Anchor

Anchor ist Twitter für Audio-Fans. Radio-Journalisten können mit der App Podcast-Debatten führen und Vox-Pops von ihrer Community einsammeln.

Innovativität: Einstellungsoptionen: Nutzerfreundlichkeit: Design:

Meine Meinung

Anchor hat ein interessantes Konzept. Sollte sich das Netzwerk zumindest unter Audio-Fans etablieren, kann Anchor leicht O-Töne für Radio-Journalisten liefern und Audio-Debatten initialisieren. Derzeit ist die Community aber noch sehr klein und englischsprachig.

Video und Text dominieren das Internet, Audios fristen ein Schattendasein. Das ist schade und ließe sich ändern. Die noch sehr junge App Anchor versucht sich deswegen an einem innovativen Konzept. Das Prinzip: ein wenig wie Twitter für Radiojournalisten. 

Fakten & Daten

Preis
Sprache
Lernzeit
Ausspielart
Tutorial
Support

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kostenlos
englisch
5 Minuten
Link, Einbettungscode, m4a-Datei
Youtube
Support & FAQ


zum Tool

Das soziale Netzwerk für Fans des gesprochenen Wortes setzt wie auch das große Vorbild auf Nutzer, die einander abonnieren. An die Stelle der 140-Zeichen-Tweets treten Zwei-Minuten-Audios – sogenannte Waves. Wer sich bei der App einmal registriert hat, braucht nur noch auf einen zentralen, roten Button zu tippen und schon startet eine Tonaufnahme. Für lange Reden ist jedoch keine Zeit, nach maximal zwei Minuten hat die App genug gehört. Dann kann die Audio-Datei mit der Community geteilt werden.

Anschauungsbeispiel

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Vox-Pops vom Schreibtisch aus einsammeln

Die kann sich die Wave nicht nur anhören, sondern auch reagieren. Anders als bei Twitter ist das nicht eine Option unter vielen, sondern die zentrale Funktion, durch die das Netzwerk überhaupt erst Sinn macht. Denn Anchor soll eine Meinungsplattform sein. So gut wie alle User rufen in ihren Podcasts ihre Community zu Antworten, Kritik oder eigenen Ideen auf. Wer auf den Antwort-Button drückt, kann unkompliziert mit Zwei-Minuten-Clips auf die ursprüngliche Wave reagieren. Alle Antworten erscheinen später prominent direkt unter dem ersten Podcast. Wie auch bei Twitter können die knappen Audios mit einem kurzen Text und Hashtags versehen werden. So lassen sich Waves diverser User zu einer Debatte bündeln. Retweets und Likes sind ebenfalls möglich.

Für Radiojournalisten interessant ist das Ganze aus drei Gründen. Anchor ist – anders als Facebook, Snapchat oder Twitter – ein für Audios optimiertes Netzwerk. Radiojournalisten können barrierelos eine Community um das gesprochene Wort aufbauen. Zudem war es wohl niemals leichter, innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl von Meinungen auf Audio einzusammeln, ohne den Schreibtisch zu verlassen. Mit Anchor können Radiojournalisten Vox-Pops einholen, ohne überhaupt auf die Straße zu müssen. Das Ergebnis lässt sich leicht über einen Code, den die App mitliefert, in die eigene Webseite einbetten. Nach der eigenen Aufnahme und einem kurzen Jingle folgen alle Antworten der Community.

Audio-Export nur unter iOS

Für Radiojournalisten aber wohl wichtiger: Alle Audios – sowohl selbst gesprochene als auch Antwort-Waves der Community – lassen sich mit wenigen Klicks exportieren und können dann in eigene Beiträge eingefügt werden. Da die App derzeit jedoch noch entwickelt wird, ist die Export-Funktion nur in der iOS-Version vorhanden. Android bietet den entsprechenden Button bisher nicht an.

Doch das ist leider nicht die einzige Schwäche der App. Denn wie alle innovativen Geheimtipps krankt die Anchor-App an ihrem geringen Bekanntheitsgrad. Die Community ist bisher meist englischsprachig. User können zwar andere Nutzer aus ihrer Kontakte-Liste einladen, deutlich weniger aufdringlich ist jedoch ein anderer Weg: Jede eingesprochene Wave kann über Twitter und Facebook verbreitet werden. So lassen sich Audio-Umfragen weniger penetrant mit den eigenen, schon vorhandenen Followern teilen. Um zu antworten, müssen diese die App aber immer noch herunterladen.

Pro

Anchor glänzt durch ein simples und schnell zu verstehendes Design. Das Prinzip aus Waves und Antworten der Community ist leicht zu verstehen. Zudem ist die App kostenlos.

Kontra

Ärgerlich für alle Android-Nutzer ist die bisher eingeschränkte Export-Funktion. Auch wird nicht jeder Lust haben, sich erneut eine Community in der App zu erarbeiten. Denn erst dann dürften die Antwort-Waves zahlreicher werden. Zudem sollte jedem Radiojournalisten klar sein: Es mag zwar technisch leicht sein, die Antwort-Waves anderer Nutzer herunterzuladen. Das heißt aber nicht, dass diese ohne Nachfrage im Radio gesendet werden dürfen. Dafür muss jeder Nutzer erst seine Zustimmung geben.

Fazit & Alternativen

Anchor ist eine gut durchdachte App mit einem tatsächlich innovativen Prinzip. Ob sich die App als ein kleines Audio-Twitter durchsetzt, ist schwer zu sagen. Einen Versuch ist Anchor aber auf jeden Fall wert.

coole Beispiele

Andere Programme, die ein Auio-Netzwerk im Stil von Twitter aufbauen wollen, sind mir nicht bekannt. Wenn du mehr weißt, sag Bescheid.