depublizieren.

Pro

Cascade ist sehr einfach zu bedienen. Die Parallax-Effekte bei Videos und Bilder funktionieren ausgesprochen gut. Das Design sieht edel und luftig aus.

Kontra

Ärgerlich sind die geringen Einstellungs-Optionen des Text-Editors. Keine eigenen Fonts, keine anderen Schriftgrößen, keine Farben, nur wenige Fettungen. Das ist zu wenig – und wäre so einfach zu verbessern.

Fazit & Alternativen

Trotzdem ist Arcgis Cascade ein spannendes Programm. Wenn du noch nicht überzeugt bist, gibt es eine Reihe an Alternativen, die alle unterschiedliche Schwerpunkte haben. Ein typisches Scrollytelling kannst du mit Storybuilder basteln. Bildlastige Geschichten lassen sich gut mit Racontr erzählen, magazinartigere mit Readymag.

coole Beispiele

Storymaps ist ein großartiges Programm der Northwester-University, das Karte, Slider und Multimedia verknüpft. Auch Klynt hat bei uns schon mit einer Top-Bewertung abgeschlossen. Hast du eher Lust auf 3D-Karten und kuratierte Storys, könntest du Timescape probieren. Hast du bereits Erfahrung mit Codes, kannst HTML und CSS ist PictureStory einen Versuch wert: ein Template für bildstarke Geschichten.